Host – Just do IT!

Fiducia begeistert Junge für den Mainframe

Seite: 4/6

Firmen zum Thema

Davon profitieren die Kunden

Das könnte sich auf die Kosten auswirken. Doch gibt es auch bei der Fiducia IT AG keinen Automatismus, der die Kernanwendungen für immer auf die Plattform Mainframe bannte. Zum Beispiel stand zur Diskussion, ob ein Oracle-System für die SEPA-Datenhaltung in Frage käme. Letztlich entschied ein Vorstandsbeschluss. Jetzt liegt ein Teil der Daten auf der Mainframe-Datenbank DB2 ein Teil auf einem Oracle-System.

Innenansicht einer Filiale der Volksbanken und Raiffeisenbanken
Innenansicht einer Filiale der Volksbanken und Raiffeisenbanken
(Bild: BVR / Fotograf: Bernd Lammel)

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Die strategische Bedeutung der Großrechner leitet sich nicht allein aus der technischen Leistungsfähigkeit ab. So muss das System etwa innerhalb kürzester Zeit skalieren können, ,zum Beispiel wenn die Jahresabschlüsse Lastspitzen erzeugen, die innerhalb von Minuten abgefangen werden können. Außerdem dürfen die Systeme auch bei ungeplanten Ausfällen von Komponenten, die selbst im Mainframe vorkommen, nicht in die Knie gehen. „Ein System, das einmal in Betrieb geht“, so Hauser, „wird bis zum nächsten Technologiewechsel nicht mehr ausgeschaltet.“

Außerdem stellt sich die Fiducia IT AG im Jahresturnus einem Benchmark; die jüngsten Ergebnisse eines Vergleichs unter den 25 besten Gartner-Kunden, der beispielsweise misst, wie viel Ressourcen (auch Strom und Manpower) pro Managed MIPS aufgewendet werden muss, erschien am 7. Februar. Nach wie vor steht Fiducia glänzend da.

Erfolg und Wehmutstropfen

Schließlich zählen die Kosten, die der Dienstleister an seine internen und externen Kunden weitergeben muss. In einem gesonderten Benchmarking bezogen auf die umzulegenden Kosten pro Bankarbeitsplatz schneidet die Fiducia seit Jahren immer am besten ab.

Da gibt es kein Ausruhen. Die Prüfung, welche Tools, welche Systeme tatsächlich gebraucht werden und wirtschaftlich sind, läuft permanent und nicht zwangsläufig auf die Mainframe-Werkzeuge hinaus.

Trotzdem oder auch gerade weil der Einsatz von Mainframes derart wichtig für das Geschäft der Fiducia IT AG ist, sah sich das Unternehmen mit einem potenziell riesigen Problem konfrontiert: dem fehlenden Nachwuchs.

„Wir haben noch mit Lochkarten gearbeitet“, sagt Abteilungschef Hauser und setzt hinzu: „Das beschreibt die Generation, der wir angehören.“ Außerdem habe die Mainframe- Abteilung aus einem Verbund an Leuten bestanden, die höchstens fünf Jahre auseinander lagen. Nun, ab 2016 werden gleich mehrere Mainframer in Rente gehen. „Wir sind gemeinsam gealtert“, so der Chef.

Lochkarte im 80-Spalten-Format nach IBM-Standard aus dem Bestand der Faun GmbH
Lochkarte im 80-Spalten-Format nach IBM-Standard aus dem Bestand der Faun GmbH
(Bild: GIZEH Werke - Dr. Alexander Mayer/ Wikipedia)

Das Problem war nur zum Teil hausgemacht. Denn immerhin prophezeien Analysten inzwischen schon Jahrzehnte lang das nahe Ende der Mainframes. Schon im Frühjahr 1989 titulierten die US-Medien „Forbes“ und „New York Times“ die Großrechner als „Dinosaurier.“

(ID:42960756)