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IoT-Technologien und Prognosen bis 2023

Die 10 wichtigsten strategischen IoT-Trends

| Autor: Lisa Jasmin Nieberle

Gartner gibt CIOs Tipps, welche IoT-Technologien und -Trends sich bis 2023 durchsetzen werden.
Gartner gibt CIOs Tipps, welche IoT-Technologien und -Trends sich bis 2023 durchsetzen werden. (Bild: Pixabay / CC0)

CIOs werden in den nächsten fünf Jahren für deutlich mehr Aufgaben zuständig sein als heute. Laut Gartner sollten sie deshalb vor allem zehn IoT-Trends im Auge behalten. Dazu zählen unter anderem Künstliche Intelligenz (KI) oder die Entwicklung neuer Sensoren und Chips.

Im Rahmen des Gartner Symposiums/ITxpo in Barcelona beschäftigen sich Analysten mit den Chancen und Schwierigkeiten des Internet of Things (IoT). Nick Jones, Research Vice President bei Gartner, betont, dass das IoT auch in den nächsten Jahren neue Möglichkeiten für Innovationen bieten wird, von denen viele durch neue oder verbesserte Technologien ermöglicht werden. „CIOs, die diese innovativen IoT-Trends berücksichtigen und beherrschen, haben die Möglichkeit, digitale Innovationen in ihrem Unternehmen voranzutreiben.“ IT-Entscheider müssten außerdem dafür sorgen, dass sie über ausreichend Skills und Partner verfügen. Fest steht: Auf CIOs kommen in den nächsten Jahren eine große Zahl neuer Aufgaben zu.

Das sind laut Gartner die 10 strategischen IoT-Technologien und -Trend bis 2023:

