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Breko-Breitbandstudie 2018

Breitbandbedarf steigt auf 1 GBit/s

| Autor: Sarah Gandorfer

2017 wuchs die Zahl der von Breko-Carriern realisierten FTTB/FTTH-Anschlüsse um rund 700.000.
2017 wuchs die Zahl der von Breko-Carriern realisierten FTTB/FTTH-Anschlüsse um rund 700.000. (Bild: Pixabay / CC0)

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Beim schnellen Internet hat Deutschland Aufholbedarf. Das ist besonders wichtig, da in Zukunft eine Download-Bandbreite von 1 GBit/s erwartet wird – so jedenfalls die Prognose der im Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) organisierten Netzbetreiber.

Die im Breko organisierten Telekom-Wettbewerber haben ihre Breitbandstudie 2018 veröffentlicht. In dieser werden die Marktdaten zur aktuellen Lage auf dem Telekommunikationsmarkt vorgestellt. Für die Breitbandstudie wurden deutschlandweit alle 180 Breko-Netzbetreiber befragt. Zudem wurden Daten von öffentlich zugänglichen Quellen zur Verifizierung sowie zur Ermittlung von Gesamtmarktzahlen herangezogen.

Laut der Studie wurden von den rund 3,9 Millionen neuen Glasfaseranschlüssen direkt in die Gebäude (FTTB) oder bis direkt zum Nutzer (FTTH), 60 Prozent von Breko-Mitgliedern umgesetzt. Allein im Jahr 2017 wuchs die Zahl der von Breko-Carriern realisierten FTTB/FTTH-Anschlüsse um rund 700.000.

Insgesamt zeichnen die alternativen Netzbetreiber in Deutschland für rund 82 Prozent aller direkten Glasfaseranschlüsse verantwortlich. Die Deutsche Telekom verbucht im Umkehrschluss also einen Anteil von 18 Prozent. Die Kabelnetzbetreiber haben in den vergangenen Jahren so gut wie keinen Ausbau mehr betrieben: Die Zahl an Haushalten, denen ein Kabel-Breitbandanschluss mit 50 MBit/s oder mehr zur Verfügung steht, hat sich nach den Zahlen des Breitbandatlas des Bundes seit 2015 nur marginal erhöht (2015: 63,3 Prozent; 2017: 63,9 Prozent).

Deutschland hinkt beim Thema schnelles Internet anderen europäischen Ländern hinterher. Die Bundesrepublik liegt beim Vergleich der FTTB/H-Anschlüsse mit nur drei Prozent sogar weit unter dem EU-Durchschnitt von 13,9 Prozent. Noch weiter abgeschlagen sind nur noch Kroatien, Irland, Serbien und Österreich (1,1 %).

Auch die regionale Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen variiert hierzulande stark. So liegt Bayern mit einer Breitbandverfügbarkeit von bis zu 50 Mbit/s in 79,4 Prozent der Haushalte leicht über dem deutschen Durchschnitt von 78,4 Prozent, während Sachsen-Anhalt mit 55,1 Prozent weit darunter liegt (siehe Bildergalerie).

Vectoring-Strategie ein Fehler

Der Verband bemängelt die Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Jahr 2016. Dadurch hätten mehr als zwei Drittel der Investitionen in den Jahren 2015, 2016 und 2017 nicht zu den damaligen Breitbandzielen der Bundesregierung (50 MBit/s für alle bis 2018) geführt, sondern seien in Fehlinvestitionen durch Überbau gemündet: So hat sich die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen mit 50 MBit/s oder mehr von 2014 bis 2017 lediglich um knapp 6,3 Millionen Haushalte erhöht (heute: 32,7 Millionen Haushalte). Die Zahl an Haushalten, die zwischen zwei (oder mehr) Anschlusstechnologien mit mindestens 50 MBit/s wählen können, stieg in der gleichen Zeit jedoch um fast 13,5 Millionen (heute: 21,25 Millionen Haushalte).

Die Telekom-Wettbewerber haben seit der Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarkts 1998 insgesamt 75,5 Milliarden Euro investiert (52 %) – auf die Telekom entfielen 69,5 Milliarden Euro (48 %). Die durch die Vectoring-Entscheidungen der BNetzA ausgelöste Investitionsverunsicherung bei den alternativen Netzbetreibern in Deutschland hat sich durch die Entscheidung vieler Carrier zugunsten reiner Glasfaser wieder umgekehrt. Im Jahr 2017 haben die Investitionen der Wettbewerber wieder deutlich angezogen und lagen bei 4,2 Milliarden Euro.

1 GBit/s durchschnittlicher Bedarf

Die Bandbreiten-Nachfrage wird stärker steigen als vom Breko noch in der Vorjahresstudie prognostiziert. Demnach wird im Jahr 2025 die Nachfrage für die durchschnittliche Bandbreite für Downloads von Haushalten und Unternehmen bei rund 1 GBit/s liegen, die Vorjahresprognose lag bei 600 MBit/s. Im Upstream werden 700 MBit/s (Vorjahresprognose: 350 MBit/s) erwartet, so dass sich das Verhältnis von Down- zu Upload deutlich symmetrischer gestalten wird. Außerdem erwartet der Verband bis 2025 eine Verzehnfachung der Volumina: Pro Anschluss werden dann durchschnittlich 825 GByte pro Monat übertragen.

Die mobile Datennutzung findet auch künftig weiterhin größtenteils in WLAN-Netzen statt: Bei Smartphones liegt der voraussichtliche Anteil bei circa 70 Prozent, bei der Nutzung von Tablets sind es sogar rund 95 Prozent. Zukunftssichere, flächendeckend verfügbare Glasfaseranschlüsse bis in alle Gebäude Deutschlands stellen demnach nicht nur die wichtige Basis für eine leistungsfähige Breitbandversorgung per Mobilfunk dar, sondern beschleunigen das mobile Surfen per Smartphone, Tablet & Co durch die Verfügbarkeit schneller WLAN-Hotspots.

Breko und Buglas

Im Bundesverband Breitbandkommunikation sind viele Stadtnetzbetreiber organisiert, größte Mitglieder sind Ewe Tel, 1&1 Versatel und Deutsche Glasfaser. Neben dem Breko gibt es außerdem den Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas). Hier sind unter anderem die drei großen Stadtnetzbetreiber M-Net (München), Netcologne (Köln) und Wilhelm.tel organisiert.

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