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Studie zum Fachkräftemangel

KMU verlieren Kampf um neue Mitarbeiter

| Autor: Sarah Böttcher

Der Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu. Eine Studie zeigt nun die Hindernisse bei der Mitarbeitersuche sowie die Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um eine offene Position zu besetzen.
Der Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu. Eine Studie zeigt nun die Hindernisse bei der Mitarbeitersuche sowie die Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um eine offene Position zu besetzen. (Bild: retrostar - stock.adobe.com)

44 Prozent der im Rahmen einer Studie befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) verlieren potenzielle Mitarbeiter an große Wettbewerber – die Gründe: zu lange Einstellungsverfahren und veraltete Technologien.

Vor zehn Jahren konnten Unternehmen noch darauf warten, bis der geeignete Kandidat für ihre offene Stelle vor der Tür stand. Heutzutage nimmt der Kampf um Fachkräfte immer größere Ausmaße an. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ziehen hier oft den Kürzeren. Eine Studie des das Marktforschungsinstituts Rigour Research im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half zeigt nun die Hindernisse bei der Mitarbeitersuche sowie die Maßnahmen der Unternehmen unterschiedlichster Größen.

Unternehmensgröße entscheidet über Einstellungsprobleme

„Je nach Unternehmensgröße unterscheiden sich die Bewertungen der Herausforderungen im Rekrutierungsprozess und mögliche Lösungsansätze“, so Sladjan Petkovic, Managing Director bei Robert Half. So tun sich 43 Prozent der für die Studie befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland vor allem beim Wettbewerb um potenzielle Mitarbeiter schwer. Der Grund hierfür sind meist größere Unternehmen in ihrer Region, die beispielsweise durch ein Sportangebot oder die Möglichkeit auf Homeoffice ein attraktiveres Arbeitsumfeld bieten. Große Unternehmen wiederum verlieren Mitarbeiter hauptsächlich durch zu lange Einstellungsverfahren (50 %). Ein Hindernis, mit dem Unternehmen aller Größen zu kämpfen haben, sind technologische Probleme (38 %): Veraltete Technologien machen sie als Arbeitgeber unattraktiv.

Maßnahmen für die Besetzung einer offenen Position

Petkovic zufolge haben Unternehmen zudem erkannt, „dass Geld allein kein Allheilmittel ist, um qualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen.“ Hier sind lediglich 34 Prozent der befragten Unternehmen dazu bereit, das Gehalt potenzieller Mitarbeiter zu erhöhen.

Mit insgesamt 40 Prozent geben die meisten Befragten an, flexibler auf Qualifikationsanforderungen einzugehen, also bei geeigneten Kandidaten auf Kann-Kenntnisse zu verzichten, die anschließend in Trainings vermittelt werden können. „Unternehmen, die diese Flexibilität beweisen und die Schulung neuer Mitarbeiter bereits bei der Einstellung mit einplanen, haben einen Wettbewerbsvorteil“, führt Petkovic weiter aus.

Darüber hinaus greifen insgesamt 39 Prozent der befragten Personalverantwortlichen auf die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Personalvermittler zurück. Umso größer ein Unternehmen ist, desto höher ist die Bereitschaft mit einem externen Personalvermittler zusammenzuarbeiten (48 %). Am wenigsten holen sich mittelständische Unternehmen mit einer Größe von 250 bis 499 Mitarbeitern externe Hilfe (34 %).

Über die Studie

Die von Robert Half entwickelte Arbeitsmarktstudie wird jährlich in 13 Ländern durchgeführt: Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Neuseeland, Niederlande, Schweiz, Singapur und Vereinigte Arabische Emirate. Im Rahmen einer repräsentativen Befragung wurden im Dezember 2018 und Januar 2019 durch das Marktforschungsinstitut Rigour Research 702 Personalverantwortliche in Deutschland zu Arbeitsmarktthemen befragt.

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