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ITB: Sie haben vorhin bereits das Stichwort zu einem wichtigen Thema gegeben. Wie reagieren Systemhäuser auf das angehende Cloud-Zeitalter?
Weinmann: Wir haben das Glück, mit der Cancom AHP Private Cloud eine eigene Lösung zu haben. Entsprechend ist die Cloud für uns ein ganz wesentliches Thema. Ich möchte behaupten, dass wir von den deutschen Systemhäusern am besten im Cloud-Umfeld aufgestellt sind.
ITB: Inwiefern lässt sich das belegen?
Weinmann: Wir haben mehr und bessere Projekte als Wettbewerber in diesem Bereich.
ITB: Können Sie uns hierfür Beispiele benennen?
Weinmann: Unser größter Kunde ist Mahle in Stuttgart. Das Unternehmen zählt zu den 30 größten Automobilzulieferern weltweit. Ganz aktuell haben wir vor Weihnachten unsere Lösung in der Verlagsgruppe Langenscheidt installiert. Zudem zählen auch Banken zu unseren Kunden.
ITB: Auf Ihrer Website haben Sie auch ein Finanzierungsangebot. Was steckt dahinter?
Weinmann: Auch das ist ein wenig eine Cloud-Denke. Der Kunde möchte nicht alles auf einmal kaufen, sondern bevorzugt monatliche Kosten. Zudem zahlt er lieber Miete als Leasing-Raten. Im Unterschied zur Miete ist beim Leasing die Service-Leistung in den Kosten enthalten. Der Vorteil für den Kunden ist, dass er bei nicht funktionierenden Services die Mietzahlung kürzen kann, was beim Leasing nicht geht.
ITB: Für Cancom hat das den Nachteil, dass das Unternehmen in Vorkasse gehen muss, um die Hardware anzuschaffen. Wie finanzieren Sie das wiederum?
Weinmann: Entweder nehmen wir das selber auf die Bücher, was wir im gewissen Umfang pro Jahr machen können. Ansonsten haben wir für uns wiederum die Deutsche Leasing als Finanzierungspartner, mit der wir größere Projekte abbilden.
ITB: Da wir bereits über Geld reden. Für das Geschäftsjahr 2010 betrug der Umsatz von Cancom 549,3 Millionen Euro bei 19 Millionen Euro EBITDA. Beides inklusive Home of Hardware. Das erwirtschafteten Sie mit rund 2.100 Mitarbeitern. Gibt es bereits Zahlen für 2011?
Weinmann: Ich freue mich, dass wir das sehr gute Jahr 2010 sogar erneut übertreffen konnten. Beim Umsatz hat Cancom 544 Millionen Euro und beim EBITDA 25 Millionen Euro erzielt. Diesmal ist HoH bereits herausgerechnet. Das Jahr 2011 ist damit das erfolgreichste Geschäftsjahr in der nun 20-jährigen Firmengeschichte.
ITB: Wenn wir schon dabei sind, welche Kennzahlen stellen Sie sich für 2012 vor?
Weinmann: Klar hoffen wir, dass das Jahr mindestens einen Tick besser als 2011 verläuft. Die Analysten prognostizieren ein fünfprozentiges Umsatzwachstum sowie eine EBITDA-Steigerung von zwei Millionen Euro. Das sehe ich als durchaus machbar an, abhängig davon, ob die Welt untergeht oder nicht. Ich meine hier nicht das Untergangsszenario, das durch den Maya-Kalender vorhergesagt wird, sondern mögliche, unerwartete wirtschaftliche Einbrüche. Momentan sieht die Lage jedoch ganz gut aus.
ITB: Sie haben gerade das Thema Krise angesprochen. Hat sich die Thailand-Flut mit ihrem einhergehenden Mangel an Festplatten und IT-Komponenten auf den Umsatz von Cancom ausgewirkt?
Weinmann: Es gab eine Umsatzverschiebung von maximal drei Millionen Euro, was zirka 300.000 Euro am Ergebnis ausmachen dürfte. Man kann also nicht sagen, es hätte gar keine Auswirkung, aber es hat auch keinen gewinnkritischen Effekt. Solange es sich nur verschiebt, ist mir das fast egal.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Ziele sich Cancom für die Zukunft gesetzt hat.
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