Companion Line Axis denkt KMU-Linie neu

Autor: Dr. Stefan Riedl

Im vergangenen Jahr gab es Probleme mit verbauten Chip-Komponenten aus China bei der Videoüberwachungs-Produktlinie Companion Line von Axis. Philippe Kubbinga, Regional Director MEUR bei Axis Communications, erläutert die weitere Marschroute.

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Der Rekorder S3008 kann mit Axis Companion Video Management Software verwendet werden.
Der Rekorder S3008 kann mit Axis Companion Video Management Software verwendet werden.
(Bild: Axis)

Der National Defense Authorization Act (NDAA) sanktioniert in den USA kritische Hardware. Beim Hersteller Axis traf der Hammer des Gesetzes die Videoüberwachungs-Produktlinie für kleine Unternehmen „Companion Line“, weil dort Chip-Komponenten aus China verbaut waren.

Philippe Kubbinga, Regional Director MEUR bei Axis Communications
Philippe Kubbinga, Regional Director MEUR bei Axis Communications
(Bild: Axis)

Philippe Kubbinga, Regional Director MEUR bei Axis Communications stellt klar, dass sich Axis „ohne Wenn und Aber an die geforderten Standards in den jeweiligen Märkten“ halte, „und der US-Markt stellt für uns den größten Markt dar“. Insofern hatte Axis im Frühjahr dieses Jahres direkt reagiert, indem künftig nur noch NDAA-konforme Produkte im Portfolio angeboten wurden. „Da unsere Companion-Hardware mit dem gültigen US-Recht nicht mehr konform war, haben wir diese folgerichtig umgestellt.“

S3008-Rekorder

Der im Juli gelaunchte Axis S3008-Rekorder ist der Nachfolger des betroffenen Companion Rekorders. Dabei handelt es sich um einen kompakten Rekorder mit ­integriertem PoE-Switch, einem Anschluss von bis zu acht Kameras und der Unterstützung des gesamten Produktportfolios. Er ist mit der Companion Video Managementsoftware Version 4 kompatibel und unterstützt ab Frühjahr 2021 auch die ­„Camera Station VMS“. „Eine weitere gute Neuigkeit für den Markt ist schließlich auch, dass die Companion VMS ab sofort mit dem gesamten Axis-Produktportfolio kompatibel ist“, so Kubbinga.

Audio-Lösungen und Kameras am Körper

„Generell lässt sich sagen“, so der Axis-Manager, „dass es bei unserer End-to-End Überwachungslösung um eine einfache Überwachung von Gebäuden, Personen und Werten geht.“ Hier sei die Companion Video Managementsoftware des Herstellers, neben der leistungsstärkeren Camera Station VMS, geeignet für Kunden, die ein Grundbedürfnis an Videoüberwachung ­erfüllen wollen. „Wir unterscheiden hier vier verschiedene End-to-End Sicherheitslösungen: neben der End-to-End Videoüberwachung auch End-to-End-Lösungen für Audio, Zutrittskontrolle und Body-Worn-Lösungen.“

Der Kern des Geschäfts bei Axis liege weiterhin auf den Netzwerk-Videolösungen, betont Kubbinga. Dazu zählen neben den Netzwerk-Kameras auch Videomanagementsoftware, Softwarelösungen zur Videoanalyse und Hardware-Zubehör aus Netzwerk-Videorekordern und Encodern. Daneben werden sukzessive neue Produktlösungen angeboten, „beispielsweise im Bereich Audio oder Zutrittskontrolle. Unser neuester Zuwachs im Portfolio ist die Axis Body Worn Solution, also am Körper getragene Kameras, die speziell für den Einsatz für Rettungsdienste, in der Strafverfolgung oder für Sicherheitspersonal ­gedacht sind“, erläutert der Manager.

Projektgeschäft

Bei der Systemplanung soll es zu keinem Durcheinander kommen. Axis unterstützt Partner in Projekten mit dem Software-Tool „Site Designer“, das für End-to-End-Systeme oder Systeme mit ausgewählten VMS-Produkten von Partnern des Herstellers ausgelegt ist. Anforderungen an die ­Kameras werden hier mit den räumlichen Gegebenheiten in Einklang gebracht, sodass Systemplaner für das Szenario optimale Produkte im Portfolio zusammenstellen können.

Vor wenigen Jahren kam der Großteil der Axis-Partner noch aus dem klassischen, analogen Fach-Errichter-Umfeld. Das gilt insbesondere für den Kreis jener Partner, die große Enterprise-Projekte umsetzen, seien es der Flughafen in München oder die Berliner Verkehrsbetriebe. Mittlerweile ­haben Partner mit IT- beziehungsweise IP-Background stark aufgeholt.

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Leitender Redakteur