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Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt

Fortbildungsmaßnahmen wider den Kosten und Zeitaufwand

| Autor: Sarah Gandorfer

Schulungen für Digitalkompetenzen sind notwendig.
Schulungen für Digitalkompetenzen sind notwendig. (Bild: fovito - stock.adobe.com)

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Den kleinen und mittleren Unternehmen fehlen oftmals finanzielle Anreize, um ihre Mitarbeiter in Zeiten voller Auftragsbücher für Fortbildungen freizustellen, findet der Bitkom. Dabei gehören Digitalkompetenzen ganz nach vorne auf den Lehrplan.

Fast alle Unternehmen (99 %) sind laut der Bitkom-Studie „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ der Meinung, dass lebenslanges Lernen immer wichtiger wird. Dennoch haben nur 43 Prozent eine Weiterbildungsstrategie. Der Anstoß für Fortbildungsmaßnahmen kommt in sechs von zehn Firmen von den Mitarbeitern. Noch häufiger stellen die Fachabteilungen direkt einen Bedarf fest (84 %). Befragt wurden 504 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern in Deutschland.

Oftmals führen auch verschiedene regulatorische oder technische Entwicklungen dazu, dass Weiterbildungsmaßnahmen ergriffen werden. Drei von vier Unternehmen (75 %) stoßen diese an, weil sich die für sie relevanten regulatorischen Anforderungen ändern. Aktuelles Beispiel dafür ist die Einführung der Datenschutz-Grundverordnung. In 74 Prozent der Fälle sind technische Anforderungen der Auslöser für Schulungen. Sechs von zehn Unternehmen (62 %) handeln außerdem auf Grundlage ihrer Weiterbildungsstrategie. Des weiteren spielen Kundenanforderungen (59 %) eine Rolle.

Digitale Kompetenzen erwerben

Die Unternehmen stellen im Durchschnitt 709 Euro pro Mitarbeiter und Jahr für Weiterbildungen zur Verfügung. Jeweils ein Drittel budgetiert 1 bis 499 Euro und 500 bis 999 Euro (35 Prozent). Knapp jedes fünfte Unternehmen (19 %) investiert 1.000 bis 1.999 Euro. Gar kein Budget stellen sieben Prozent bereit.

Am häufigsten geschehen die Fortbildungen weiterhin klassisch als Seminar (48 %). An zweiter Stelle stehen Lernprogramme auf dem PC (42 %). Platz drei belegen sowohl Mischvarianten von digitalen Lernformen mit Präsenzveranstaltungen wie auch Webbasierte Lernprogramme (jeweils 34 %).

Als Hürden für Schulungen geben die Hälfte der Studienteilnehmer an, dass es keine Zeit für entsprechende Freistellungen gibt (52 %). Weiterhin spielen finanzielle Aspekte eine Rolle: Vier von zehn Unternehmen (42 %) sagen, Fortbildungen seien zu teuer oder es sei nicht ausreichend Budget vorhanden. Die Unübersichtlichkeit des Weiterbildungsmarktes wird ebenfalls deutlich: Jedes vierte Unternehmen findet keine passenden Angebote und jedem fünften (21 %) fehlt der Überblick über das Angebot. Immerhin gibt ein Viertel (24 %) an, dass die Mitarbeiter wenig Interesse an Fortbildungen haben.

54 Prozent der Firmen will 2019 seine Investitionen in die Weiterbildung im Vergleich zum Vorjahr steigern. 37 Prozent der Befragten wollen ihre Ausgaben unverändert lassen und nur vier Prozent wollen diese senken.

Den Fortbildungsbedarf um Digitalkompetenzen zu erlangen sehen die Unternehmen vor allem bei besser Qualifizierten und Führungskräften. Besonders bei letzteren hat sich die Einschätzung der Unternehmen verändert: Äußerten 44 Prozent in der aktuellen Umfrage, dass Schulungen zu digitaler Kompetenz für Führungskräfte »sehr wichtig« sind, waren es vor zwei Jahren erst 24 Prozent waren.

Politik soll helfen

Acht von zehn Unternehmen (82 Prozent) kritisieren die Beratung der Bundesagentur für Arbeit (BA), die sich zu wenig am tatsächlichen Qualifizierungsbedarf des Arbeitsmarktes orientiert. Zudem sollten den Unternehmen steuerliche Vergünstigungen für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter gewährt werden (81 Prozent). Auch 73 Prozent der Beschäftigten fordern ihre Weiterbildungen ohne Höchstgrenze steuerlich absetzen zu können. Ein unbürokratisches Modell für Bildungssparen wünschen sich sechs von zehn Unternehmen (59 Prozent).

Ein neues Instrument könnten laut Bitkom Kompetenzzentren in den Bundesländern rund um das Thema Arbeit 4.0 sein, in denen neue pädagogische Konzepte getestet und Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter und Führungskräfte angeboten werden: Die Hälfte der Unternehmen (50 Prozent) stimmt der Einrichtung solcher Zentren zu.

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