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Leistungen nach Bedarf aus der IT-Fabrik

IT-Services: Ausbruch aus den Silos

| Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Das Konzept einer IT-Fabrik ist an die Produktionsmethoden der Industrie angelehnt.
Das Konzept einer IT-Fabrik ist an die Produktionsmethoden der Industrie angelehnt. (Bild: © Mimi Potter - Fotolia)

Ulrich Pöhler von Materna fordert ein ganzheitliches Konzept einer IT-Fabrik, aus der heraus IT-Prozesse und IT-Services nach Bedarf gefertigt und bereitgestellt werden.

ITB: Wodurch zeichnet sich das Konzept einer „IT-Fabrik“ aus?

Pöhler: Dieses Konzept, angelehnt an die Produktionsmethoden der Industrie, versetzt Unternehmen in die Lage, durch ­eine weitgehende Standardisierung und Automatisierung der IT nicht nur Services in gleichbleibend hoher Qualität und zu vertretbaren Kosten zu fertigen und bereitzustellen. Eine solche IT-Fabrik ­befähigt außerdem die IT-Organisation dazu, die Servicebereitstellung flexibel dem sich immer wieder verändernden ­Bedarf anzupassen.

ITB: Welche Hürden müssen auf dem Weg zu einer IT-Infrastruktur überwunden werden, die wie eine Fabrik funktionieren soll?

Pöhler: Die IT der meisten Unternehmen ist durch Silos geprägt. ERP-, CRM- und Data-Warehouse-Inseln, dazu fachbereichsspezifische Datenbanken und Rechenzentrums-Infrastrukturen sind Beispiele dafür. Durch diese parallel aufgestellten und organisierten Silos wurden bisher die internen, begrenzten Geschäftsprozesse gestützt. Dieses Anforderungsprofil hat sich drastisch gewandelt. Services sollten mittlerweile geschäftsnah aus einem ganzheitlichen Daten- und Verarbeitungs-Pool heraus nach Bedarf gefertigt, den in- und externen Nutzern bereitgestellt und bei Bedarfsänderung flexibel anpassbar sein. Dazu müssen die Silos durch Modernisierung, Standardisierung und Konsolidierung der IT beseitigt oder zumindest überbrückt werden. Elastische Cloud-Infrastrukturen müssen geschaffen und IT-Prozesse und -Services kostensparend automatisiert werden. Das erfordert einen zentralen IT-Leitstand zur ganzheitlichen Überwachung, Bewertung und Steuerung der erbrachten Services. Das ist nur der grobe Maßnahmenkatalog. Darüber hinaus sind viele Feinabstimmungen erforderlich, um letztlich die IT-Fabrik mit Leben zu erfüllen.

ITB: Welche Abstimmungen wären das?

Pöhler: Um auch die älteren, noch verbleibenden Systemsilos in den zentralen Leitstand einzubinden und sie von hier aus steuern zu können, müssen Orchestrierungs­mechanismen zur Anwendung kommen. Für die Projektierung der IT-Fabrik sollten sich die Verantwortlichen an der Etappenfolge „Strategie“, „Design“, „automatisierte Bereitstellung“, „Überwachung“ und „dynamische Anpassung auf Basis eines Servicekatalogs“ orientieren. So setzt eine IT-Fabrik eine Transformation der IT-Organisation und eine konsequente Ausrichtung der IT entlang der Services voraus. Diese Ausrichtung muss durch die Gestaltung automatisierbarer IT-Prozesse „designt“ werden. Dann kann die automatisierte Bereitstellung von IT-Services mit automatisierten Prozessen und dem IT-Service-Management (ITSM) anhand des ITIL-Modells vorangetrieben werden. Dazu muss gegebenenfalls die installierte ITSM-Lösung ­erweitert oder zu einer neuen ITSM-Version migriert werden. Danach sind die ­Realisierungsetappen „Überwachung“ mit End-to-End-Service-Monitoring und „dynamische Anpassung auf Basis eines Servicekatalogs“ dran. Für dieses muss im Hintergrund ein dynamisches Change-Management, ebenfalls Teil von ITSM, herausgebildet werden. Um die ­IT-Fabrik bestmöglich steuern zu können, müssen Leitstand, Automatismen, Monitoring und Change-Management perfekt zusammenspielen.

Wie Unternehmen den Wechsel zur IT-Fabrik in den Griff bekommen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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