Ein Pinguin als Unternehmens-Maskottchen? Beim IT-Systemhaus Kutzschbach ist das Programm. Die Geschäftsführer Frank Söder und Thomas Kutzschbach haben vom antarktischen Vogel gelernt: Erfolg ist eine Frage des richtigen Elements – und gemeinsam ist man stärker.
Die Kutzschbach-Geschäftsführer Frank Söder (l.) und Thomas Kutzschbach
(Bild: Vogel IT-Medien)
An Land wirkt er tollpatschig, im Wasser ist er ein Geschwindigkeitswunder: Der Pinguin steht auf dem Schreibtisch von Frank Söder und erinnert den Kutzschbach-Geschäftsführer daran, dass Erfolg eine Frage des richtigen Elements ist. „Wenn ich versuche, aus einem Pinguin einen Läufer zu machen, wird das nie funktionieren“, erklärt er die Philosophie hinter dem Maskottchen namens Franky (in Anlehnung an die beiden Geschäftsführer Frank Kutzschbach und Frank Söder). „Lasse ich ihn aber ins Wasser, ist er in seinem Element und bewegt sich scheinbar mühelos. Nichts, was Menschen bisher gebaut haben, kann sich so schnell mit so wenig Energie fortbewegen.“ Dieses Bild spiegelt die Kultur und Werte des Systemhauses aus Nördlingen wider. Söder erklärt es genauer: „Der Pinguin erinnert mich daran, dass in jedem Menschen Stärken sind und es an den Verantwortlichen liegt, diese zu erkennen und ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Stärken für das Unternehmen zum Einsatz kommen.“
Gemeinsam stark
Die Erkenntnis durch das Tier prägt aber nicht nur den Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden, sondern ebenso die Geschäftsstrategie von Kutzschbach. „Bei minus 40 Grad überleben Pinguine und ihr Nachwuchs nur, indem sie sich in einer Spirale bewegen – jeder ist mal außen in der Kälte, aber auch innen in der Wärme“, erklärt Söder die Metapher. „Allein würden sie das nicht schaffen, in der Gemeinschaft schon.“
Diesen Leitsatz überträgt das Unternehmen konsequent auf die IT-Branche: „Mindestens 50 Prozent unseres Erfolgs basieren auf Partnerschaften und Netzwerken“, schätzt Söder. Damit spielt der Geschäftsführer nicht nur auf Kooperationen mit Kunden an, sondern ebenso auf die Zusammenarbeit innerhalb der Systemhauslandschaft. Als Gründungsmitglieder der Comteam lebt das Unternehmen seit über 40 Jahren vor, was es predigt: „Der Markt ist groß genug für jeden, der einen guten Job macht. Engstirnigkeit ist nicht der richtige Weg.“ Gegenseitige Unterstützung sei hingegen der Schlüssel zum Erfolg.
Für mich liegt die Zukunft des Mittelstands in Kooperationen, nicht in engstirnigem Wettbewerbsdenken.
Frank Söder, Geschäftsführer Kutzschbach
Vom Elektronikunternehmen zum KI-Experten
Was 1981 als Unternehmen für Elektronikentwicklung begann, hat sich zu einem innovativen Systemhaus entwickelt – und das nicht nur in Anbetracht der Strategie. „Mein Vater startete mit elektronischen Steuerungen und Programmierung“, erklärt Thomas Kutzschbach, der heute gemeinsam mit Frank Söder und Frank Kutzschbach die Geschäfte des Unternehmens führt. „In den 80er Jahren folgte durch den Handel mit PCs und Hardware der Einstieg in das Systemhausgeschäft.“
Der nun jüngste Coup ist die Gründung der AuxData Space, einem Startup das KI-Lösungen für Unternehmen entwickelt. „Wir beschäftigten uns schon länger damit, wie wir eine Unternehmens-KI für unsere Kunden schaffen können. Es ist unsere Aufgabe als Systemhaus, unsere Kunden die Vorteile die KI bietet zugänglich zu machen“, betont Söder. Dabei geht es nicht nur ausschließlich um Kunden. Auch andere Systemhäuser können davon profitieren. Denn „im Gespräch mit anderen Systemhäusern stellte ich fest: Die meisten haben noch keine Geschäftsmodelle, wie sie mit KI Märkte für sich erschließen können.“
Über Kutzschbach
Bereits 1981 wurde Kutzschbach Electronic durch Frank Kutzschbach gegründet. Neben dem Hauptsitz in Nördlingen hat das Unternehmen zwei weitere Standorte in Augsburg (Innovations) und Neu-Ulm. An den drei Standorten bedient das Systemhaus die Themen Infrastruktur, Security, Digitalisierung, IT-Consulting, Softwareentwicklung, Managed Services, Microsoft 365, Cloud Services, Kommunikation und KI-Lösungen. Dabei richtet sich Kutzschbach insbesondere an KMU. Derzeit sind rund 85 Mitarbeitende bei Kutzschbach beschäftigt, und die Geschäftsführung obliegt Frank und Thomas Kutzschbach sowie Frank Söder.
KI-Turbo für den Mittelstand?
