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Silo-IT und fehlendes Fachwissen

Kaum Umsatzsteigerungen durch Digitalisierung

| Autor: Sarah Gandorfer

Die deutsche Wirtschaft droht sich bei der Digitalisierung zu verzetteln.
Die deutsche Wirtschaft droht sich bei der Digitalisierung zu verzetteln. (Bild: © nito - stock.adobe.com)

Auch wenn laut den Beratern von Sopra Steria 81 Prozent der deutschen Unternehmen die Digitalisierung als wichtig einstufen, gilt der digitale Umbau jedoch als eine Aufgabe unter vielen. Einer der Gründe für die Zurückstellung sind die bisher zumeist geringen positive Effekte auf das Wachstum.

Nur jedes vierte Unternehmen erzielt derzeit eine Umsatzsteigerungen durch Digitalisierung, so das Fazit der Studie „Potenzialanalyse Transformation erfolgreich managen“ von Sopra Steria Consulting. Hierfür befragten die Analysten 354 Führungskräfte und Spezialisten aus deutschen Unternehmen, darunter Banken, Versicherungen, öffentliche Verwaltung sowie verarbeitendes Gewerbe.

Während der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) jüngst erst verlauten ließ, dass sich die Digitalisierung auszahlen wird, haben die meisten Unternehmen eher das Gefühl in dieser festzustecken. Dabei prognostiziert der BDI bis 2025 dadurch eine industrielle Bruttowertschöpfung des Landes um etwa 425 Milliarden Euro.

Obwohl 46 Prozent der befragten Firmen bereits digitale Geschäftsmodelle entwickelt haben, ist die Mehrheit mit dem bis heute Erreichten nicht zufrieden. 69 Prozent benoten das eigene Unternehmen mit „befriedigend“ oder schlechter, wenn es um die Frage geht, wie gut der Betrieb auf die digitale Transformation vorbereitet ist.

„Die größten Digitalisierungserfolge erzielen Unternehmen derzeit auf der Kostenseite. Geht es um Wachstumsimpulse, denken Entscheider vielfach noch nicht radikal genug“, erläutert Simon Oberle, Leiter Future Management von Sopra Steria Next. „Viele konzentrieren sich darauf, bewährte analoge Abläufe durch digitale nur zu verbessern, statt über komplett neu konzipierte Kanäle und Prozesse mit Kunden zu sprechen, gemeinsame Standards für Plattformen zu entwickeln oder in die digitale Infrastruktur zu investieren.“ Aus Sicht der Analysten sei es besonders wichtig, diese bestehenden Strukturen aufzubrechen.

Menschliche und technische Baustellen

Neben Silostrukturen sowie nicht integrierten Daten ist das fehlende Fachwissen das größte Problem bei der Umsetzung der Digitalstrategie.
Neben Silostrukturen sowie nicht integrierten Daten ist das fehlende Fachwissen das größte Problem bei der Umsetzung der Digitalstrategie. (Bild: Sopra Steria Consulting)

Hürden finden sich sowohl im menschlichen wie auch im technischen Bereich (siehe Graphik). 59 Prozent der Unternehmen geben an, dass ausgerechnet die durch nicht integrierte Software und Daten fortbestehenden Silos zu den größten Hindernissen der Transformation gehören. Ohne eine durchgängig digitalisierte Datenautobahn bleiben viele der Vorteile reine Zukunftsmusik. 42 Prozent bemängeln außerdem eine IT, die nicht flexibel genug ist, um sie für die neuen Aufgaben fit zu machen. Des Weiteren beklagen 49 Prozent der Firmen fehlendes Knowhow. Nicht optimal finden 37 Prozent zu langsam getroffenen Entscheidungen, an denen zumindest teilweise zu vielen beteiligt sind sowie oftmals starre Hierarchien.

„Die digitale Transformation erfasst von der IT-Technik bis zur Organisation das gesamte Unternehmen“, fährt Oberle fort. „Das müssen vor allem die Verantwortlichen unbedingt verinnerlichen und die Belegschaft abholen.“ Der Experte plädiert deshalb dafür, die digitale Transformation zur Chefsache zu machen und immer wieder darüber zu sprechen.

Eine Gefahr sieht Oberle darin, das Thema einfach zu delegieren. 54 Prozent der befragten Firmen haben beispielsweise eine eigene Digitaleinheit gegründet. Aus den Augen, aus dem Sinn – das dürfe auf keinen Fall passieren, warnt der Digitalexperte. „Wer eine eigene Digitaleinheit aufbaut, darf sie anschließend nicht im Keller verstecken, sondern muss ihr eine starke Stellung im Unternehmen geben.“

Neben strategischen Maßnahmen ist es auch wichtig, die Mitarbeiter mit an Bord zu nehmen.
Neben strategischen Maßnahmen ist es auch wichtig, die Mitarbeiter mit an Bord zu nehmen. (Bild: Sopra Steria Consulting)

Die Unternehmen haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Digitalisierung fruchtbar voranzutreiben. Entsprechend haben 58 Prozent ihre IT erneuert, 56 Prozent ihre Mitarbeiter weitergebildet und 36 Prozent Digitalexperten gesucht.

Damit sich keiner der Mitarbeiter digital überfordert fühlt, haben 68 Prozent der befragten Unternehmen hierzu spezielle Schulungen angeboten. 46 Prozent sind bewusst mit dem Thema Digitalisierung an alle Abteilungen herangetreten und 44 Prozent versprechen ihren Mitarbeitern mehr Freiraum durch das Erlernen agiler Methoden.

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