Angetestet: Sapphire Edge AI 370 Kleiner Rechner, große Leistung

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Mit dem Edge AI hat Sapphire gerade einen Mini-PC-Barebone mit Copilot+-fähigen AMD-Prozessoren vorgestellt. Wir sehen uns das Spitzenmodell mit AMD Ryzen AI 9 HX 370 im Hand-on-Test an. Der kleine Rechner wartet mit 12 CPU-Cores, flotter integrierter Radeon-Grafik und einer starken NPU auf.

Der Mini-PC Sapphire Edge AI ist nur 117 x 111 x 30 mm groß, verfügt aber trotzdem über einen leistungsstarken Mobilprozessor von AMD. In der getesteten Variante sitzt ein AMD Ryzen AI 9 HX 370 auf dem Mainboard.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Der Mini-PC Sapphire Edge AI ist nur 117 x 111 x 30 mm groß, verfügt aber trotzdem über einen leistungsstarken Mobilprozessor von AMD. In der getesteten Variante sitzt ein AMD Ryzen AI 9 HX 370 auf dem Mainboard.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Sapphire ist vor allem durch seine Radeon-Grafikkarten bekannt. Neben den Consumer-Grafikkarten und neuerdings auch Mainboards pflegt Sapphire schon seit Jahren eine B2B-Sparte, in der auch die Mini-PCs angesiedelt sind. Der jüngst vorgestellte Edge AI kann allerdings durchaus auch Privatkunden ansprechen, die einen leistungsstarken Mini-PC suchen. Verkauft wird der kleine Rechner grundsätzlich als Barebone ohne RAM, SSD und Betriebssystem. Unser Testgerät erreichte uns allerdings mit vorinstallierten 32 GB DDR5-5600 von Kingston und einer 1-TB-SSD desselben Herstellers. Montiert sind die Komponenten schnell: Der Hersteller hat das Mainboard um 180 Grad gedreht eingebaut. Die beiden SO-DIMM-Sockel für bis zu 96 GB DDR5-5600 und die beiden Steckplätze für eine M.2-2280- und eine M.2-2242-SSD sind über den magnetisch befestigten Deckel des Mini-Rechners ohne Schraubenzieher im Handumdrehen zugänglich. Der Prozessor – im Testgerät Edge AI 370 ist ein AMD Ryzen AI 9 HX 370 aufgelötet – sitzt auf der Unterseite der Platine.

Prozessor mit 12 Cores und 24 Threrads

Der zur Strix-Point-Familie gehörende Prozessor bietet vier Zen-5-Cores, acht Zen-5c-Cores, jeweils mit SMT, eine integrierte Radeon-890M-GPU mit 16 RDNA-3.5-Cores und eine 50-TOPS-NPU, die Microsofts Copilot+-Anforderungen erfüllt. Im Anwendungsbenchmark PCMark10 Extended messen wir 7.268 Punkte, ein Wert, der auf dem Niveau leistungsstarker Business-Notebooks liegt. Bei prozessorintensiven Aufgaben wirken sich die maximal 24 Threads positiv aus: Cinebench 23 gibt für den Multicore-Test 17.923 Punkte an. Auch die 3D-Leistung kann sich mit 3.758 Punkten im Time-Spy-Lauf des 3DMark sehen lassen. Spielen ist mit aktuellen Games möglich, wenn man Frame Generation nutzt. Die Messungen haben wir mit dem voreingestellten Balanced-Profil durchgeführt. Alternativ gibt es noch ein Silent- und ein Performance-Profil, die aber nur umständlich über das BIOS-Setup ausgewählt werden können. Im Leerlauf und bei niedriger Last arbeitet der Edge AI dank Fan-Stop lautlos. Unter Last macht sich der kleine Lüfter deutlich bemerkbar.

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USB 4 und 2,5-Gbit-Ethernet an Bord

Großzügig für einen derart kleinen Rechner – das Gehäuse misst 117 x 111 x 30 mm – ist die Schnittstellenauswahl mit zwei HDMI-Ausgängen, zwei USB-4-Ports, zwei USB-A-Buchsen und einem LAN-Part in der Rückseite und zwei weiteren USB-A-Ports sowie einer Audiobuchse in der Front. Seitlich im Gehäuse sitzt noch eine Aussparung für einen Kensington-Lock. Für den LAN-Anschluss ist mit dem Realtek RTL8125 ein 2,5GbE-Controller zuständig, den Windows 11 auch ohne zusätzliche Treiber erkennt. Zusätzlich ist noch eine WLAN-Karte mit Mediatek-MT7922-Chip installiert, die Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 unterstützt. Die beiden USB-4-Ports, die zusammen mit den HDMI-Ausgängen einen Anschluss von bis zu vier Displays erlauben, lassen sich prinzipiell auch für die Stromversorgung des Rechners nutzen. Allerdings reichen hier die bei vielen Docking-Stationen oder Monitoren mit USB-C üblichen 65 Watt nicht für einen stabilen Betrieb aus – 100 Watt sollten es schon sein. Das mitgelieferte externe Netzteil liefert sogar 120 Watt.

Einfache Montage der Komponenten und hohe Leistung

Der kleine Sapphire Edge AI hinterlässt in unserem Hand-on-Test einen sehr guten Eindruck. Trotz winziger Abmessungen – er ist noch etwas kleiner als viele vergleichbare Mini-PCs – liefert er eine sehr gute Leistung. Mit aufgelötetem LPDDR5x als Speicher könnte er noch schneller sein, aber dafür auch deutlich teurer als die 749 Euro, die Sapphire als UVP nennt, und nicht aufrüstbar. Ein weiterer Pluspunkt ist die einfache Montage der Komponenten. Verbesserungswürdig ist nur die Lautstärke unter voller Last. Schön wäre zudem ein USB-C-Port an der Front des Rechners.

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