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Ende des Insolvenzverfahrens in Sicht

Brother will von Kodak Scanner, Software und Services

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Bei Kodak wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Fotofilm erfunden.
Bei Kodak wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Fotofilm erfunden. (Bild: Kodak)

Brother hat ein Übernahmegebot für Teile von Kodaks Digital-Imaging-Geschäft abgegeben. Der Kaufpreis beträgt 210 Millionen US-Dollar in bar sowie die Übernahme von Verbindlichkeiten von 67 Millionen Dollar. Preisanpassungen nach unten sind möglich, sofern bestimmte Kennzahlen nicht erreicht werden.

Seit Januar 2012 läuft das Insolvenzverfahren des Film- und Foto-Pioniers Eastman Kodak Company. Wird man sich mit Brother einig, könnte das Unternehmen noch in diesem Jahr die Insolvenz überwinden und als Druckdienstleister seine Geschäfte aufnehmen. Betroffen von der Insolvenz ist lediglich der amerikanische Mutterkonzern, nicht aber die Tochterfirmen in Deutschland und anderen Ländern.

Der japanische Druckerhersteller Brother will Dokumentenscanner, Bilderfassungssoftware und technische Dienstleistungen aus dem Kodak-Konzern übernehmen, inklusive des Personals, das diese Geschäftsbereiche betreut.

UPDATE: Pläne haben sich zerschlagen

Ende April hat Kodak tatsächlich die genannten Firmenteile veräußert, jedoch nicht an Brother. Die Käufer kommen aus dem eigenen Haus: Der Pensionsfond der britischen Kodak-Mitarbeiter hat sie für einen Kaufpreis von 650 Millionen Dollar erhalten und im Gegenzug Forderungen in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar abgetreten.

Ob der Pensions-Fond die verlustträchtige Sparte selbst wieder auf Kurs bringen will, das Unternehmen – womöglich in kleineren Teil – weiterverkaufen oder einen erfahrenen Partner ins Boot nehmen wird, blieb zunächst unklar.

Warum Brother die Kodak-Teile übernehmen wollte

„Wir sind der Überzeugung, dass der Kauf von Kodak Document Imaging die globale Aufstellung von Brother im Bereich der Verwaltung digitaler sowie physischer Dokumente stärken wird. Der Erwerb wird es uns ermöglichen, einem größeren Kundenkreis ein verbessertes Produkt- und Serviceangebot zu bieten,“ sagt Toshikazu Koike, Representative Director und Präsident von Brother Industries, Ltd.

Kodak-Chairman und CEO Antonio Perez betonte in einer Stellungnahme: „Ein Verkauf an Brother wäre ein exzellentes Ergebnis für Kunden, Partner und Angestellte von Kodak Digital Imaging“.

Insolvenzgericht entscheidet

Da sich Kodak in einem Insolvenzverfahren befindet, können die Unternehmensteile nicht einfach verkauft werden. Die Offerte von Brother wird zunächst als Gebot gewertet, das vom Insolvenzgericht geprüft und genehmigt werden muss. Innerhalb gewisser Fristen könnten auch andere Investoren noch Angebote abgeben.

Eine Anhörung zu dem geplanten Deal soll es noch Ende April geben, den Abschluss des Insolvenzverfahren strebt Kodak bis Ende Juni an. Sollte sich kein anderer Bieter finden und das Gericht den Vereinbarungen zustimmen, soll die Übernahme von Kodak Digital Imaging durch Brother noch im dritten Quartal erfolgen.

Verkäufe bald abgeschlossen

Mit der nun getroffenen Vereinbarung könnte Kodak seine Schrumpfkur abschließen. Bereits Ende 2012 hatte Kodak sein Patentportfolio veräußert. Ein Konsortium aus den in zahlreichen Patentstreitigkeiten verwickelten Unternehmen Apple, Google, Samsung, HTC, RIM und Microsoft, aber auch Player wie Facebook, Adobe und Fujitsu-Film hatten gemeinsam das geistige Eigentum Kodaks gekauft.

Der Preis von 527 Millionen war weit von dem entfernt, was Kodak ursprünglich erlösen wollte: 2,6 Milliarden Dollar. Denn der insolvente Foto- und Filmspezialist wurde von den Patentkriegen der Mobilfunkbranche gebeutelt. Aufgrund von Klagen wurden im Juli 2012 einige der nach eigenen Angaben wertvollsten Patente für nichtig erklärt.

Nur einen Monat später war die Entscheidung gefallen, sowohl das Filmgeschäft wie auch das Scanner-Business zu verkaufen. Zuvor hatte Kodak noch versucht, mit „Scannen in die Cloud“ Fuß zu fassen.

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