  • 1. Künstliche Intelligenz: Die Analysten prognostizieren, dass bis 2019 14,2 Milliarden „vernetzte Dinge“ im Einsatz sein werden; bis 2021 soll die Zahl auf 25 Milliarden steigen. Damit geht ein immenses Datenvolumen einher. „Daten sind der Treibstoff, der das IoT antreibt. Die Fähigkeit eines Unternehmens, daraus Bedeutung abzuleiten, wird seinen langfristigen Erfolg bestimmen“, sagt Jones. „KI wird auf eine Vielzahl von IoT-Informationen angewendet, einschließlich Videos, Bilder, Sprache, Netzwerk-Traffic-Aktivitäten und Sensordaten.“ Die KI-Technologielandschaft ist komplex und wird es auch bis 2023 bleiben. Trotz der Komplexität soll es auch in Zukunft möglich sein, mit KI gute Ergebnisse zu erzielen. Infolgedessen ist es laut Gartner Aufgabe der CIOs, Unternehmen mit entsprechenden Tools und Skills aufzubauen, die KI in die IoT-Strategie integrieren können.
  • 2. Soziales, rechtliches und ethisches IoT: Mit zunehmender Reife des IoT werden soziale, rechtliche und ethische Fragen wichtiger. Dazu zählen unter anderem die Herkunft von Daten und deren Weiterverarbeitung, Datenschutzaspekte wie etwa die DSGVO oder Verzerrungen durch Algorithmen. „Der erfolgreiche Einsatz einer IoT-Lösung erfordert, dass sie nicht nur technisch effektiv, sondern auch sozial akzeptabel ist“, so Jones. „CIOs müssen sich und ihre Mitarbeiter daher in diesem Bereich weiterbilden und die Bildung von Gruppen wie zum Beispiel Ethikräten in Betracht ziehen, um die Unternehmensstrategie zu überprüfen.“ Außerdem sollten CIOs Schlüsselalgorithmen und KI-Systeme von externen Beratungsfirmen überprüfen lassen.
  • 3. „Infonomics“ und Data Broking: Den Analysten zufolge wird der Kauf und Verkauf von IoT-Daten zu einem wichtigen Bestandteil vieler IoT-Systeme. Bereits die Gartner-Umfrage zu IoT-Projekten 2017 ergab, dass 35 Prozent der Befragten gesammelte Daten schon verkaufen oder dies in Zukunft vorhaben. Der „Infonomics“-Ansatz erweitert diese Monetarisierung, indem er die Daten als strategischen Geschäftswert betrachtet, der auch in der Unternehmensrechnung auftaucht. CIOs kommt laut Gartner in diesem Zusammenhang die Aufgabe zu, ihre Unternehmen über die Chancen und Risiken im Umgang mit Data Broking aufzuklären.
  • 4. Von Intelligent Edge hin zu Intelligent Mesh: Der Wechsel von zentralen Cloud- zu Edge-Architekturen ist im vollen Gange. Ein Ende ist aber noch nicht in Sicht: Die Schichten, die mit der Kernarchitektur verbunden sind, werden sich zu einer unstrukturierten Architektur entwickeln, die aus einem breiten und vernetzten Spektrum aus „Dingen“ und Diensten besteht. Diese sogenannten Mesh-Architekturen sollen flexiblere, intelligentere und schnellere IoT-Systeme ermöglichen. CIOs müssen sich auf die Auswirkungen dieser Architekturen auf die IT-Infrastrukturen vorbereiten.
  • 5. IoT-Governance: Die angemessene Erstellung, Speicherung und Nutzung von Informationen bei IoT-Projekten gewinnt an Bedeutung. Die IoT-Governance reicht dabei von einfachen technischen Aufgaben wie etwa Firmware-Updates bis hin zu komplexeren Angelegenheiten wie etwa die Steuerung von Geräten. CIOs müssen auch hier die Aufklärung über Governance-Fragen übernehmen und gegebenenfalls in Personal und Technologien investieren.
  • 6. Sensor-Innovationen: Bis 2023 wird sich der Sensormarkt kontinuierlich weiterentwickeln. Neue Sensoren können laut Gartner größere Bandbreiten verarbeiten und neue Anwendungen unterstützen, während aktuelle Sensoren erschwinglicher werden. CIOs sollten dafür sorgen, dass ihre Teams Innovationen im Blick haben, um geschäftsrelevante Sensoren zu identifizieren.
  • 7. Trusted Hardware und Betriebssysteme: Umfragen zeigen immer wieder, dass die Sicherheit für Unternehmen, die IoT-Systeme einsetzen, das wichtigste Anliegen ist. „Bis 2023 erwarten wir jedoch den Einsatz von Hard- und Software-Kombinationen, die zusammen zuverlässigere und sicherere IoT-Systeme schaffen. Wir empfehlen CIOs, mit den Chief Information Security Officers zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die richtigen Mitarbeiter in die Überprüfung aller Entscheidungen einbezogen werden“, erklärt Jones.
  • 8. Neue IoT User Experiences: Die IoT User Experience (UX) wird vornehmlich von vier Faktoren beeinflusst: neue Sensoren, neue Algorithmen, neue Erlebnisarchitekturen sowie soziale Erfahrungen. UX-Designer sind in Zukunft gezwungen, neue Technologien zu verwenden, da die Zahl an Interaktionen, die ohne Bildschirme und Tastaturen auskommt, zunimmt.
  • 9. Silizium-Chip-Innovationen: „Derzeit verwenden die meisten IoT-Endpoint-Geräte herkömmliche Prozessorchips, wobei besonders stromsparende ARM-Architekturen beliebt sind. Traditionelle Speicherarchitekturen eignen sich jedoch nicht für alle Aufgaben, die Endpoints zu erfüllen haben. Zum Beispiel ist die Leistung von Deep Neural Networks (DNNs) oft durch die Speicherbandbreite und nicht durch die Rechenleistung begrenzt“, kommentiert Jones. Die Experten gehen davon aus, dass neue Spezial-Chips den Stromverbrauch für den Betrieb von DNNs senken. CIOs sollten Silizium-Chips im Auge behalten, da beispielsweise eingebettete KI-Funktionen die Entwicklung von innovativen Produkten ermöglichen.
  • 10. Neue drahtlose Netzwerktechnologien für das IoT: IoT-Netzwerke müssen eine Reihe konkurrierender Anforderungen erfüllen, die unter anderem Bandbreite, Stromverbrauch, Betriebskosten oder Reichweite betreffen. Keine Netzwerktechnologie kann all dies alleine bedienen; allerdings können neue IoT-Netzwerktechnologien Wahlmöglichkeiten bieten. CIOs sollten unter anderem 5G und die kommende Generation Satelliten im Blick haben.
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