Mobiler Internet-Hype kritisch hinterfragt

Ist das iPad überhaupt ein mobiles Gerät?

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Schlussfolgerung

„Das iPad als mobiles Endgerät zu klassifizieren, ist angesichts dieser Zahlen eher fragwürdig“, schlussfolgert man bei Etracker folgerichtig. Allein schon durch diese Tatsache würden sich bereits viele Studien zum mobilen Markt relativieren, „da bereits 44 Prozent der Internetzugriffe mobiler Endgeräte von iPads generiert werden“.

Wer davon ausgeht, dass iPad und Co. hauptsächlich für mobiles Internet genutzt werden, würde demnach häufig falsche Schlussfolgerungen ziehen. „Das betrifft Prognosen zur mobilen Internetnutzung ebenso wie Einschätzungen zu Mobile Commerce oder Mobile Advertising“, kommentiert man bei Etracker die Ergebnisse der eigenen Erhebung.

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Die Erhebung

Die Etracker GmbH aus Hamburg ist mit mehr als 110.000 Kunden ein großer Anbieter von Website-Optimierungsdienstleistungen. In einer aktuellen Erhebung hat das Unternehmen untersucht, von wo aus Tablet-Nutzer auf das Internet zugreifen. Die Datenbasis lieferten mehr als 10.000 Etracker-Kunden, deren Surf-Verhalten anonymisiert ausgewertet wurde. Etracker kommt zum „eindeutigen Ergebnis“, dass via iPad kaum mobil gesurft wird.

Gegenmeinung

IT-BUSINESS fragte bei Etracker nach, wie zwischen mobilen und stationären Nutzern unterschieden wurde: Als „stationär“ wurde dabei der klassische Weg über DSL klassifiziert. „Mobil“ waren laut der Etracker-Erhebung Zugriffe, die direkt über mobile Zugangswege wie UMTS erfolgten.

Wenn iPad-Nutzer also über ein WLAN-Netz im Hotel, auf dem Flughafen oder von anderen Hotspots aus, und erst in Folge dann per DSL auf Webseiten zugegriffen haben, zählt das als „stationär“. Und das, obwohl er doch ziemlich mobil unterwegs war beim Surfen. Das relativiert die Kernaussage, dass das iPad ein stationäres Gerät sei, wiederum etwas.

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