Forrester-Studie zu Remote Work Flexibles Arbeiten entscheidend für Mitarbeiterbindung

Autor: Ann-Marie Struck

Der moderne Arbeitsplatz hat durch die Corona-Pandemie einen Push bekommen und befindet sich nun auf dem Vormarsch. Einer Forrester-Studie zufolge sollten Firmen nun ihre Strukturen, Kultur und Technologie anpassen, um ihre Mitarbeiter langfristig zu binden.

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Wie zufrieden sind Ihre Mitarbeiter?
Wie zufrieden sind Ihre Mitarbeiter?
(Bild: Worawut - stock.adobe.com)

Der Trend zu Remote Work wurde durch die Pandemie rapide beschleunigt und ist heute für den Geschäftserfolg von Unternehmen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter ausschlaggebend. Damit hybride Arbeitsmodelle zur dauerhaften Realität werden, haben Unternehmen jedoch noch viel Arbeit vor sich. Denn Firmen müssen nun in die Etablierung flexibler Arbeitsrichtlinien und -programme investieren und ein erhebliches Vertrauensdefizit zwischen Entscheidungsträgern und Mitarbeitern beseitigen. So das das Ergebnis einer Forrester-Studie im Auftrag von LogMeIn.

Das Homeoffice steht an einem Scheideweg. Die Arbeit von zu Hause stellte in der Pandemie für viele Mitarbeiter eine Notwendigkeit dar, gleichzeitig haben die Arbeitnehmer die Vorteile der größeren Flexibilität schätzen gelernt und möchten darauf auch zukünftig nicht mehr verzichten. Fast drei Viertel der Befragten wollen auch in Zukunft mobil Arbeiten. 83 Prozent der Arbeitnehmer sagten, dass sie eher in ihrem Unternehmen bleiben würden, wenn sie flexibel arbeiten dürften. 60 Prozent der Befragten wären sogar bereit, im Tausch gegen die Flexibilität weniger Lohn zu akzeptieren.

Vertrauen ist wichtig

Jedoch haben viele Entscheidungsträger und Führungskräfte immer noch eine konservative Sichtweise auf die Fernarbeit und sehen sie weniger als Wettbewerbsvorteil. 56 Prozent der befragten Mitarbeiter geben an, dass sie produktiver sind, wenn sie remote arbeiten. Und 61 Prozent erledigen in einem 8-Stunden-Arbeitstag remote mehr als im Büro. Im Gegensatz dazu glauben nur fünf Prozent der befragten Entscheidungsträger, dass Remote-Mitarbeiter produktiver sind, und 70 Prozent gaben an, dass sie Mitarbeitern bei der Arbeit im Büro mehr vertrauen.

Obwohl Unternehmen die Verschiebung hin zu hybrider oder digitaler Arbeit als Chance nutzen sollten, um die vor einem Jahr eilig eingeführten Tools und Programme für Remote Work ausreifen zu lassen, ist dies laut der Studie oft noch nicht der Fall. Die Umstellung auf ein flexibles Arbeitsmodell ist keine einfache Aufgabe, kann jedoch entscheidend für den Geschäftserfolg sein.

Weitere Ergebnisse der Studie sind...

Gute Work-Life-Balance und psychische Gesundheit von Mitarbeitern müssen an erster Stelle stehen:

  • 62 Prozent der befragten Mitarbeiter sind glücklicher, wenn sie remote arbeiten.
  • Nur 44 Prozent der Mitarbeiter waren der Meinung, dass ihr Unternehmen die Bedürfnisse der psychischen Gesundheit bei der Remote-Arbeit effektiv unterstützt. Dabei lohnt es sich für Unternehmen hier nachzubessern: Die Daten zeigen, dass Mitarbeiter in Unternehmen, die ein Programm zur Unterstützung der psychischen Gesundheit anbieten, zufriedener mit ihrer Arbeit sind, mehr Energie bei der Arbeit haben und eher bereit sind, für längere Zeit in ihrem aktuellen Unternehmen zu bleiben.
  • Mitarbeiter mit hoher Zufriedenheit bei der Arbeit im Homeoffice hatten ein gutes Gefühl in Bezug zu ihrem Unternehmen (89 %), fühlten sich von ihrer Arbeit inspiriert (90 %) und waren mit ihrer Arbeit insgesamt zufrieden (95 %)

Geeignete Richtlinien und Dokumentationen sind entscheidend:

  • Die Hälfte der befragten Entscheider gab an, dass ihr Unternehmen über ein formalisiertes Programm für flexible Arbeit verfügt. Trotzdem erfüllen weniger als ein Prozent alle Vorgaben der von Forrester aufgestellten Richtlinien für ein Programm für flexible Arbeit.
  • Nur etwa ein Fünftel (21 %) der Mitarbeiter geben an, dass sie wählen können, welche Arbeitsmodelle für sie am besten geeignet ist.
  • Nur 38 Prozent der Mitarbeiter geben an, dass ihr Unternehmen über eine Dokumentation zu den Arbeitsmodellen verfügt und nur 18 Prozent haben diese gelesen. Mitarbeiter, die diese Kriterien kennen, sind doppelt so häufig mit ihrer Remote-Arbeit zufrieden.

Richtige Technologie entscheidend für nahtlose und sichere Zusammenarbeit:

  • Technologieentscheidungen dürfen nicht einseitig getroffen oder primär von Kosteneinsparungen getrieben sein. 82 Prozent der Entscheider geben an, dass eine Kaufentscheidung idealerweise zu gleichen Teilen von der Personalabteilung und der IT-Abteilung getroffen werden sollte. Allerdings treffen nur etwa die Hälfte (51 %) der Unternehmen ihre Technologieentscheidungen auf diese Weise.
  • 81 Prozent der Entscheider sind der Meinung, dass sie die Privatsphäre von Mitarbeitern im Büro und remote effektiv schützen, aber nur 58 Prozent der Mitarbeiter sind mit ihrem Arbeitgeber in diesem Bereich zufrieden.
  • IT-Entscheider scheinen diese Lücke ebenfalls zu sehen. Während 76 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass eine leistungsstarke Technologie-Suite für Remote Work die Compliance verbessern würde, sind nur 58 Prozent der Meinung, dass ihre Suite dies heute tut.

Unternehmen sollten sich zukünftig auf die vier wichtigsten Säulen konzentrieren, die Forrester für Remote Work definiert hat: Struktur, Kultur, Technologie und Compliance. Auf dieser Basis soll sich flexibles Arbeiten erfolgreich umsetzen lassen und die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter erhöhen. Zudem können Unternehmen damit vielfältige Talente anziehen und halten. Die Studie legt nahe, dass die Verzahnung von flexiblen Arbeitsmodellen und die Fokussierung auf diese Säulen Unternehmen dabei hilft, einen hohen Reifegrad bei der Remote-Arbeit zu erreichen.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien