Von Infrastruktur-Providern wandeln sich Hoster zu digitalen Dienstleistern. Dabei sollten sie laut unserem Gastautor Daniel Hagemeier, CEO von Dogado, auch scheinbare Rivalen als Partner in Betracht ziehen. Der Hosting-Unternehmer tritt beim HSP Summit 2019 als Keynote-Speaker auf.
Daniel Hagemeier, CEO der Dogado-Gruppe, zählt in diesem Jahr erneut zu den Keynote-Speakern beim HSP Summit.
Der Hosting-Markt zählt nach wie vor zu den dynamischsten Segmenten des gesamten ITK-Markts. Um zu dessen Zukunft einigermaßen zuverlässige Aussagen treffen zu können, ist ein Blick in den Rückspiegel sinnvoll. Hoster haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben: Im Kern bestand ihre Leistung darin, dass sie Unternehmen geholfen haben, im Web sichtbar zu werden und mit ihren Kunden zu kommunizieren. Dafür haben sie ihnen vor allem Technologien für Websites, Shop-Applikationen, Domains und E-Mails bereitgestellt.
Mittlerweile ist der Markt zwar gesättigt und wächst längst nicht mehr so stark wie noch vor zehn Jahren, was im Übrigen ein Grund für die Konsolidierungswelle der vergangenen Jahre ist. Der Markt ist aber nicht tot – ganz im Gegenteil! Er hat sich nur verändert. In Unternehmen wird heute zunehmend digital gearbeitet, nicht nur in Dax-Konzernen oder High-Tech-Schmieden, sondern auch in der breiten Masse der KMUs. Daraus ergibt sich ein neues Aufgabenfeld für Hoster: Kunden die Tools und Applikationen als Service bereitzustellen, die sie für ihre digitalen Arbeitsroutinen benötigen.
Die Aufgabe ist anspruchsvoller als der Betrieb von Web- oder Mail-Servern und erfordert einen größeren Werkzeugkasten. Das Gute daran ist: Die digitalen Lösungen, die Unternehmen heute benötigen, basieren durchweg auf Web-Technologien. Und damit kennen sich Hoster aus. Dort liegt ihre Kernkompetenz. Web-Technologien kommen nicht mehr nur bei Internet-Anwendungen, sondern inzwischen bei fast allen Digital Solutions zum Einsatz.
Der HSP Summit – Inhalte, Konzept und Anmeldung
Beim HSP Summit treffen sich Führungskräfte aus der Szene der Hoster, Service Provider und Cloud-Anbieter mit Vertretern der für sie relevanten Technologie-Hersteller, um über die wesentlichen Markt- und Technologietrends zu diskutieren. Das Event findet traditionell in der Frankfurter Villa Kennedy statt, in diesem Jahr bereits zum achten Mal in Folge. Thematisch im Vordergrund stehen die Geschäftspotenziale, die sich mit innovativen „As a Service“-Konzepten erschließen lassen. Da Cloud und Managed Services mittlerweile einen essenziellen Bestandteil des IT-Geschäfts bilden, richtet sich der Summit explizit auch an Systemhäuser.
Neben den Keynotes wartet das Programm in diesem Jahr mit Referenzberichten, Diskussionsrunden, Thinktanks und anderen interaktiven Formaten auf. Der HSP-Summit 2019 findet am 23. / 24. Mai in Frankfurt / Main statt. Auf der Website https://hspsummit.de finden Sie weitere Informationen zur Agenda. Außerdem können Sie sich dort zu dem Event anmelden.
Verständnis des Kundenbedarfs
Die größere Herausforderung für Hoster liegt allerdings darin, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und sie dahingehend zu beraten, wie sie Arbeitsprozesse durch den Einsatz digitaler Technologien effizienter gestalten. Diese Fähigkeit haben Provider bislang noch zu wenig ausgebildet. Auf der anderen Seite sind die Anforderungen von Unternehmen umfassend und vielschichtig. Wenn es Hostern aber gelingt, diese Aufgabe wahrzunehmen, werden sie zu Digitalisierungsberatern, die für ihre Kunden weitere Werte kreieren.
Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, zu unterscheiden zwischen vertikalen Prozessen, für die Branchenlösungen erforderlich sind, und horizontalen Prozessen, die bei allen Unternehmen mehr oder weniger gleich sind. Auf letztere müssen sich Provider fokussieren und dafür digitale Lösungen entwickeln. Dazu müssen sie schnellstmöglich Erfahrungswerte sammeln: Zwar ist die Vielfalt in der KMU-Landschaft hoch. Dennoch lassen sich horizontale Angebote in hohem Maße standardisieren. Zu überwinden ist dann jedoch immer noch das Spannungsfeld zwischen individueller Kundenberatung auf der einen und Produktskalierung auf der anderen Seite.
Nebenbei bemerkt, kann ich mir gut vorstellen, dass sich in Zukunft neben General Purpose Hostern, wie wir sie kennen, auch Special Purpose Hoster herausbilden werden. Sie betreiben beispielsweise Industrie-4.0-Lösungen für Unternehmen aus dem produzieren Gewerbe und helfen ihnen so, die Digitale Transformation in der Fertigung umzusetzen.
Einzigartige Technologie-Skills
Ein wesentlicher Treiber des Markts ist die Technologie, die sich beständig verändert. So sind Applikationen heute in der Regel keine monolithischen Blöcke mehr, sondern basieren von der Architektur her auf Microservices. Software wird heute nach DevOps-Verfahren entwickelt, nicht mehr nach dem Waterfall-Modell. Warum? DevOps ermöglicht Unternehmen deutlich mehr Anpassungsfähigkeit in einem dynamischen Markt. Aktuell lässt sich ein Trend hin zum vermehrten Einsatz von Containern beobachten. Hoster befinden sich in der hervorragenden Ausgangslage, dass sie an diesen Entwicklungen unmittelbar partizipieren und deswegen über einzigartige technologische Skills verfügen.
Die Technologie- und Marktentwicklung der vergangenen Jahre wurde maßgeblich durch die Hyperscaler geprägt. Im Wesentlichen reden wir dabei über drei Typen von Angeboten: Zum einen stellen die Cloud-Riesen große, elastische Infrastrukturen bereit, die es Kunden erlauben, lokale Workloads zu transformieren und beliebig zu skalieren. Zum anderen bieten sie Dienste oberhalb der Infrastruktur an, zum Beispiel für Big Data oder Machine Learning, die Entwicklern als Komponenten für eigene Lösungen dienen. Zum dritten gibt es die Masse an SaaS-Applikationen, die auf den Hyperscaler-Plattformen laufen. All diese Angebote werden in Unternehmen genutzt, nicht selten von Fachabteilungen, die die Services an der IT vorbei beziehen. Sie brauchen daher jemanden, der ihnen hilft, all das unter Kontrolle zu behalten. Wie positionieren sich Hoster dazu? Werden sie künftig zu Multi-Cloud-Managern für ihre Kunden? Die Voraussetzungen dafür bringen sie mit: Sie kennen sich mit Infrastruktur aus, sie verstehen die Logistik, also den Datenverkehr, und sie beherrschen die Produktion, den Betrieb von Workloads.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Hyperscaler als Freunde
Je nach Perspektive können Hoster die Hyperscaler als Freund oder Feind ansehen. Wir bei Dogado haben uns beispielsweise für die erste Option entschieden. Wenn ein Kunde, der eine Applikation für eine Public-Cloud-Plattform entwickelt hat, uns darum bittet, sie für ihn dort zu betreiben, sicher zu machen und zu überwachen, stellt das für uns kein Problem dar. Unsere Kernwertschöpfung besteht nicht darin, dass wir einen Workload bei uns im Datacenter hosten, sondern im Management des Szenarios. Dabei spielt es für uns keine Rolle, ob eine Applikation auf unserer Infrastruktur, in der Cloud oder hybrid auf verschiedenen Plattformen läuft. Am Ende zählt der Mehrwert für das Geschäft des Kunden, und darauf müssen sich Hoster einstellen. „Vom Infrastruktur-Provider zum Service Provider“ – wer diesen Imperativ beherrscht und synergetische Partnerschaften mit vermeintlichen Konkurrenten eingeht, der wird langfristig erfolgreich sein.