Kontron D3723-R mITX Embedded-Board mit AMD Ryzen R2000

Von Klaus Länger

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Aus Deutschland stammt das Embedded-Mainboard Kontron D3723-R. Als Prozessor ist hier eine AMD-Ryzen-R2000-APU aufgelötet. Das in vier Varianten hergestellte Board ist vor allem für grafikintensive Anwendungen ausgelegt.

Das Mini-ITX-Mainboard D3723-R von Kontron ist mit vier unterschiedlichen Ryzen-R2000-APUs lieferbar, die sich durch die Zahl der Prozessorkerne und der Leistung der integrierten Radeon-Vega-Grafikeinheit unterscheiden. Je nach Version bietet das Mainboard drei oder vier DisplayPort-1.4-Anschlüsse mit Kompatibilität zu HDMI und DVI.
Das Mini-ITX-Mainboard D3723-R von Kontron ist mit vier unterschiedlichen Ryzen-R2000-APUs lieferbar, die sich durch die Zahl der Prozessorkerne und der Leistung der integrierten Radeon-Vega-Grafikeinheit unterscheiden. Je nach Version bietet das Mainboard drei oder vier DisplayPort-1.4-Anschlüsse mit Kompatibilität zu HDMI und DVI.
(Bild: Stefan Huber )

Mit dem Slogan „Mainboards made in Germany” machte Fujitsu vor der Schließung des Augsburger Werks Werbung für die eigenen Mainboards. Aus deutscher Entwicklung und Fertigung stammt auch die Mini-ITX-Platine D3723-R, die Kontron auf der Embedded World in Nürnberg präsentiert. Dass die Modellbezeichnung an Fujitsu-Mainboards erinnert, ist kein Zufall, denn Kontron hat seinerzeit die Fertigung der Fujitsu-Industriemainboards nebst einem großen Teil des Entwicklungs- und Sales-Teams übernommen. Die Platinen wurden noch eine Zeit lang unter dem Fujitsu-Brand verkauft.

Embedded-Board mit Zen+Prozessor

Das Kernstück des D3723-R ist ein Prozessor aus AMDs brandneuer Ryzen-R2000-Serie, die der CPU-Hersteller ebenfalls auf der Embedded World zeigt. Da AMD, den auf dem Board verlöteten R2000 in vier Varianten anbieten wird, gibt es die vier verschiedenen Mainboard-Modelle D3723-R1 bis R4, die alle für den Einsatz unter erschwerten Umweltbedingungen ausgelegt sind. Als Einsatzbereiche nennt Kontron Anwendungen mit höheren Anforderungen an die Grafik wie etwa Industrie-PCs, Thin Clients, medizinische Displays oder Geldspielautomaten.

Auf dem D3723-R1 sitzt als APU der Dual-Core-Prozessor Ryzen R2312 mit einer integrierter Radeon-Vega-GPU, die mit drei Compute-Units (CU) arbeitet. Der ist für 12 bis 25 Watt TDP ausgelegt. Das D3723-R1 ist als einziges Board der neuen Familie nur mit drei DisplayPort-Ausgängen ausgerüstet. Mit vier Cores und einer GPU mit sechs CUs wartet der Ryzen R2314 auf dem D3723-R2 auf. Hier liegen die unterstützten TDP-Limits zwischen 12 und 35 Watt. Eine integrierte Grafikeinheit mit acht CUs bieten die Quad-Core-CPUs Ryzen R2514 und R2544 auf den Mainboards D3723-R3 und R4. Der Unterschied zwischen den CPUs liegt in ihrer Dauerleistung: Der R2514 arbeitet mit einem Basistakt von 2,1 GHz und ist auf 12 bis 35 Watt TDP ausgelegt, der R2544 konsumiert zwischen 35 und 54 Watt, liefert aber mit einem Basistakt von 3,35 Watt eine höhere Performance ohne Turbo-Boost. Auch die GPU arbeitet beim R2544 mit höherem Takt.

Die Mini-ITX-Boards der D3723-R-Serie sind alle mit zwei SO-DIMM-Sockeln für bis zu 32 GB DDR4-SDRAM mit ECC-Unterstützung bestückt und bieten einen M.2-Key-M-Steckplatz mit PCIe-Gen4-Unterstützung für NVMe-SSDs sowie einen weiteren M.2-Key-M-Sockel für PCIe-3.0- oder SATA-SSDs. Zusätzlich sind noch zwei SATA-Ports, ein Steckplatz für eine Mini-PCIe-Karte, sowie ein PCIe-x4-Slot an Bord. Displays können nicht nur über die DisplayPorts mit DP++-Unterstützung, sondern über eine Dual-Channel-LVDS-Schnittstelle mit 24 Bit sowie über einen Embedded DisplayPort mit 4K-Unterstützung angeschlossen werden. Für die LAN-Verbindung stehen zwei GbE-Ports bereit, die an einem Intel i210 und einem Realtek RTL8111H hängen. Die Liste der Schnittstellen für externe Geräte umfasst neben zwei USB-3.1-Gen2- und zwei USB-3.1-Gen1-Buchsen noch zwei serielle Schnittstellen, von denen eine neben RS232 auch noch RS422 sowie RS485 unterstützt. Auf der Platine sitzen noch Header für zwei weitere RS232-Ports, zwei USB-3.1-Gen1-Ports sowie eine Buchse für einen USB-2.0-Stick. Die Spannungsversorgung mit 8-36 Volt erfolgt entweder über ein externes oder ein internes Netzteil. Die Betriebssystemunterstützung umfasst Windows 10, Windows 11 oder Linux. Das AMI-Aptio-UEFI-BIOS ist durch Kontron angepasst und mit einem Hardware-Watchdog kombiniert, der den Bootvorgang und den laufenden Betrieb im Auge behält.

Ein passendes Gehäuse bietet Kontron mit dem Smartcase S711 ebenfalls an.
Ein passendes Gehäuse bietet Kontron mit dem Smartcase S711 ebenfalls an.
(Bild: Kontron )

Zwei Modelle erst im vierten Quartal

Die Modelle D3723-R1 und R2 sollten zeitnah verfügbar sein, da AMD die Prozessoren bereits liefert. Die Varianten D3723-R3 und R4 folgen im vierten Quartal, da die APUs erst dann zur Verfügung stehen. Kontron bietet neben diversem Zubehör wie CPU-Kühlern, Netzteilen Riserkarten und einem TPM-2.0-Modul mit dem Smartcase S711 auch ein passendes Mini-ITX-Gehäuse mit Wandhalterung und einem Steckplatz für PCIe-Low-Profile-Karten an.

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