Cyberangriffe treffen nicht mehr nur Großkonzerne, sondern zunehmend auch KMU. Doch gerade dort fehlt es oft an Zeit, Budget oder Knowhow, um angemessen zu reagieren. IT-Sicherheit als integraler Bestandteil kann Komplexität reduzieren.
Integrierte Plattformen konsolidieren IT und Security, können Komplexität und Kosten reduzieren, die zentrale Verwaltung vereinfachen und skalierbaren Schutz liefern – auch für KMU mit kleinen Teams.
(Bild: Azar - stock.adobe.com)
In einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft ist Cybersicherheit für Unternehmen jeder Größe zu einer geschäftskritischen Aufgabe geworden. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen unter Druck, da sie denselben Bedrohungen wie große Konzerne ausgesetzt sind, aber selten über vergleichbare personelle oder technische Ressourcen verfügen. Allein in Deutschland entstanden im vergangenen Jahr durch Cyberangriffelaut BKA Schäden in Höhe von 178,6 Millionen Euro. Die Bedrohung ist real – und nimmt immer weiter zu.
Ein zentrales Problem ist, wie die IT-Landschaft in vielen Unternehmen über Jahre hinweg organisch gewachsen ist. Mit zunehmendem Wachstum und neuen Anforderungen wurden häufig verschiedene „Point Solutions“ aufeinandergestapelt, um einzelne Probleme oder regulatorische Vorgaben zu adressieren. Neue Komponenten wurden bei Bedarf ergänzt – oft unabhängig voneinander. Besonders im Bereich der IT-Sicherheit zeigt sich das deutlich. Anstatt eine umfassende Sicherheitsstrategie umzusetzen, werden Lösungen oft zusätzlich auf die bestehende Infrastruktur „aufgesetzt“: eine dedizierte Firewall hier, ein separates Security-Dashboard dort, ein weiteres Login für ein weiteres System. Das erhöht nicht nur die Komplexität, sondern birgt auch neue Risiken, beispielsweise durch Konfigurationsfehler, mangelnde Transparenz oder unzureichende Verwaltung. Die Folge sind ungenutzte Potenziale und eine trügerische Scheinsicherheit.
Sicherheit als integraler Bestandteil der Infrastruktur
Während große Unternehmen längst in professionelle Abwehrstrategien investieren, fehlen kleinen und mittleren Betrieben häufig die Mittel, das Know-how oder schlicht die Zeit, um strukturiert auf Cyberbedrohungen zu reagieren. Dabei sind gerade sie zunehmend ins Visier von Angreifern geraten – oft, weil ihre Abwehrlücken leicht auszunutzen sind. Ein möglicher Ausweg besteht darin, IT-Sicherheit nicht als isolierte Maßnahme, sondern als integralen Bestandteil einer modernen, cloudbasierten Infrastruktur zu begreifen, die Sicherheit von Anfang an mitdenkt und damit Komplexität reduziert.
Ganzheitliche Netzwerksicherheit beginnt bei der Architektur
Was dabei oft übersehen wird: Moderne Lösungen ermöglichen einen anderen Ansatz. Anstatt Sicherheit als nachgelagerte Schicht zu betrachten, kann sie direkt in die Netzwerkarchitektur integriert werden – sowohl hardware- als auch softwareseitig. Ein integriertes Gateway, das Routing- und Sicherheitsfunktionen vereint, kann zusätzliche Sicherheitsboxen ersetzen. In Kombination mit einer zentralen Cloud-Plattform, über die sowohl das Netzwerk als auch die Security verwaltet werden können, entsteht eine ganzheitliche Lösung. Diese ist deutlich einfacher zu bedienen und bleibt somit auch für kleine IT-Teams oder externe Dienstleister handhabbar. Der administrative Aufwand sinkt spürbar, während die Schutzwirkung steigt.
Solche integrierten Architekturen basieren auf dem Prinzip der Konsolidierung: weniger Hardware, weniger Datensilos, weniger separate Oberflächen, aber gleichzeitig mehr Übersicht, bessere Skalierbarkeit und höhere Sicherheit. Besonders die Kombination aus Netzwerkfunktionalität und Sicherheitskomponenten in einer Plattform eröffnet neue Möglichkeiten. Konzepte wie Secure Access Service Edge (SASE) oder Zero Trust Network Access (ZTNA) lassen sich so auch in kleineren Unternehmen umsetzen, ohne dass der Aufwand oder die Kosten explodieren. Dies ermöglicht KMUs den Zugang zu Sicherheitskonzepten, die bisher nur Großunternehmen vorbehalten waren.
Diese All-in-One-Ansätze sind gezielt auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen sowie von Managed Service Providern (MSP) ausgerichtet, die mit knappen Ressourcen maximale Wirkung erzielen müssen. Im Zentrum dieser Lösungen steht nicht mehr das einzelne Produkt, sondern ein übergreifendes System, das Routing, VPN-Funktionalität, Firewall-Schutz, Zugriffskontrollen und Cloud-basiertes Netzwerkmanagement in einer einheitlichen Architektur vereint.
Das zentrale Ziel dabei: eine gemeinsame Verwaltungsoberfläche – eine sogenannte „Single Pane of Glass“ – über die sich alle relevanten Komponenten zentral steuern, überwachen und warten lassen. Das reduziert nicht nur die technische Komplexität, sondern auch den Aufwand für Schulung, Support und laufende Administration. Updates und Sicherheitsrichtlinien lassen sich einheitlich ausrollen, was die Konsistenz erhöht und menschliche Fehler minimiert. Gleichzeitig bieten solche Systeme die nötige Skalierbarkeit, um mit dem Wachstum eines Unternehmens mitzuhalten, ohne dass bei jeder Erweiterung zusätzliche Insellösungen ergänzt werden müssen.
Gerade im Zeitalter verteilter Arbeitsumgebungen, hybrider IT-Infrastrukturen und wachsender Compliance-Anforderungen schaffen integrierte Plattformen einen klaren Vorteil: Sie machen Sicherheit handhabbar – auch für kleine IT-Teams. Für viele KMU ist das nicht nur eine technische Erleichterung, sondern eine Voraussetzung dafür, überhaupt ein angemessenes Schutzniveau aufrechterhalten zu können.
Stand: 08.12.2025
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Der Markt reagiert auf eine klare Nachfrage: Sicherheit darf kein zusätzlicher Ballast sein. Sie muss Teil des Systems sein. In einer Zeit, in der Fachkräftemangel, Budgetgrenzen und Cyberrisiken gleichzeitig Druck auf die IT-Abteilungen ausüben, ist Einfachheit ein entscheidender Faktor. Denn was nicht einfach zu implementieren und zu betreiben ist, bleibt in der Praxis oft ungenutzt – mit potenziell fatalen Folgen.
Die Zukunft der IT-Sicherheit liegt daher nicht nur in neuen Technologien, sondern auch im richtigen Design: integriert statt isoliert, automatisiert statt manuell, skalierbar statt starr. Gerade für kleinere Unternehmen ist das kein „Nice to have“, sondern längst ein notwendiger Schritt, um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten und ihn sicher zu gestalten.