Der Unsinn von Microsofts Instanzen-System in der Cloud IT-Dienstleister-Chef spricht darüber, wann Azure Sinn macht

Redakteur: Sarah Gandorfer

IT-Dienstleister Cortado entwickelt auf der Plattform von Microsoft-Azure. Im Interview spricht CEO Carsten Mickeleit, inwieweit die Cloud-Services der Redmonder Sinn machen und wo die Risiken verborgen liegen.

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Carsten Mickeleit, CEO von Cortado
Carsten Mickeleit, CEO von Cortado

ITB: Cortado ist im Bereich Cloud Services unterwegs. Können Sie kurz beschreiben, was genau Cortado in diesem weitläufigen Feld macht?

Mickeleit: Wir konzentrieren uns auf den Bereich des Cloud-Desktops. Nicht die Arbeit wird sich in Zukunft ändern, sondern der Arbeitsplatz, insbesondere die Geräte mit denen wir unsere Aufgaben erledigen werden. So liefern unsere Lösungen die Funktionen eines klassischen Desktops, insbesondere Remote Access, Datei und Druckdienste, in Form eines echten Cloud-Desktops, das heißt einen Desktop der auf jedem Endgerät in dem Look-and-Feel des Endgerätes genutzt werden kann. Also beispielsweise eine iPhone-oder Blackberry-Applikation oder eine Web-App für den Laptop. Cortado-Workplace ist als Einzelanwender-App kostenlos in jedem App-Store erhältlich.

ITB: Sie sind einer der wenigen Dienstleister, welche die Microsoft-Plattform Azure zum Entwickeln nutzen. Was für Erfahrungen haben Sie damit bisher gemacht?

Mickeleit: Zuerst einmal sollte jeder für sich entscheiden, welche Dienste er selber hosten möchte und welche Plattformen, wie Azure, die passende Wahl sein könnten. Cortado-Workplace wird aufgrund einiger sehr speziellen Anforderungen, aber auch wegen der Storage-Lastigkeit des Angebotes von uns selbst gehostet. Bei unserem Produkt Printer-Dashboard, einem kostenlosen Cloudservice zum Drucker-Monitoring, war Azure die optimale Entscheidung, da wir hier vor allem Computing-Ressourcen benötigen. Unsere Erfahrungen mit Azure erfüllen unsere Erwartungen vollkommen. Klar hatten auch wir einige Anfangsschwierigkeiten, die aber alle sehr schnell überwunden waren.

ITB: Welches Potenzial sehen Sie generell für IT-Dienstleister bezüglich der Nutzung von Azure?

Mickeleit: Ich denke insbesondere für kleinere Unternehmen, die sich kein Hostingcenter leisten wollen und schnell ihren Kunden stabile, verfügbare Lösungen liefern möchten, ist Azure ideal. Bei uns war es unter anderem die Entscheidung Azure einzusetzen, weil das Deployment in unserem Hostingcenter durch unsere engagierte Roadmap für Cortado-Workplace vollständig ausgelastet ist und wir somit Dashboard parallel auf den Markt bekommen konnten.

ITB: Können Sie bitte das von Microsoft favorisierte „Instanzen-System“ bei Azure erklären?

Mickeleit: Eine Instanz ist eine vollständige Umgebung bestehend aus Komponenten wie SQL Server und anderen dazu notwendigen Technologien pro Kunde.

ITB: Macht das Instanzen-System überhaupt Sinn, denn eigentlich soll doch über die Cloud eine Dienstleistung möglichst einfach vielen Kunden angeboten werden?

Mickeleit: Eigentlich nicht, denn in der Cloud gilt es ja gerade, Skalierungseffekte zu nutzen und da ist das Modell einer einzigen Instanz für alle Kunden eindeutig das zu präferierende.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum für einen Independent Software Vendor bestimmte Lizenzkosten höher sein können als die gleichen Services aus der Cloud.

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