Der Unsinn von Microsofts Instanzen-System in der Cloud

IT-Dienstleister-Chef spricht darüber, wann Azure Sinn macht

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ITB: Denken Sie, dass der Plan der Redmonder aufgeht, mit Cloud-Dienstleistungen schon bald viel Geld zu verdienen?

Mickeleit: Ganz klar, Microsoft muss sich der Herausforderung der Cloud stellen, da ist Azure ja auch nur einer von vielen Ansätzen von Microsoft. Microsoft geht dort mit einem unheimlichen Schwung in den Markt, das Ganze ist sicher nicht auf kurzfristigen Gewinn ausgelegt.

IITB: Auf der diesjährigen Microsoft-Konferenz hat der Konzern in einer Präsentation seine Abgrenzung zu Wettbewerbern gezeigt. Unter anderem wurden dabei die versteckten Kosten anderer Cloud-Storage-Anbieter erörtert. Das Ganze ähnelte einem Eisberg: Über Wasser sieht man erst nur die Kosten für das einzelne Gigabyte, unter Wasser kumulieren sich die Preise für Extra-Leistungen wie Backup, Security und vieles mehr. Microsoft behauptet in dieser Hinsicht günstiger zu sein. Stimmt das?

Mickeleit: Zurzeit kann kein Independent Software Vendor (ISV) davon ausgehen, dass die angebotenen Preise eine realistische langfristige Planungsgrundlage darstellen. Die Preise sind mehr vom Mitbewerb als von den tatsächlichen Kosten getrieben. Dazu muss man sich nur die Bilanzen der entsprechenden Teilbereiche anschauen. Die Wahrheit ist einfach, dass gutes Storage teuer ist, denn zur Anschaffung kommt der Betrieb und die Wartung hinzu. Auch wenn bereits sehr viel in die Rechenzentren investiert wurde, das schützt nicht davor, dass auch diese Hardware irgendwann aus der Wartung läuft und Neuanschaffungen erzwingt. Ein weiteres Signal dafür ist, dass der SPLA-Preis, also der Preis den ein ISV für eine Lizenz aktuell zahlt, momentan höher ist, als der gleiche Service komplett aus der Microsoft-Cloud. Also generell ist Vorsicht bei der Kalkulation geboten und jeder tut gut daran, sich etwas unabhängig zu halten.

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