Überraschung auf der Hauptversammlung Devil-Vorstand wird entmachtet

Redakteur: Harry Jacob

Völlig überraschend haben die Vorstände der Devil AG, Axel Grotjahn und Torsten Matthies, ihre Jobs verloren. Die Hauptversammlung der Aktionäre, die von Tulip-Managern dominiert wird, hat einen neuen Chef eingesetzt: Joost Bruyn.

Firmen zum Thema

Axel Grotjahn wurde auf der Hauptversammlung der Devil AG, in der die Tulip-Manager die Mehrheit haben, überraschend als CEO abgesetzt.
Axel Grotjahn wurde auf der Hauptversammlung der Devil AG, in der die Tulip-Manager die Mehrheit haben, überraschend als CEO abgesetzt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit wenigen, dürren Worten hat Distributor Devil aus Braunschweig gestern abend eine kleine Sensation verkündet: Devil-Mitbegründer Axel Grotjahn, bislang als Vorstandsvorsitzender aktiv, muss seinen Posten räumen. Ebenso der frischgebackene Finanzvorstand Torsten Matthies, der erst im Dezember seine Arbeit aufgenommen hatte (IT-BUSINESS berichtete). Sein Vorgänger Carsten Schmelzer war zur Tulip Beteiligungs GmbH gewechselt, die zum Mutterkonzern der Braunschweiger gehört.

Bislang hatte nichts darauf hingedeutet, dass der Stuhl der deutschen Devil-Manager wackelt. Noch im November hatte Grotjahn der Redaktion von IT-BUSINESS gemeinsam mit Tulip-Aufsichtsratsvorsitzendem Jip van den Berg von der Tulip Beteiligungs GmbH, Rede und Antwort gestanden, wie es nach dem abgesagten Börsengang weitergehen soll. Die beiden waren sich einig: »Devil ist startklar für Europa«. Damit war sicherlich nicht gemeint, dass die europäischen Nachbarn das Ruder der deutschen Tochter übernehmen. Doch genau das ist nun passiert.

Bildergalerie

Wie das Unternehmen mitteilt, heißt der neue starke Mann bei Devil Joost Bruyn. Der 51-jährige verantwortet als alleiniger Vorstand und CEO ab sofort die operativen Geschäfte des Distributors. Er verfüge über langjährige Erfahrung im europäischen Distributionsmarkt, so der Unternehmenssprecher von Devil. Grotjahn und Matthies sollen nach dessen Angaben das Unternehmen nicht verlassen, sondern »die erfolgreiche Strategie und die ehrgeizigen Ziele des Distributors in veränderten Positionen weiter vorantreiben.«

Auch der Aufsichtsrat wurde neu zusammengesetzt. Nur noch ein Vertreter aus Deutschland gehört dem Gremium an, die restlichen Mitglieder sind wiederum Holländer, die vom Mehrheitsaktionär Tulip entsandt wurden. Der PC-Hersteller, der unter anderem mit dem Brand Conceptronics am Markt vertreten ist, war im November 2006 in Braunschweig eingestiegen. Seitdem sitzt Devil unter dem Tulip-Dach.

Der damalige Geschäftsführer von Devil, Karsten Hartmann, hatte versprochen, dass sich an der Ausrichtung und am Kerngeschäft nichts ändert. Zumindest im ersten Jahr unter dem neuen Eigentümer hatte sich diese Aussage bewahrheitet. Welchen Weg Devil unter der neuen Leitung einschlagen wird, war am Mittwoch abend nicht mehr zu erfahren.

(ID:2019237)