Fachkräftemangel, Diversity und Lösungen Mädchen fehlt es an weiblichen MINT-Vorbildern

Von dpa

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Fachkräfte werden überall gesucht. Im Bereich „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik“ (MINT) fällt die Arbeitskräftelücke aber besonders groß aus – auch weil es nicht gelingt, genügend Mädchen für das Thema zu gewinnen.

Vorbilder prägen. Doch für viele Mädchen fehlen genau diese, um eine Karriere oder ein Studium im MINT-Themenumfeld in Erwägung zu ziehen.
Vorbilder prägen. Doch für viele Mädchen fehlen genau diese, um eine Karriere oder ein Studium im MINT-Themenumfeld in Erwägung zu ziehen.
(Bild: Maksim Shmeljov - stock.adobe.com)

Mädchen haben in der Regel ein persönliches Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Themen, entscheiden sich dann aber mehrheitlich gegen eine Ausbildung oder Studiengang im Bereich „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik“ (MINT). Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der IU Internationale Hochschule in Erfurt, die am Montag zum Auftakt eines umfassenden Forschungsprojekts veröffentlicht wurde.

70 Prozent der in einer repräsentativen Umfrage angesprochenen Schülerinnen interessieren sich für MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), werden aber durch verschiedene Umstände abgeschreckt, ein MINT-Fach zu studieren oder eine Ausbildung in diesem Bereich zu beginnen. So fühlen sich über 40 Prozent der jungen Frauen und Mädchen jedoch mit diesen Themen überfordert beziehungsweise finden den MINT-Bereich zu schwierig.

Die Weichenstellung gegen den MINT-Bereich habe auch mit Vorteilen zu tun, sagte Sibylle Kunz, Professorin für Medieninformatik an der IU Internationalen Hochschule: „Ein typisches Vorurteil ist, dass wir in MINT-Berufen ständig programmieren und unsere Mathe-Kompetenzen unter Beweis stellen müssen. MINT ist aber unglaublich vielfältig.“

Vorbilder dringend gesucht

Um etwas gegen eine Entscheidung gegen den MINT-Bereich zu tun, müsse man früh in der Schule ansetzen - etwa durch gendersensiblen Unterricht, der Mädchen und Jungen gleichermaßen anspreche, sagte Alexandra Wuttig, Kanzlerin der IU. „Vor allem braucht es dringend mehr weibliche Vorbilder aus dem MINT-Bereich, die jungen Frauen Mut machen.“ Vorbilder im direkten Lebensumfeld, wie Lehrerinnen und Lehrer sowie Familienmitglieder, aber auch aus der Wirtschaft, hätten großen Einfluss auf die spätere Studien- und Berufswahl.

In der Studie erklärte über ein Drittel der Befragten (34,1 Prozent), dass sie niemanden kennen, der oder die im MINT-Bereich arbeitet. Nur sehr wenige der Befragten haben Freundinnen oder weibliche Verwandte, die in MINT-Berufen arbeiten: Gerade einmal 9,9 Prozent haben eine Freundin, 8,2 Prozent gaben ihre Mutter oder Großmutter, 14,5 Prozent sonstige weibliche Verwandte an.

Abhilfe schaffen könnten nach Einschätzung der Forscherinnen Orientierungsangebote für die Berufs- oder Studienwahl. 65 Prozent der Schülerinnen, die bereits Praktika absolviert oder in den Ferien gearbeitet haben, fänden dies nützlich. Fast ebenso beliebt (62,3 Prozent) sind Gespräche mit Freundinnen und Freunden, Familie oder Mentorinnen und Mentoren. Infoveranstaltungen wie Jobmessen, Girl’s Day oder Thementage landeten mit 45 Prozent auf Platz drei. Ähnlich populär sind mit 43,5 Prozent digitale Infokanäle - vor allem Instagram, Facebook, TikTok - und firmeneigene Webseiten.

Zur Studie

Für die Studie „MINT-Bildung. Was junge Frauen darüber denken“ der IU Internationalen Hochschule (IU), wurden insgesamt 777 Schülerinnen befragt. 83 Prozent der Befragten streben Abitur oder Fachabitur an, 7,6 Prozent die Hochschul- oder Fachhochschulreife, 9,3 Prozent einen Realschulabschluss.

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