Von der Hosentasche zur Cloud läuft bei Lenovo alles aus einer Hand. Schließlich will das Unternehmen mit Lenovo 360 künftig vor allem mit Beratung und Services die Transformation vom Hardware- zum Lösungsanbieter voranbringen.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Für die erste Präsenzveranstaltung nach zwei Jahren hat sich Lenovo ein geschichtsträchtiges Gebäude im Zentrum von Frankfurt am Main ausgesucht. Bezeichnender Weise steht das Thurn und Taxis Palais gleichermaßen für Tradition und Transformation. Schließlich verbergen sich hinter den barocken Fassaden keineswegs nur Kronleuchter und Antiquitäten. Vielmehr beherbergt das Stadtpalais, das sogar mal Sitz der Bundesversammlung war, im Inneren moderne Räume mit Beton und LEDs, die für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt werden können.
Und genau dort begrüßte Lenovo die 170 Partner, die zum Kickoff 2022 in die Main-Metropole angereist waren. Gemeinsam mit Partnern und Distribution hat Lenovo im gerade zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis eingefahren. Der IT-Konzern hat über 70 Milliarden US-Dollar umgesetzt und einen Nettogewinn von 2 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Im vierten Quartal ist der Umsatz trotz Liefer- und Produktionsunterbrechungen im Jahresvergleich um fast 7 Prozent auf 16,7 Milliarden US-Dollar gestiegen. Dabei haben alle drei Geschäftsbereiche zum Wachstum des Unternehmens beigetragen. Wie wichtig die Partner dabei sind wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass etwa bei Lenovo Deutschland 95 Prozent des Umsatzes auf das Partnergeschäft entfallen. „Dabei kommt ein Gesamt-Business von 4,3 Milliarden US-Dollar in Deutschland und Österreich raus, das wir gemeinsam gemacht haben“, bekräftigt Mirco Krebs, Vice President und General Manager DACH.
Mirco Krebs, Vice President und General Manager DACH, Lenovo
(Bild: Vogel IT-Medien)
Dabei adressiert Lenovo mit den Partnern in Deutschland einen Markt, der mehr als 25 Milliarden Euro schwer ist. Den Großteil davon macht mit 13 Milliarden Euro immer noch das PC-Geschäft aus, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf den Notebooks liegt. Der Computermarkt sei zwar bei weitem noch nicht ausgeschöpft, doch will Lenovo in neue Marktsegmente vordringen. Und da laut Krebs der Gesundheitsmarkt große Wachstumschancen verspricht – geschätzt wird, dass die erwartete Marktgröße digitaler Produkte und Services im Gesundheitswesen im Jahr 2025 rund 57 Milliarden Euro ausmachen werden – hat Lenovo sein Team erweitert. „Wir haben jetzt Kollegen eingestellt, die aus dem Medizinbereich kommen und weniger aus dem IT-Vertrieb, die die gleiche Sprache sprechen wie die Ärzte“, führt der Manager aus. Zusammen mit dem Channel sollen sie Konzepte erarbeiten und mehr über Lösungen und weniger über IT reden. Interessant werde der Healthcare-Bereich nach den Ausführungen des DACH-Chefs nicht zuletzt auch deswegen, weil die Bundesregierung für das Krankenhauszukunfts-Gesetz 4,8 Milliarden Euro an Digitalisierungs-Hilfen ausgerufen hat.
Sonnige Aussichten bei der Infrastructure Solutions Group
Wachstum für Lenovo und seine Partner verspricht auch der Geschäftsbereich, den Dieter Stehle verantwortet. Wie der Executive Director und General Manager Infrastructure Solutions Group (ISG) DACH ausführt, soll der Gesamtumsatz mit Cloud-Lösungen in EMEA in diesem Jahr bereits deutlich über 100 Milliarden US-Dollar steigen. „Der Markt ist viel schneller gewachsen, als wir es uns erträumt haben“, bestätigt Stehle. Und als klares Signal für die Investitionen und das hohe Wachstumspotenzial in diesem Bereich hat Lenovo unlängst seine Fertigungsanlage in Ungarn eröffnet.
