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Thin-Client-Anbieter Igel will in Europa kräftig zulegen

Fachkräftemangel bremst Expansion von Igel

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Martin Fryba / Martin Fryba

Igel-Manager Dirk Dördelmann (links) und Frank Lampe: „Cloud“-Pioniere haben angesichts des Cloud-Hypes gut lachen.
Igel-Manager Dirk Dördelmann (links) und Frank Lampe: „Cloud“-Pioniere haben angesichts des Cloud-Hypes gut lachen.

Alter Wein in neuer Wolke: ASP oder Server-based-Computing heißt jetzt Cloud. Über sprachliche Moden kann Thin-Client-Hersteller Igel gut lachen, andere Trends dagegen findet das Management nicht lustig.

Jahrelang musste Frank Lampe dem Fachhandel mühsam vermitteln, was es mit Server-based-Computing auf sich hat und welche Vorteile eine Thin-Client-Infrastruktur für Anwender mit sich bringt. Heute ist die Technologie im Channel weitgehend bekannt, wird von immer mehr Kunden eingesetzt, ist aber aus der Mode gekommen – verbal zumindest. „Wir müssen schon über diesen Namens-Hype schmunzeln“, sagt Lampe, Marketingleiter bei Hersteller Igel. Die Branche brauche eben „neue Stories“, meint der Manager und Autor von Fachbüchern. Cloud, das ist für ihn „alter Wein in neuer Wolke“. Solange aber die Geschäfte mit Thin-Clients gut laufen, kann ihm die Terminologie egal sein. Im Grunde ist die Server-based-Technologie, wie ASP (Application Service Providing) oder SaaS (Software as a Service), ein Vorreiter gehosteter Anwendungen, Igel also eine Art Cloud-Pionier, wenn man so will. In den vergangenen Jahren hat vor allem die Virtualisierung der Branche einen zusätzlichen Schub gegeben.

Zweistellige Margen möglich

Der Thin-Client-Markt ist innerhalb des eher margenschwachen PC-Geschäfts zwar noch immer eine Nische, die aber durchaus ihre Vorteile für den Channel hat. Je nach Projektgröße seien knapp zweistellige Margen drin, beteuert Lampe. Die Hälfte der bei Igel gekauften Geräte stellten Reseller ihren Kunden zum Listenpreis in Rechnung. 175.000 Thin-Clients hat der im deutschen Markt führende Thin-Client-Hersteller Igel vergangenes Jahr verkauft, insgesamt wurden weltweit 4,4 Millionen abgespeckte PCs verkauft. Tendenz steigend. Igel ist vor allem im Vergleich zum weltweiten Marktführer HP nicht der günstigste Hersteller, kann aber zum Vorteil der über 500 Vertriebspartner dank regelmäßiger Softwareinnovationen die Preise nicht nur weitgehend stabil halten, sondern sogar leicht erhöhen.

Fachkräfte fehlen

Große Wachstumschancen sieht Igel-Geschäftsführer Dirk Dördelmann hauptsächlich in Österreich. Dort konnte Igel in den letzten Jahren um über ein Drittel zulegen, der Jahresüberschuss 2010 betrug knapp 3,4 Millionen Euro. Bereits 40 Prozent der Erlöse stammen aus dem europäischen Ausland, wo die zur traditionsreichen Melchers-Gruppe gehörenden Bremer auch künftig noch deutlich wachsen wollen, wäre da nicht der allseits beklagte Fachkräftemangel. „Wir könnten schneller wachsen, aber es fehlen gute und qualifizierte Mitarbeiter“, sagt Dördelmann. Den Manager trifft der Mangel vor allem an Ingenieuren besonders hart, denn Dördelmann leitet seit 2001 die technische Entwicklung und das Produktmanagement am Igel-Standort in Augsburg. Sein Karriereweg indes könnte ein Vorbild für mehr Aus- und berufliche Fortbildung in IT-Unternehmen sein und damit Investitionen in die Köpfe von morgen. Über 17 Jahre Berufserfahrung im Bereich Server-based Computing sowie in der Entwicklung von Terminals und Thin-Clients hat Dördelmann auf dem Buckel. Anfang 2011 wurde er gemeinsam mit Andreas Schönduve in die Geschäftsführung berufen, um das Führungsduo Heiko Gloge und Nicolas Helms beim internationalen Wachstum zu unterstützen. ?

Ergänzendes zum Thema
 
Fachkräftemangel bremst IT-Wachstum

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