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Abwärtstrend gestoppt
Die Mechanismen des Marktes machten bei den Stundensätzen der IT-Freiberufler in den vergangenen Quartalen keinen Halt. Als Projekte verschoben wurden, sank die Nachfrage an externen IT-Fachkräften bei gleichbleibendem Angebot. Tendenziell sind sinkende Stundensätze die Folge. Wobei diese Rechnung zu pauschal ist, denn ob es sich um eine gute oder eine schlechte Zeit im IT-Projektgeschäft handelt, ist eine subjektive Einschätzung, die von vielen Faktoren abhängt. Ob es überhaupt eine Krise auf dem IT-Projektmarkt gab und ob sie inzwischen vorbei ist oder das nächste Tal bereits bevorsteht, beantworten IT-Profis sehr unterschiedlich. Die Frage nach der persönlichen Bilanz des Geschäftsjahres 2009 wurde von IT-Freiberuflern mit Gulp-Profil vor kurzem jedenfalls sehr polarisierend beantwortet. 39 Prozent sahen die Bilanz negativ, 55 Prozent positiv. Nur sechs Prozent blieben neutral, obwohl die Wahrheit laut Volksmund in der Mitte liegen müsste.
Das eingangs beschriebene Wachstum an Projektanfragen hat Anfang 2010 dann auch dazu geführt, dass sich die Stundensätze wieder tendenziell erhöht haben, auf derzeit durchschnittlich 71 Euro.
Wie nachhaltig der Aufschwung im vergangenen Dreivierteljahr ist, kann aber auch Gulp-Chef Moser noch nicht sagen. Die Stimmung unter den IT-Freiberuflern sei jedenfalls gut.
Top-Skills auf dem Radar
Die Frage nach den Top-Skills im IT-Projektgeschäft betrachtet Moser differenziert. Dauerhaft nachgefragt wird vor allem Know-how in den Bereichen SAP, Java, C, beziehungsweise C++ und im Datenbank-Bereich vor allem SQL und Oracle.
Dauerhaft nachgefragt heißt aber nicht, dass hier die höchsten Stundensätze erzielbar sind, denn wie auf jedem Marktplatz bestimmt nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot den Preis. Das zeigt sich beispielsweise bei der Nachfrage nach Betriebssystem-Skills (Kasten rechts). Windows ist weiter verbreitet als Unix, daher ist die Nachfrage höher (Platz 1). Die Nachfrage nach Unix-Skills belegt hingegen den dritten Platz im Ranking. Da es aber weitaus weniger Unix-Spezialisten auf dem Freiberufler-Markt gibt, liegen die durchschnittlichen Stundensätze hier aktuell sieben Euro höher, bei 70 Euro. Ein extremeres Beispiel, das in diese Kerbe schlägt, ist Cobol-Know-how. Das Problem dabei: Was nutzen hohe Stundensätze, wenn es an Aufträgen mangelt?
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