Auf der Think 2025 präsentierte IBM Neuerungen im Bereich ihrer KI-Entwicklungen. Eine Agentenplattform soll das Erstellen und Orchestrieren eigener KI-Agenten vereinfachen. Ziel ist es, KI aus der Experimentierphase in produktive Anwendungen zu überführen.
KI-Agenten sollen mit Watsonx Orchestrate in fünf Minuten erstellt werden können.
(Bild: Midjourney/ KI-generiert)
IBM hat auf seiner jährlichen Think-Konferenz in Boston mehrere Neuerungen vorgestellt, mit denen Unternehmen Künstliche Intelligenz schneller und sicherer in ihre Geschäftsprozesse integrieren können. Im Mittelpunkt stehen neue Funktionen der Watsonx-Plattform sowie Partnerschaften und Open-Source-Initiativen, die hybride KI-Anwendungen fördern.
Arvind Krishna, CEO, IBM
(Bild: IBM)
„Die Ära der KI-Experimente ist vorbei. Der Wettbewerbsvorteil von heute liegt in der zielgerichteten Integration von KI, die zu messbaren Geschäftsergebnissen führt“, sagte Arvind Krishna, Chairman und CEO von IBM. „IBM stattet Unternehmen mit hybriden Technologien aus, die die Komplexität verringern und die produktionsreife KI-Implementierung beschleunigen.“
Laut IBM wird sich das Wachstum der KI-Investitionen in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich verdoppeln. Derzeit liefern jedoch nur rund 25 Prozent aller KI-Projekte den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen. Der Konzern will das mit einer umfassenden Strategie ändern, die KI, Datenmanagement, Automatisierung und Infrastruktur miteinander verzahnt. Hier die wichtigsten Ankündigungen von der Think-Konferenz:
KI-Agenten im Aufschwung
Moderne KI-Agenten sollen künftig weit mehr leisten als einfache Chatbots. Sie übernehmen eigenständig Aufgaben in Unternehmen – vorausgesetzt, sie lassen sich nahtlos integrieren. Mit Watsonx Orchestrate stellt IBM eine Plattform vor, mit der Unternehmen die Integration, Anpassung und Bereitstellung von KI-Agenten erleichtern können. Diese können je nach Nutzer auf einem beliebigen Framework basieren – von No-Code- bis zu Pro-Code-Tools.
Für gängige Unternehmensbereiche wie HR, Vertrieb oder Beschaffung stehen auf der Plattform bereits vorgefertigte Agenten bereit. Watsonx Orchestrate ist mit über 80 Unternehmensanwendungen kompatibel, darunter Adobe, Microsoft, Salesforce und Oracle. Mehrere Agenten lassen sich zentral koordinieren und überwachen. Ein neuer Katalog mit über 150 einsatzbereiten Tools soll den Einstieg zusätzlich erleichtern und ab Juni 2025 verfügbar sein. Er enthält einen KI-Agenten, der potenzielle Kunden identifiziert und in Verbindung mit Salesforce Agentforce genutzt werden kann. Ebenfalls geplant ist ein HR-Agent, der über eine Konversationsschnittstelle direkt in Slack eingebunden werden kann.
Die Herausforderung, lokale Systeme und Cloud-Umgebungen intelligent zu verknüpfen, adressiert der Hersteller mit webMethods Hybrid Integration. Die Plattform vereint verschiedene Integrationsmuster wie API-Management, Anwendungsintegration, B2B-Konnektivität und Dateitransfer in einer einheitlichen Lösung. Sie ermöglicht es Unternehmen, ihre Datenflüsse über hybride und Multi-Cloud-Umgebungen hinweg zu orchestrieren und zu überwachen. Die Plattform arbeitet mit Technologien wie HashiCorp, Watsonx und Red Hat zusammen und richtet sich speziell an hybride IT-Umgebungen. Sie soll das Automationsportfolio von IBM weiter ergänzen.
Unstrukturierte Daten als Schlüsselressource
Auch Watsonx.data wird weiterentwickelt, um Unternehmen bei der Nutzung unstrukturierter Daten aus Quellen wie Verträgen oder Präsentationen zu unterstützen. Das neue System kombiniert ein offenes Data Lakehouse mit Data-Fabric-Funktionen wie Tracking und Governance und ermöglicht eine genauere KI-gestützte Datenverarbeitung. Ergänzt wird es durch die Tools Watsonx.data Integration zur Datenorchestrierung und Watsonx.data Intelligence zur Analyse unstrukturierter Daten. Eine neue Content-Aware-Storage-Funktion steht ab sofort für IBM Fusion zur Verfügung, Unterstützung für IBM Storage Scale folgt Ende 2025.
IBM plant außerdem die Übernahme des Unternehmens DataStax, das auf die Nutzung unstrukturierter Daten und GenAI spezialisiert ist. Mit seiner Hilfe soll die Vektorsuche gestärkt und Watsonx als API-Lösung in Metas Llama Stack integriert werden. Auch eine neue Funktion für kontextabhängige Datenspeicherung über IBM Fusion steht ab sofort zur Verfügung.
Neue Infrastruktur für rechenintensive KI
Mit LinuxONE 5 wurde auch eine neue Linux-Plattform vorgestellt, die für den Einsatz mit datenintensiven Anwendungen und KI optimiert ist. Sie unterstützt bis zu 450 Milliarden KI-Inferenzoperationen pro Tag und beinhaltet unter anderem den Telum-II-KI-Prozessor sowie ab Ende 2025 die Spyre-Accelerator-Karte. Die Plattform bietet Sicherheitsfunktionen wie vertrauenswürdige Container und Integration quantensicherer Verschlüsselung. IBM sieht zudem Potenzial für Kosteneinsparungen durch die Verlagerung containerisierter Workloads von x86-Systemen. Die Zusammenarbeit mit Partnern wie AMD, Intel, NVIDIA und CoreWeave wird erweitert, um Lösungen für rechenintensive Anwendungen weiterzuentwickeln.
Stand: 08.12.2025
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