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Blasenbildung?
Ist auch die Cloud eine Blase? Ein ähnliches Konzept floppte ja vor zehn Jahren – ASP: Applikation Service Providing.
Allerdings ist der jetzige Ansatz – SaaS (Software-as-a-Service) in Kombination mit Web-Services im Rahmen einer Service-orientierten Architektur (SOA) – zum einen nicht mehr so radikal, da nicht zwingend die komplette Applikation bereit gestellt wird. Zum anderen sind die Internet-Bandbreiten inzwischen weitaus höher und dank Web-Techniken wie Ajax (Asynchronous Javascript and XML) können diese zudem besser genutzt werden.

Blasenverdächtig ist hingegen die Tatsache, dass „Cloud Computing“ erst seit etlichen Monaten hierzulande überhaupt ein Begriff ist (Klick auf Screenshot zur Vergrößerung). Noch blasenverdächtiger wird Cloud Computing durch eine aktuelle Umfrage des IT-Projekt- und -Job-Portals Gulp. „Cloud Computing“ klingt für über zwei Drittel der befragten IT-Projektanbieter nach einer Luftblase. Etwas optimistischer äußerten sich in der Umfrage unter 350 Personen die Freiberufler: Von diesen gaben 47 Prozent an, dass der Trend ernst zu nehmen sei. Aber immerhin ist Cloud Computing auch für 53 Prozent dieser Gruppe ein Marketing-Buzzword.
Noch kritischer äußerten sich die Umfrageteilnehmer lediglich zu „Enterprise-mash-ups“ und „Social Software“ sowie „Enterprise 2.0“. 72 Prozent der Projektanbieter und 66 Prozent der Freelancer halten Social Networks – Beispiele sind Twitter, Weblogs und weitere Online-Communities – für nicht zukunftsrelevant. Enterprise-mash-ups, also kleine Internet-Anwendungen für spezifische Aufgaben, stufen 78 Prozent der IT-Freiberufler und sogar 87 Prozent der Projekt-Anbieter als irrelevant ein.
Tatsache ist, dass sich die Vorteile von Cloud-Computing durch tendenziell sinkende Hardware-Preise relativieren und vielerorts große Bedenken gegen eine externe Datenhaltung bestehen.
Tatsache ist aber auch, dass Software-Hersteller in hohem Maße ihre Produkte und Partner-Programme umstellen, vor allem aber, dass die Umsätze in diesem Bereich stetig ansteigen. Das bestechende Argument lautet: „Sie müssen nur online sein, den Rest erledigt ihr Provider“ klingt sehr verlockend, und den Bedenken gegen externe Datenhaltungen stehen sichere Rechenzentren gegenüber.
Fazit
Die Wahrheit liegt in der Mitte: Das On-premise-Modell hat freilich eine Zukunft. Aber Cloud-Computing wird vielerorts Altbewährtes umkrempeln. Auch wenn der Hype rund um Bereitstellungsmodelle aus der Cloud etwas übertrieben sein mag: Nach dem Platzen der Dotcom-Blase hat man dem Internet ja auch nicht den Rücken gekehrt.
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