In Üllö werden Serverinfrastruktur, Storagesysteme und High-End-Workstations in Europa für Europa produziert. Insgesamt können dort 1.000 Server und 4.000 Workstations pro Tag speziell nach Kundenwünschen gefertigt werden. Somit ließen sich sowohl große als auch kleine Projekte realisieren. Erleichtert werde das nicht zuletzt durch Lenovo 360.
Oliver Rootsey, Director Sales Channel, bestätigt die positiven Aspekte der Lenovo-360-Strategie. Doch ist er der Überzeugung, dass da noch viel Arbeit geleistet werden müsse. Er führt aus: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren inhaltlich mehrfach transformiert“. Und auch von den Partner erwartet er eine Bereitschaft zur Veränderung. Es ginge darum, „Neues zu schaffen und das Alte besser zu machen. Wir verändern uns gerade von einem Hardware-Lieferanten zu einem Lösungsanbieter“, bekräftigt Rootsey. Doch bedeute das keineswegs eine Abkehr vom PC-Geschäft. Schließlich sind nach wie vor die meisten Partner der Infrastructure- und Solution-Group im Gerätegeschäft unterwegs.
Auf dem Weg zum Lösungsanbieter
Nichtsdestotrotz soll das Lösungsgeschäft weiter ausgebaut werden. Und dazu wolle Lenovo den richtigen Rahmen schaffen. Rootsey ist überzeugt davon, dass das mit den verschiedenen Bausteinen von Lenovo 360 auch möglich sei. Angesichts der Komplexität der Aufgabe, erwarte Lenovo aber auch eine hohe Effizienz bei den Partnern, zum Beispiel bei der Schnelligkeit von Transaktionen. Dazu stellt Lenovo seinen Partnern unter anderem Tools wie etwa das As-a-Service-Bid-Portal bereit.
Stand: 08.12.2025
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Claus Appelt, Partner Sales Leader DE, Lenovo
(Bild: Lenovo)
Unterstützung für die Partner bieten natürlich auch die unterschiedlichen Ansprechpartner und Spezialisten im Lenovo-Team, das noch weiter ausgebaut wird. Rootsey bestätigt: „Wir haben das Channel-Team so erweitert, dass die Partner am meisten profitieren. So sind jetzt nicht nur mehr Vertriebsprofis an Bord, sondern auch technische Spezialisten und ein Enablement-Team. Dieses hilft dabei, Partner an Lenovo heranzuführen, zum Beispiel bei komplexen Themen wie Datacenter. So will Lenovo technische Ressourcen bereitstellen, die den Partnern helfen, projektbezogen einzusteigen und Use-Cases zu entwickeln.“
“ Passend dazu gibt es mit Claus Appelt ab dem 1. Juli 2022 einen neuen Leiter Channel-Vertrieb Deutschland. Gedacht ist die Position als Ergänzung bestehender Management-Strukturen. Zudem habe Appelt, der bereits seit 25 Jahren in der IT und seit 2008 bei Lenovo zuhause ist, schon in seiner alten Position im Global Account bewiesen, dass er die Lenovo-360-Transformation umsetzen könne.
Frank Kwasnitza, Partner Sales Manager (T2, Region Nord/Ost), Lenovo
(Bild: Vogel IT-Medien)
Ebenfalls neu im Team ist der Channel Sales Manager für die Region Nord und Ost, Frank Kwasnitza. Der erfahrene Vertriebler wechselt von Bluechip, wo er zehn Jahre lang Vertriebschef war, zu Lenovo.
So sieht sich Lenovo gut aufgestellt und Rootsey ist überzeugt, dass „das Lösungsgeschäft immer neue Kanäle und eine Vertikalisierung bietet“. Zu Branchen, die von Lenovo heute noch nicht besetzt sind, wie etwa der Gesundheitsbereich, will Lenovo Zugänge schaffen, um auch in diesen Bereichen ein relevanter Player zu werden.