Mit der KI-Neugründung adressiert Kutzschbach zudem ein Problem des IT-Mittelstands: „KI schafft erstmals einen großen, spürbaren Mehrwert in der Produktivität“, betont Söder. Doch die Realität sieht bisher in vielen Fällen noch anders aus: „Das Interesse ist riesig, aber in der Praxis haben nur wenige Kunden schon konkrete Lösungen im Einsatz“, berichtet Thomas Kutzschbach.
„KI wird für jedes Unternehmen in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen und das Bewusstsein dafür steigt. Jedoch fehlt es oft noch an Einsatzmöglichkeiten im Unternehmensalltag“, nennt Kutzschbach eine weitere Herausforderung. Hinzu kommt das Problem der Schatten-KI: „Mitarbeiter nutzen KI-Tools im Unternehmen. Oftmals ohne Wissen der Verantwortlichen, oftmals ohne Struktur und tiefergehendes Wissen. Die Gefahr dabei ist, dass unter Umständen Daten eingegeben und verarbeitet werden, die aus Gründen des Datenschutzes und/oder Unternehmensrichtlichtlinen nicht erlaubt sind“, ergänzt Söder.
Stand: 08.12.2025
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Die Antwort von Kutzschbach sind zunächst KI-Readiness-Workshops, die Unternehmen Schritt für Schritt an das Thema heranführen. „Wie mache ich mein Unternehmen KI-ready, worauf ist zu achten bei Datenschutz und -sicherheit? Darum geht es zunächst.“ Danach geht es an die Prozesse und Lösungen, wie sie die Aux.Data.Space anbietet.
KI wird für jedes Unternehmen in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen und das Bewusstsein dafür steigt.
Thomas Kutzschbach, Geschäftsführer Kutzschbach
Das magische Dreieck: Aufstellung mit System
Neben Themenschwerpunkten wie KI, Storage und Cybersecurity folgt Kutzschbach einer durchdachten Drei-Standort-Strategie, die das Unternehmen als „magisches Dreieck“ bezeichnet. Vom Hauptsitz Nördlingen aus wurde 2017 der Standort Augsburg mit der Kutzschbach Innovations – mit Managed Services für KMU als Schwerpunkt – erschlossen. Der Augsburg-Standort entstand nicht zuletzt durch die Übernahme der Quentia – ein strategischer Schritt, der zeigt, wie Kutzschbach Konkurrenz in Kooperation verwandelt. „Quentia war jahrelang ein Wettbewerber auf Augenhöhe“, so Söder. „Solch ein Unternehmen durfte nicht einfach verschwinden.“
2022 kam Neu-Ulm mit dem Fokus auf Kommunikationslösungen hinzu. „Jeder Standort ist etwa eine Stunde voneinander entfernt“, erklärt Söder die Logik. „So haben wir unseren Markt deutlich vergrößert“, ohne dabei die regionale Nähe zu verlieren. Söder betont, dass das gesamte Kutzschbach-Portfolio trotz Schwerpunkte an jedem Standort zur Verfügung steht.
Die Herausforderung der Generationen
Wie derzeit beinahe jedes IT-Systemhaus, sieht sich auch Kutzschbach mit Herausforderungen konfrontiert. Eine davon thematisierte das Unternehmen an seinem Partnertag Anfang Juli: die generationsübergreifende Unternehmensführung in Zeiten von KI. „Mitarbeiter unterschiedlicher Generationen haben verschiedene Anforderungen und Interessen“, erklärt Söder. „Das unter einen Hut zu bringen, ist eine große Herausforderung und Chance zugleich.“ Nicht jede Abteilung, jede Generation sei für jede Neuerung gleichermaßen offen.
Die Antwort darauf liegt bei Kutzschbach wieder im Pinguin-Prinzip: Das Unternehmen setzt auf individuelle Förderung. „Wenn ich jeden dort einsetze, wo seine Talente liegen, spare ich Coachings in falsche Richtungen und reduziere Stress“, so Söder. Hinzu kommen die Werte, eine gelebte Unternehmenskultur und Vertrauen. Das scheint zu fruchten – die Fluktuation sei gering. Dieser Ansatz sowie flexible und remote Arbeitsmöglichkeiten an allen Standorten können sich auch auf die Mitarbeiteranwerbung positiv auswirken. Hinzu kommt der Fokus auf neue spannende Technologien wie KI. „Es macht einen Unterschied, ob ein Unternehmen weiterdenkt oder noch im klassischen Systemhaus-Gedanken gefangen ist“, ist Söder überzeugt und sieht Kutzschbach für die Zukunft gut aufgestellt.
Und wie es künftig weitergehen soll, ist klar: weiteres organisches Wachstum ohne Übernahmedruck, Ausbau von Partnerschaften und konsequente Umsetzung des Kooperationsprinzips. „Für mich liegt die Zukunft des Mittelstands in Kooperationen, nicht in engstirnigem Wettbewerbsdenken“, fasst Söder zusammen. Ein Prinzip, das nicht nur Pinguine in der Antarktis, sondern auch IT-Unternehmen in herausfordernden Zeiten helfen kann.