Konsolidierte IT-Lösungen für KMU So klappt ganzheitliche Sicherheit auch für den Mittelstand

Ein Gastbeitrag von Pramod Badjate 4 min Lesedauer

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Cyberangriffe treffen nicht mehr nur Großkonzerne, sondern zunehmend auch KMU. Doch gerade dort fehlt es oft an Zeit, Budget oder Knowhow, um angemessen zu reagieren. IT-Sicherheit als integraler Bestandteil kann Komplexität reduzieren.

Integrierte Plattformen konsolidieren IT und Security, können Komplexität und Kosten reduzieren, die zentrale Verwaltung vereinfachen und skalierbaren Schutz liefern – auch für KMU mit kleinen Teams.(Bild:  Azar - stock.adobe.com)
Integrierte Plattformen konsolidieren IT und Security, können Komplexität und Kosten reduzieren, die zentrale Verwaltung vereinfachen und skalierbaren Schutz liefern – auch für KMU mit kleinen Teams.
(Bild: Azar - stock.adobe.com)

In einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft ist Cybersicherheit für Unter­neh­men jeder Grö­ße zu einer geschäftskritischen Aufgabe geworden. Besonders kleine und mittlere Un­ter­neh­men (KMU) stehen unter Druck, da sie denselben Bedrohungen wie große Konzerne ausgesetzt sind, aber selten über vergleichbare personelle oder technische Ressourcen verfügen. Allein in Deutschland entstanden im vergangenen Jahr durch Cyberangriffe laut BKA Schäden in Höhe von 178,6 Millionen Euro. Die Bedrohung ist real – und nimmt immer weiter zu.

Ein zentrales Problem ist, wie die IT-Landschaft in vielen Unternehmen über Jahre hinweg organisch gewachsen ist. Mit zunehmendem Wachstum und neuen Anforderungen wurden häufig verschiedene „Point Solutions“ aufeinandergestapelt, um einzelne Probleme oder re­gu­latorische Vorgaben zu adressieren. Neue Komponenten wurden bei Bedarf ergänzt – oft un­ab­hängig voneinander. Besonders im Bereich der IT-Sicherheit zeigt sich das deutlich. Anstatt eine umfassende Sicherheitsstrategie umzusetzen, werden Lösungen oft zusätzlich auf die be­ste­hen­de Infrastruktur „aufgesetzt“: eine dedizierte Firewall hier, ein separates Security-Dash­board dort, ein weiteres Login für ein weiteres System. Das erhöht nicht nur die Kom­plexi­tät, sondern birgt auch neue Risiken, beispielsweise durch Konfigurationsfehler, mangelnde Transparenz oder unzureichende Verwaltung. Die Folge sind ungenutzte Potenziale und eine trügerische Scheinsicherheit.

Sicherheit als integraler Bestandteil der Infrastruktur

Während große Unternehmen längst in professionelle Abwehrstrategien investieren, fehlen kleinen und mittleren Betrieben häufig die Mittel, das Know-how oder schlicht die Zeit, um strukturiert auf Cyberbedrohungen zu reagieren. Dabei sind gerade sie zunehmend ins Visier von Angreifern geraten – oft, weil ihre Abwehrlücken leicht auszunutzen sind. Ein möglicher Ausweg besteht darin, IT-Sicherheit nicht als isolierte Maßnahme, sondern als integralen Be­standteil einer modernen, cloudbasierten Infrastruktur zu begreifen, die Sicherheit von Anfang an mitdenkt und damit Komplexität reduziert.

Ganzheitliche Netzwerksicherheit beginnt bei der Architektur

Was dabei oft übersehen wird: Moderne Lösungen ermöglichen einen anderen Ansatz. Anstatt Sicherheit als nachgelagerte Schicht zu betrachten, kann sie direkt in die Netzwerkarchitektur integriert werden – sowohl hardware- als auch softwareseitig. Ein integriertes Gateway, das Routing- und Sicherheitsfunktionen vereint, kann zusätzliche Sicherheitsboxen ersetzen. In Kombination mit einer zentralen Cloud-Plattform, über die sowohl das Netzwerk als auch die Security verwaltet werden können, entsteht eine ganzheitliche Lösung. Diese ist deutlich ein­fach­er zu bedienen und bleibt somit auch für kleine IT-Teams oder externe Dienstleister hand­hab­bar. Der administrative Aufwand sinkt spürbar, während die Schutzwirkung steigt.

