Der durch KI-Anwendungen und neue gesetzliche Vorgaben gestiegene Energiebedarf fordert von Rechenzentren neue Lösungen. Welche sechs Trends die Branche prägen werden, hat Tobias von der Heydt von Prior1 zusammengefasst.
Die neuen Lösungen der Zukunft machen Rechenzentren energieeffizienter, nachhaltiger und modularer.
(Bild: Wish Craft Arts - stock.adobe.com / KI-generiert)
Der Markt für den Bau und Betrieb von Rechenzentren steht unter enormem Innovationsdruck: Die wachsende Verbreitung von KI-Anwendungen treibt die Anforderungen an Rechenleistung und Effizienz rasant in die Höhe. Gleichzeitig fordert der Gesetzgeber mit neuen Vorgaben wie dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) eine klare Reduktion des Energieverbrauchs und eine nachhaltige Ausrichtung der Infrastruktur. Hinzu kommen steigende Erwartungen an die Cybersicherheit und Resilienz der Systeme, etwa durch KRITIS und NIS2.
Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, setzen Betreiber auf technologische Innovationen wie fortschrittliche Kühlungslösungen, modulare Bauweisen und die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien. Die Trends des Jahres 2025 machen die Rechenzentren leistungsfähiger, nachhaltiger und flexibler – und damit fit für die Anforderungen der digitalen Zukunft.
Die rapide Zunahme von KI-Anwendungen fordert die Leistungsfähigkeit von Rechenzentren heraus, vor allem durch den Einsatz moderner GPUs für rechenintensive Modelle. Diese GPUs verlangen hohe Energiemengen (bis zu 100 Kw pro Rack) und erzeugen beträchtliche Abwärme, wodurch herkömmliche luftgekühlte Systeme an ihre Grenzen stoßen.
Für die Bewältigung dieser Herausforderung wird Direct Liquid Cooling (DLC) zunehmend wichtiger. DLC nutzt Wasser oder spezielle Kühlflüssigkeiten, um die Wärme von CPUs und GPUs effizient abzuführen und die Systemleistung langfristig zu gewährleisten. Neben einer verbesserten Kühlung eröffnet DLC auch neue Wege für mehr Nachhaltigkeit, indem die Abwärme beispielsweise für Heizungszwecke genutzt werden kann. Rechenzentrenbetreiber profitieren von der Flüssigkeitskühlung, da sie sowohl leistungsstarke KI-Anwendungen unterstützt als auch die Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erfüllt. Damit wird DLC zu einem essenziellen Bestandteil für zukunftsfähige Rechenzentren.
Im Rechenzentrumsbau spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle, bedingt durch gesetzliche Vorgaben, steigende Energiekosten und den Druck zur CO₂-Reduktion.Maßnahmen wie die Nutzung erneuerbarer Energien und moderner Speichertechnologien sind entscheidend, um eine effiziente und ressourcenschonende Energieversorgung sicherzustellen.Die Weiterverwendung der entstehenden Abwärme gewinnt zunehmend an Bedeutung, um die Energieeffizienz zu steigern. Der Übergang zu energieeffizienten Rechenzentren bietet nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile, wie langfristige Kostenersparnisse und die Attraktivität für umweltbewusste Kunden.Unternehmen, die frühzeitig auf nachhaltige Lösungen setzen, sichern sich somit einen Wettbewerbsvorteil.
Über den Autor:
Tobias von der Heydt ist Geschäftsführer bei Prior1. Das Unternehmen ist Experte bei allen Fragen rund um ein betriebssicheres und effizientes Rechenzentrum, unabhängig von Branchen oder Unternehmensgröße. Das 80 MitarbeiterInnen starke, inhabergeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Sankt Augustin sowie weiteren Niederlassungen in Berlin, Karlsruhe, München und Weitefeld hat sich nicht nur auf die Planung, den Bau, die Wartung und die Ausstattung von Rechenzentren und Serverräumen spezialisiert.
