Der Standard soll auch auf Netzwerkprodukte wie Router oder IDS ausgeweitet werden. „Viele der bestehenden Anforderungen lassen sich auf diese Produkte übertragen, dennoch müssen wir gemeinsam mit entsprechenden Anbietern prüfen, ob dies auch im Detail möglich ist“, so Fahs. „Mit dem Gütesiegel trifft Eicar eine Ebene, die von der breitgefächerten Konkurrenz nicht abgedeckt wird. Der Qualitätsstandard Common Criteria (CC), den das BSI anbietet, ist zu komplex und auch zu teuer für viele der heutigen dynamischen Märkte. CC zertifiziert nur einen Schnappschuss eines Produkts, das sich aber schnell weiter entwickelt. Unser Gütesiegel ist einfacher, unkompliziert zu erlangen und auch kostengünstiger.“ Zudem biete es nicht-amerikanischen Herstellern ein Alleinstellungsmerkmal. Diesen Vorteil habe zwar auch Teletrusts „IT Security Made in Germany“, doch sei die Zielgruppe dieser Zertifizierung auf Deutschland beschränkt.
Blick über den Teich
Auch nach dem Aus für das „Safe Harbour“-Abkommen sieht Fahs keinen Grund für Optimismus bezüglich der Einhaltung des Datenschutzes nach europäischem Recht durch US-Anbieter: „Safe Harbour war eine politische Seifenblase, die jetzt geplatzt ist. Jede nachfolgende Vereinbarung wird ebenso lediglich auf politischer Ebene getroffen. Ein solches Abkommen aber ist nur dann sinnvoll, wenn auch eine konkrete Überprüfbarkeit vereinbart wird, ähnlich wie beim Eicar-Verfahren.“