Solche integrierten Architekturen basieren auf dem Prinzip der Konsolidierung: weniger Hard­ware, weniger Datensilos, weniger separate Oberflächen, aber gleichzeitig mehr Übersicht, bessere Skalierbarkeit und höhere Sicherheit. Besonders die Kombination aus Netz­werk­funk­tio­nalität und Sicherheitskomponenten in einer Plattform eröffnet neue Möglichkeiten. Kon­zep­te wie Secure Access Service Edge (SASE) oder Zero Trust Network Access (ZTNA) lassen sich so auch in kleineren Unternehmen umsetzen, ohne dass der Aufwand oder die Kosten ex­plo­dieren. Dies ermöglicht KMUs den Zugang zu Sicherheitskonzepten, die bisher nur Groß­un­ter­nehmen vorbehalten waren.

Integrierte Plattformen verringern Komplexität

Diese All-in-One-Ansätze sind gezielt auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen sowie von Managed Service Providern (MSP) ausgerichtet, die mit knappen Ressourcen maxi­male Wirkung erzielen müssen. Im Zentrum dieser Lösungen steht nicht mehr das ein­zel­ne Produkt, sondern ein übergreifendes System, das Routing, VPN-Funktionalität, Firewall-Schutz, Zugriffskontrollen und Cloud-basiertes Netzwerkmanagement in einer einheitlichen Archi­tek­tur vereint.

Das zentrale Ziel dabei: eine gemeinsame Verwaltungsoberfläche – eine sogenannte „Single Pane of Glass“ – über die sich alle relevanten Komponenten zentral steuern, überwachen und warten lassen. Das reduziert nicht nur die technische Komplexität, sondern auch den Aufwand für Schulung, Support und laufende Administration. Updates und Sicherheitsrichtlinien lassen sich einheitlich ausrollen, was die Konsistenz erhöht und menschliche Fehler minimiert. Gleich­zeitig bieten solche Systeme die nötige Skalierbarkeit, um mit dem Wachstum eines Un­ternehmens mitzuhalten, ohne dass bei jeder Erweiterung zusätzliche Insellösungen ergänzt werden müssen.

Gerade im Zeitalter verteilter Arbeitsumgebungen, hybrider IT-Infrastrukturen und wachs­en­der Compliance-Anforderungen schaffen integrierte Plattformen einen klaren Vorteil: Sie machen Sicherheit handhabbar – auch für kleine IT-Teams. Für viele KMU ist das nicht nur eine technische Erleichterung, sondern eine Voraussetzung dafür, überhaupt ein ange­messenes Schutzniveau aufrechterhalten zu können.

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Einfachheit als Erfolgsfaktor für sichere IT

Der Markt reagiert auf eine klare Nachfrage: Sicherheit darf kein zusätzlicher Ballast sein. Sie muss Teil des Systems sein. In einer Zeit, in der Fachkräftemangel, Budgetgrenzen und Cyber­risiken gleichzeitig Druck auf die IT-Abteilungen ausüben, ist Einfachheit ein entscheidender Faktor. Denn was nicht einfach zu implementieren und zu betreiben ist, bleibt in der Praxis oft ungenutzt – mit potenziell fatalen Folgen.

Die Zukunft der IT-Sicherheit liegt daher nicht nur in neuen Technologien, sondern auch im richtigen Design: integriert statt isoliert, automatisiert statt manuell, skalierbar statt starr. Gerade für kleinere Unternehmen ist das kein „Nice to have“, sondern längst ein notwendiger Schritt, um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten und ihn sicher zu gestalten.

Über den Autor: Pramod Badjate ist President und CEO bei Netgear for Business.

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