Trend 3: Energieversorgung als Standortvorteil
Der steigende Energiebedarf moderner Rechenzentren, besonders für KI-Anwendungen, stellt die Stromnetze vor große Herausforderungen. In vielen Gebieten sind die Netzkapazitäten bereits ausgeschöpft, weshalb die Energieverfügbarkeit bei der Standortwahl entscheidend wird. Große Rechenzentren bevorzugen zunehmend Regionen mit einer stabilen Stromversorgung und ausreichenden Reserven. Dies bedeutet Standorte mit einer robusten Netzinfrastruktur und Zugang zu grünem Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Solar und Wasser. Betreiber müssen die langfristige Sicherung der Energieversorgung gewährleisten, um Betriebsrisiken zu minimieren und Nachhaltigkeitsanforderungen gerecht zu werden.
Ein Trend geht in Richtung dezentraler Energieerzeugung: Immer mehr Rechenzentrumsbetreiber setzen auf eigene Energiequellen, wie Solaranlagen vor Ort oder Partnerschaften mit erneuerbaren Energieerzeugern. Diese Maßnahmen erhöhen die Autarkie und verbessern die CO₂-Bilanz. Die Energieeffizienz der Rechenzentren bleibt ein Schlüssel: Durch moderne Kühlsysteme, intelligente Lastverteilung und optimierte IT-Infrastrukturen wird der Energieverbrauch gezielt gesenkt, um die verfügbare Leistung effizient zu nutzen.
In einer Welt, in der Energie knapp ist, wird die strategische Standortwahl zum Wettbewerbsvorteil. Regionen mit stabiler und nachhaltiger Energieversorgung ziehen große Betreiber an und werden zu digitalen Infrastrukturknotenpunkten. Investitionen in zukunftssichere Standorte legen die Basis für künftiges Wachstum und einen sicheren Betrieb.
Stand: 08.12.2025
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Die innovative Bauweise des modularen und seriellen Bauens hat sich als effiziente und zukunftssichere Methode für den Bau von Rechenzentren etabliert. Durch die Verwendung vorgefertigter Module, die unter kontrollierten Bedingungen produziert und direkt zur Baustelle geliefert werden, wird die Bauzeit verkürzt und Kosten eingespart. Betreiber profitieren von einer schnelleren Inbetriebnahme, können flexibel auf steigende Kapazitätsanforderungen reagieren und Erweiterungen nahtlos in bestehende Infrastrukturen integrieren.
Diese Flexibilität ist besonders für Unternehmen wertvoll, die auf dynamische Marktveränderungen oder steigende KI-Lasten reagieren müssen. Zudem punktet das modulare Bauen auch in puncto Nachhaltigkeit: Der präzise Materialeinsatz reduziert Verschnitt und Abfall, während ressourcenschonendere Bauteile und nachhaltige Baustoffe wie Holz oder recycelter Stahl die CO₂-Bilanz verbessern. Insgesamt bietet das modulare Bauen Betreibern eine Win-Win-Situation mit geringeren Kosten, kürzeren Bauzeiten, maximaler Flexibilität und Ressourcenschonung – ideal für Rechenzentren, die agil auf die Anforderungen der digitalen Zukunft reagieren möchten.
Neben dem Energieverbrauch rückt zunehmend auch die CO₂-Bilanz der Gebäudekonstruktion in den Fokus von Betreibern und Regulierungsbehörden. Während der Betrieb von Rechenzentren bereits stark auf Effizienz und grüne Energie ausgerichtet wird, steht nun auch die Bauphase vor einem Wandel. In Deutschland und der EU gibt es konkrete Bestrebungen und Vorgaben, die Erstellung einer CO₂-Bilanz für Neubauten verpflichtend zu machen. Damit rücken sowohl die Wahl der Baustoffe als auch die gesamte Bauweise stärker ins Zentrum der Nachhaltigkeitsstrategien.
