Community-Plattform für den ITK-Channel Kompetenz zeigen und Leads angeln – per Partnercloud

Redakteur: Regina Böckle

Mit der Partnercloud.eu hat das Consulting-Unternehmen Cloudbridge eine Community-Plattform für die ITK-Branche gestartet. Weshalb und wie der Handel konkret davon profitieren kann, erklärt Cloudbridge-Chef Alexander Woelke.

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Alexander Woelke ist Geschäftsführer der Cloudbridge Consulting GmbH.
Alexander Woelke ist Geschäftsführer der Cloudbridge Consulting GmbH.
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: Es gibt zahlreiche Social-Media-Plattformen und Online-Communities, in die sich auch Fachhändler und Systemhäuser einklinken können. Weshalb also noch eine weitere Plattform?

Woelke: Die Partnercloud ist im Unterschied zu vielen anderen Communities oder Social Networks ausschließlich ausgerichtet auf Business to Business in der ITK-Branche. Das Kompetenz- und Erfahrungsprofil der Reseller und Lösungsanbieter steht hier im Vordergrund. Schwerpunktmäßig geht es hier um Vertrieb, Marketing, neue Partnerschaften und den Ausbau des eigenen Lösungsangebotes. Es handelt sich also weder um einen Austausch von Entwicklern auf technischer Ebene noch um den Aufbau einer weiteren privaten Community. Die Online-Plattform ermöglicht es ITK-Unternehmen, ihr Partnernetzwerk zielsicher zu erweitern, da sich hier die relevanten Lösungspartner mit ihrem spezialisierten Lösungsangebot schnell finden lassen.

ITB: Was unterscheidet die Partnercloud ganz konkret von Communities wie Xing und LinkedIn?

Woelke: Partnercloud konkurriert nicht mit Xing oder LinkedIn. Beide Plattformen sind im Gegensatz zur Partnercloud für jedermann frei zugänglich, sowohl für Privatpersonen als auch für Mitarbeiter von Unternehmen aller Branchen. LinkedIn und Xing richten sich primär an Einzelpersonen mit deren beruflichen und privaten Interessen. Diese Online-Netzwerke sind ideale Stellenmärkte und Karriereplattformen und natürlich ein gutes Personenverzeichnis, das ich selbst öfter nutze. Leider ziehen sich inzwischen immer mehr der wirklich interessanten Entscheider und Ansprechpartner dort zurück und man kann weder deren Netzwerke sehen noch direkt Kontakt mit ihnen aufnehmen. Sie wurden dort wahrscheinlich zu oft mit Dienstleistungs- und Kontaktwünschen konfrontiert, die nichts mit ihrem Tagesgeschäft zu tun haben. Wir haben als branchenfokussiertes Geschäftsportal eine andere Ausrichtung und Funktionalität.

ITB: Wie stellen Sie sicher, dass nur Unternehmen aus der ITK-Branche Zugang erhalten?

Woelke: Branchenfremde Unternehmen werden nicht zugelassen – jedes Unternehmen und Mitglied wird bei der Registrierung auf dessen ITK-Fokus überprüft.

ITB: Welchen Nutzen bringt einem Fachhandelspartner die Teilnahme an der Partnercloud?

Woelke: Zusätzlich zu den klassischen Funktionen wie aktives Networking und Nachrichten schreiben kann jedes registrierte Unternehmen dedizierte Profilinformationen hinterlegen und Dateien hochladen, wie zum Beispiel Sales-Präsentationen, Success Stories, Produktdemos oder Audio- und Videodateien. Man findet nicht nur die idealen Partner zur Kooperation, sondern wird auch selbst gefunden. Die Partnercloud eröffnet registrierten Mitgliedern außerdem den direkten Zugang zu ITK-Herstellern sowie zu den entsprechenden Partner-Programmen und -Netzwerken.

ITB: Gibt es auch thematisch geordnete Fachgruppen?

Woelke: Ja, sämtliche Funktionen dafür sind in der Partnercloud enthalten. Hersteller können hier für ihre Partner Themengruppen einrichten mit vielfältigen Funktionen, so dass der Reseller schnell und zielgenau alle Informationen auf einen Klick zur Verfügung hat. Beispiele sind Sales-Powerpoints, Marketing-Informationen, Produktdemos, Events und weitere Informationen und Tools. In der Fachgruppe kann man sich mit dem Anbieter austauschen, mit anderen Partnern vernetzen, an Foren und Webcasts teilnehmen, Blogs schreiben und vieles mehr – fokussiert zu einem Thema.

ITB: Können Sie die Lead-Generierung an einem konkreten Beispiel ausführen – denn ein Endkunde wird kaum gezielt das Partnercloud-Portal ansteuern.

Woelke: Die erfolgreiche Lead-Generierung erfolgt heutzutage immer weniger über aktive Push-Marketingaktionen. IT-Entscheider suchen sich zunehmend ihre Lösungsanbieter selbst aus und gehen dazu über Suchmaschinen wie Google. Sie suchen aber dort beispielsweise nicht nach Goldpartnern eines Herstellers, sondern nach Experten, die ihnen eine Lösung dediziert anbieten können. Die Suchergebnisse über Google werden aber nicht so granular dargestellt, wie man das bei der Auswahl unbedingt braucht. Ein Beispiel: Ich suche einen Lösungsanbieter, der sich auskennt mit Virtualisierung und IT-Security und darüber hinaus Know-how im Umfeld von Citrix, VMware, Oracle und Cisco mitbringt. Hier genau setzen wir mit den Profilen an. Die exakten Kompetenzprofile der Premium-Mitglieder werden automatisch in einen extern zugreifbaren Lösungskatalog aufgenommen und suchmaschinen-optimiert. Die Suchabfrage und viele andere Such-Konstellationen führen deshalb direkt zu den relevanten Resellern und Lösungsanbietern in der Partnercloud.

ITB: Ein Systemhaus, das sich in der Partnercloud präsentiert, muss sein Profil pflegen und ständig aktuell halten. Wie hoch ist der Aufwand für Reseller konkret?

Woelke: Das erste Anlegen des Unternehmens- und Kompetenzprofils dauert erfahrungsgemäß nicht länger als zehn Minuten, weil wir das durch Multiple-Choice-Abfragen und leichte Eingabefelder für Mitglieder möglichst einfach machen wollten. Dann können sich die Ansprechpartner des Mitgliedes selbst anlegen, mit Bild und Kontaktdaten – auch das geht sehr schnell und ist einfach.

ITB: Werden künftig auch Online-Marktplätze, die Unternehmens-Endkunden adressieren, mit in die Partnercloud eingebunden?

Woelke: Wir werden die Partnercloud funktional natürlich immer weiter ausbauen, je nachdem, was sich unsere Mitglieder wünschen. Zudem führen wir Gespräche mit Marktplätzen und anderen Systemanbietern, um unseren Mitgliedern den direkten Zugang zu potenziellen Kunden leichter zu ermöglichen – auch ohne große Marketingbudgets investieren zu müssen.

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