Comarch-Umfrage KMU leiden unter der Pandemie

Autor: Heidi Schuster

Dass die Corona-Pandemie wirtschaftliche Auswirkungen hat, steht außer Frage. Wie sehr darunter aber kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bereits im vergangenen Jahr (nachhaltig) gelitten haben, zeigt eine Umfrage von Comarch.

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Die Corona-Pandemie prägt die wirtschaftliche Situation kleiner und mittlerer Unternehmen.
Die Corona-Pandemie prägt die wirtschaftliche Situation kleiner und mittlerer Unternehmen.
(Bild: monsitj - stock.adobe.com)

Das Jahr 2020 war wegen der Corona-Pandemie ein sehr prägendes Jahr. Die Auswirkungen werden noch lange spürbar sein, vor allem weil sich auch 2021 noch keine Besserung abzeichnet. Eine Umfrage von Comarch unter unter 39 Unternehmen, von denen die Mehrheit weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigt, zeigt, wie viele Unternehmen durch die Pandemie stark beeinträchtigt wurden und wie viele wahrscheinlich in naher Zukunft schließen müssen.

Mehr als die Hälfte (56 %) der befragten Unternehmen verzeichnete einen Rückgang in den Auftrags- und Kundenzahlen; bei den meisten fiel dieser deutlich aus. Von den Teilnehmern unserer Umfrage gehen 61 Prozent von einem dauerhaften Geschäftsrückgang aus oder sehen ihr Unternehmen als von der Schließung bedroht an. Zu den größten Problemen, die sich für Unternehmen durch die Pandemie ergeben, gehören gesunkene Investitionen (21 %), Abwesenheit der Mitarbeiter (16 %) und erzwungene vorübergehende Schließungen (16 %).

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Ausgaben reduzieren

Die Mehrheit der befragten Unternehmen (59 %) gibt in der Umfrage an, ihre Ausgaben reduziert zu haben. Generell scheinen Expansionspläne in schwierigen Zeiten keine gute Idee zu sein. Dementsprechend hatte die Pandemie nur bei 10 Prozent der Unternehmen keinen Einfluss auf die bestehenden Investitionspläne. 36 Prozent setzten gar alle Entwicklungsaktivitäten vorübergehend aus. Viele Unternehmen reduzierten auch ihre Personalausgaben, was vermutlich auf den Verlust von Kunden oder Projekten zurückzuführen ist. Bei einigen bedeutete dies, dass aufgrund des weltweiten Wirtschaftsrückgangs kein Bedarf mehr an neuen Mitarbeitern bestand. Andere strichen Schulungsbudgets, Lohnerhöhungen und Boni oder bauten Personal ab.

Umstellung auf Homeoffice

Der größte Wandel, der 2020 stattfand, war die flächendeckende Umstellung auf Homeoffice. Aufgrund der von den Regierungen verordneten Beschränkungen und ausgerufenen Lockdowns waren Unternehmen und öffentliche Verwaltungen gezwungen, ihre Arbeitsmodelle anzupassen und ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. In 90 Prozent der befragten Unternehmen gab es bereits vor der Pandemie eine Homeoffice-Richtlinie. 28 Prozent haben jedoch nicht vor, derartige Regelungen beizubehalten, wenn die Coronakrise ausgestanden ist. Dies ist besonders interessant, wenn man bedenkt, dass die große Mehrheit der Umfragen – einschließlich denen von PwC und Gartner – gezeigt hat, dass das Arbeiten von zu Hause aus hinsichtlich Kosteneffizienz und Agilität erfolgreicher verlaufen ist als erwartet.

Dieser Widerspruch könnte darauf zurückzuführen sein, dass die meisten der an der Comarch-Umfrage teilnehmenden Unternehmen recht klein sind. Unternehmen dieser Größenordnung sind tendenziell anfälliger als große Konzerne, was Organisation, Anlagevermögen und Cashflow betrifft, erklärt Comarch. Das vergangene Jahr hat sie entsprechend härter getroffen und ihre Zukunft erscheint ungewiss. Als Folge haben sie ein größeres Kontrollbedürfnis bezüglich ihrer Geschäftsvorgänge und streben nach einer Rückkehr ins Büro.

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Redakteurin, Online CvD, Vogel IT-Medien