Hacker drohen Sponsoren FIFA-WM mit Attacken

DDoS-Angriffe bedrohen Fußball-WM

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Angriffe auf mehreren Ebenen

Zweitens erfolgen die Angriffe über das Netzwerk auf mehreren Ebenen, beispielsweise zeitgleich auf Domain Name Service (DNS) und andere Dienste wie etwa NTP (Network Time Protocol). Der Abwehrdienst muss sich auf solche Multi-Vektor-Angriffe entsprechend einstellen. Der Kniff besteht dabei darin, möglichst rasch herauszufinden, welcher Angriffs-Vektor nur der Ablenkung dient und welcher der eigentliche Angriff ist.

In der untenstehenden Bildergalerie sehen Sie, wie ein DDoS-Angriff aufgebaut ist und mit welchen Techniken man ihn abwehren kann.

Bildergalerie

Die Grundvoraussetzung, die ein Dienstleister für die DDoS-Abwehr, mit der ihn der Kunde betraut, mitbringen muss, ist ein leistungsfähiges und speziell konfiguriertes Netzwerk. Ein Dienstleister wie die deutsche Firma Link11 leitet die Angriffe über einen cloud-basierten Filter um, der die ungültigen Anfragen vernichtet und so die Gefahr beseitigt, bevor sie das Rechenzentrum eines Kunden beeinträchtigen kann.

Intelligenz ist gefragt

Dabei kommt es auf die Intelligenz an, mit der der DDoS-Filter agiert. Würde er beispielsweise auf einen Scheinangriff hereinfallen, so wäre sein Einsatz sinnlos, denn der Angriff würde auf einer anderen Ebene erfolgreich verlaufen. Die Intelligenz eines solchen Filters variiert also von Anbieter zu Anbieter. Der Kunde muss herausfinden, worin die Stärke des jeweiligen Anbieters liegt. Eine Liste langjähriger Referenzkunden ist ein guter Hinweis für die Qualität eines Anbieters.

Die nächste Stufe

Unterdessen rüsten Cyberkriminelle wie Anonymous weiter auf. Die DDoS-Angriffe werden insofern intelligenter, als entsprechend präparierte Suchmaschinen-Bots dem Zielserver nun vorspiegeln können, sie seien ein legitimer Browser oder gar ein menschlicher Nutzer. Nicht jeder DDoS-Abwehrdienst oder Cloud-Dienstleister ist auf eine solche Attacke vorbereitet. Die Experten von Link11 erwarten daher ein rasantes Wachstum in diesem Bereich.

In den kommenden Fußball-Wochen werden die DDoS-Schutzanbieter den Internet-Traffic sehr aufmerksam unter die Lupe nehmen. Das eine oder andere Auge wird dabei aber auch auf die Spieleübertragung im Fernsehen gerichtet sein.

Über den Autor

Jens-Philipp Jung ist Geschäftsführer der Link11 GmbH.

(ID:42748870)