Qualtrics-Studie Die Arbeitsmoral sinkt

Von Heidi Schuster

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Die Arbeitsmoral ist niedriger als vor den Krisenjahren. Das zeigt eine Studie von Qualtrics. Während 50 Prozent der Europäer eine offene und ehrliche Unternehmenskultur nach der Pandemie erleben, sieht die verbleibende Hälfte eine Verschlechterung.

Durch die Pandemie hat sich eine große Kluft in Unternehmenskulturen aufgetan.
Durch die Pandemie hat sich eine große Kluft in Unternehmenskulturen aufgetan.
(Bild: Vadym - stock.adobe.com)

Die Pandemie hat vieles verändert, so auch die Unternehmenskulturen, wie eine Umfrage von Qualtrics zeigt. In der Untersuchung gab die Hälfte der befragten Arbeitnehmer in Europa an, dass sich die Pandemie positiv auf ihre Unternehmenskultur ausgewirkt hat (Frankreich 50 %, Deutschland 48 %, Großbritannien 62 %). Damit sieht die verbleibende Hälfte allerdings eine Verschlechterung.

Wer in den vergangenen zwei Jahren eine positive Veränderung erlebt hat, gab an, dass eine offene und ehrliche Kommunikation der Organisation und das Gefühl, gehört zu werden, den Unterschied gemacht haben. Auch sagten mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in allen Märkten, dass die verstärkte Kommunikation seitens des Unternehmens wichtig ist (Frankreich: 55 %, Deutschland: 56 %, Großbritannien: 59 %).

Wichtige Faktoren für eine positive Arbeitskultur sind darüber hinaus Führungskräfte, die gut zuhören (Frankreich: 51 %, Deutschland: 50 %, Großbritannien: 59 %) und sich selbst um Mitarbeiter kümmern (Frankreich: 47 %, Deutschland: 48 %, Großbritannien: 56 %). Während der Pandemie war es oftmals nicht möglich, sich persönlich auszutauschen. Manager verlagerten daher die Kommunikation auf digitale Kanäle und intensivierten diese sogar. Mitarbeiter fühlten sich dadurch besser verstanden und erlebten eine höhere Empathie.

Negative Veränderungen

Auf die Frage nach den negativen Veränderungen in der Unternehmenskultur seit Beginn der Pandemie, nannten die Befragten vor allem mehr Uneinigkeit unter den Kollegen (Frankreich: 15 %, Deutschland: 15 %, Großbritannien: 11 %) und eine niedrige Arbeitsmoral. Diese wurde in Großbritannien noch deutlicher empfunden (19 %) als in Frankreich (10 %) und Deutschland (12 %).

Weniger als ein Fünftel der Befragten sind der Meinung, dass sie in den vergangenen zwei Jahren eine bessere Work-Life-Balance erreicht haben (Frankreich: 18 %, Deutschland: 15 %, Großbritannien: 19 %). Darüber hinaus gaben einige Befragte an, dass das Wohlbefinden der Mitarbeitenden keine Rolle mehr spielt (Frankreich: 20 %, Deutschland: 18 %, Großbritannien: 17 %). Dies zeigt, dass Unternehmen und Führungskräfte mehr tun müssen, um Talente zu halten, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten mit einer 4-Tage-Woche. Entscheidend ist, das Gespräch mit Mitarbeiter zu suchen und auf ihr Feedback zu reagieren, meint Qualtrics.

Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten sind jedoch vielversprechend: Für mehr als die Hälfte der Befragten trägt Arbeit zu ihrer persönlichen Erfüllung bei (Frankreich: 54 %, Deutschland: 51 %, Großbritannien: 58 %). Dies unterstreicht: Werden Mitarbeiter wertgeschätzt, angemessen gefordert und fühlen sich unterstützt, steigt die Arbeitsmoral und die Unternehmenskultur wird gefördert.

„Verbesserte Kommunikation ist ein klarer Motor für die Verbesserung der Unternehmenskultur. Die Aufgabe der Führungskräfte besteht darin, zur richtigen Zeit richtig zuzuhören und auf diese Informationen zu reagieren, um sicherzustellen, dass ihre Mitarbeiter engagiert bleiben“, so Dr. Roland Abel, Head of Employee Experience (EX) Solution Strategy DACH.

Über die Studie

Die Studie wurde zwischen dem 7. April und dem 1. Mai 2022 unter 3.209 Befragten in Großbritannien (n=1.170), Frankreich (n=1.021) und Deutschland (n=1.018) durchgeführt. Die Befragten waren mindestens 18 Jahre alt und in Vollzeit beschäftigt. Antworten von Befragten, die die Qualitätsstandards nicht erfüllten, wurden nicht berücksichtigt.

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