Ein entscheidender Hebel ist der Einsatz klimafreundlicher Materialien. Alternative Baustoffe wie Holz oder recycelter Stahl gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie im Vergleich zu herkömmlichem Beton und Stahl eine deutlich bessere CO₂-Bilanz aufweisen. Insbesondere Holz überzeugt als nachwachsender Rohstoff, der nicht nur nachhaltiger ist, sondern auch durch seine vielseitige Einsetzbarkeit punktet. Zudem entwickeln Hersteller innovative Materialien, die speziell auf die Bedürfnisse des Rechenzentrumsbaus ausgerichtet sind. Dazu gehören Baustoffe mit geringeren Emissionen in der Herstellung oder recycelbare Materialien, die in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Diese kreislaufwirtschaftlichen Ansätze reduzieren langfristig den ökologischen Fußabdruck und erfüllen die Anforderungen an moderne, nachhaltige Bauprojekte.
Auch die Baulogistik spielt eine Rolle: Effiziente Transportwege und lokale Beschaffung der Materialien tragen dazu bei, Emissionen während der Bauphase zu minimieren. Für Betreiber bedeutet dieser Wandel eine Chance, ihre Nachhaltigkeitsziele bereits in der Planungsphase zu verankern. Rechenzentren, die mit nachhaltigen Baustoffen errichtet werden, setzen nicht nur ein starkes Zeichen für Umweltverantwortung, sondern erfüllen auch zukünftige gesetzliche Vorgaben. Damit wird die CO₂-optimierte Gebäudekonstruktion zu einem entscheidenden Faktor für die zukunftsfähige Entwicklung der Rechenzentrumsbranche.
Der Bedarf an schneller und zuverlässiger Datenverarbeitung wächst stark durch Technologien wie IoT, 5G und autonomes Fahren. Edge-Rechenzentren, oft in modularen Einheiten wie Containern realisiert, nehmen an Bedeutung zu. Sie ermöglichen dezentrale Datenverarbeitung nahe am Endnutzer, reduzieren Latenzzeiten und dienen als Bindeglied zwischen großen Cloud-Rechenzentren und Endanwendungen.
Auch Edge-Rechenzentren müssen zunehmend leistungsfähige KI-Workloads bewältigen und moderne Hardware wie GPU-Server und spezialisierte Netzwerksysteme in kompakte, energieeffiziente Einheiten integrieren. Die modulare Bauweise ermöglicht flexible Skalierung und schnelle Erweiterung bei überschaubaren Investitionskosten. Die Kombination aus Leistung, niedrigen Latenzen und Skalierbarkeit macht Edge- und On-Premises-Rechenzentren zu einem unverzichtbaren Bestandteil der digitalen Infrastruktur, um die steigenden Anforderungen an Echtzeitverarbeitung und KI-Anwendungen effizient und zukunftssicher zu bewältigen.
Rechenzentren als Schlüssel zur digitalen und nachhaltigen Zukunft
Die Trends im Rechenzentrumsbau verdeutlichen den dynamischen Wandel der Branche, geprägt von technologischer Innovation, Nachhaltigkeit und Flexibilität. Der steigende Bedarf an Rechenleistung durch KI-Anwendungen, die Forderung nach energieeffizienten und nachhaltigen Lösungen sowie der Ausbau modularer und dezentraler Infrastrukturen setzen klare Maßstäbe für die Zukunft
Rechenzentren entwickeln sich nicht nur zu leistungsstärkeren und effizienteren Einrichtungen, sondern tragen auch maßgeblich zur Erreichung von Klimazielen und zur technologischen Weiterentwicklung bei. Die Kombination aus innovativer Kühlung, Nutzung erneuerbarer Energien und intelligenter Integration von Edge- und Cloud-Lösungen schafft eine widerstandsfähige, zukunftsfähige Infrastruktur, die den Anforderungen einer zunehmend digitalen Welt gerecht wird. Diese Fortschritte ebnen den Weg für eine digitale Zukunft, die leistungsstark, nachhaltig und flexibel ist. Wer heute die richtigen Technologien und Konzepte einsetzt, wird nicht nur den Anforderungen von morgen gerecht, sondern aktiv die digitale Transformation vorantreiben. Die Zukunft der Rechenzentren ist nicht nur eine technologische Frage, sondern ein entscheidender Faktor für eine nachhaltige und vernetzte Gesellschaft.