Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit Bitkom bietet Leitfaden zur „Ressourceneffizienten Programmierung“

Autor: Sarah Gandorfer

Datenverkehr benötigt Energie, entsprechend fällt der CO2-Ausstoß aus. Wie dieser möglichst gering gehalten werden kann, zeigt der Leitfaden „Ressourceneffiziente Programmierung“. Er soll Entwickler bei ihrer Arbeit unterstützen und zugleich die Umwelt schonen.

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Bei der Software-Programmierung kann die Umwelt geschützt werden.
Bei der Software-Programmierung kann die Umwelt geschützt werden.
(Bild: AndSus - stock.adobe.com)

Die Bitkom-Umfrage „Klimaeffekte der Digitalisierung“ ergab, dass viele Unternehmen digitale Technologien einsetzen wollen, um mit diesen effizienter, ressourcenschonender und klimaverträglicher zu wirtschaften. 22 Prozent der Befragten, die eine Klimaneutralität planen, wollen das Ziel bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre erreichen.

Nun verbraucht jedoch die IT viel Energie. Das gilt vor allem für den Datenverkehr und den Betrieb großer Rechenzentren. Als Beispiel für einen Stromfresser seien die Videostreaming-Angebote genannt. Sie erzeugen einen immensen Datenverkehr. Für eine Stunde Netflix bei Full-HD-Auflösung werden circa drei Gigabyte Daten verbraucht – eine 30-Watt-Lampe kann mit dieser Energie rund 360 Minuten brennen.

Gleiches gilt bei der Entwicklung einer mobilen App, der Konfiguration eines ERP-Systems oder beim Einsatz Künstlicher Intelligenz: Die Verarbeitung teilweise großer Datenmengen benötigt viel Energie. Durch effiziente Programmierung und Softwareentwicklung können der Energieverbrauch und die Nutzung natürlicher Ressourcen laut dem Bitkom reduziert werden. Der Digitalverband hat als Unterstützung für Entwickler deshalb den Leitfaden „Ressourceneffiziente Programmierung“ publiziert. Dieser soll helfen, mit mehr Rücksicht aufs Klima zu programmieren. „Die IT-Branche muss und kann einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, den CO2-Ausstoß zu senken. Insbesondere im Bereich der Softwareentwicklung gibt es noch viele bislang ungenutzte Potenziale“, erklärt Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Bitkom. „Mit den richtigen Hebeln können wir Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Ressourceneffizienz in diesem Bereich drastisch steigern.“

CPU-Zeit und Speicherverbrauch senken

Der Leitfaden zeigt zunächst auf, wie mithilfe einer Potenzialanalyse wichtige Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit identifiziert werden können. So benötigen etwa manche Programmiersprachen und Datenformate mehr Energie als andere. Zugleich wird gezeigt, wie die Laufzeit von Berechnungen, die CPU-Zeit und der Speicherverbrauch gesenkt werden können. Wichtig ist auch, dass Software-Lösungen so programmiert werden, dass die Anwender selbst in der Lage sind, deren Energieverbrauch zu steuern, indem sie etwa nicht benötigte Features deaktivieren.

Weitere Kapitel behandeln Möglichkeiten der Implementierung und Messbarkeit, zudem wird auch auf wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen eingegangen. Der Leitfaden schließt mit Hinweisen dazu ab, wie sich Unternehmen mit dem „Blauen Engel“, einem Siegel für Ressourcen- und energieeffiziente Softwareprodukte, zertifizieren lassen können.

Hier kann Der Leitfaden „Ressourceneffiziente Programmierung“ sowie der Kurzleitfaden „Softwarebedingte Obsoleszenz“ kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS