Acer stellt sich im Servermarkt neu auf

Altos ist zurück: Acer reaktiviert seine Servermarke

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Kein Turboschub durch Windows 8

Bei den Business-PCs ist „business as usual“ angesagt. Von Euphorie oder hochgespannten Erwartungen vor dem Launch von Windows 8 ist nichts zu spüren: „Viele unserer Partner berichten, dass ihre Firmenkunden Vista bewusst übersprungen haben und noch viele Installationen mit Windows-XP-Professional im Einsatz haben“, erklärt Anja Mayer, bei Acer verantwortlich für die Business-PCs. Bedenkt man, dass viele professionelle Anwender von XP direkt auf Windows 7 umgestiegen sind, dann ist der Anreiz, auf Windows 8 umzusteigen, im Unternehmensumfeld eher gering.

Das bedeutet, dass der übliche Turboschub für Hardwareverkäufe durch einen Windows-Release-Wechsel zumindest im professionellen Bereich diesmal ausbleiben, oder sich über einen längeren Zeitraum strecken könnte. Auch die Multitouch-Version des neuen, voraussichtlich ab September erhältlichen All-in-one-PC Veriton Z46 will Acer nicht als Windows-8-Gerät fürs Büro verstanden wissen. Das mit 23- oder 21,5-Zoll-Full-HD-Display erhältliche Multitalent soll vielmehr in Konferenzräumen oder als Kassensystem zum Einsatz kommen.

Zusatzgeschäft verspricht sich Acer eher durch eine Ausweitung des Sortiments und durch Maßnahmen zur Stärkung der Partnerbindung. Zum ersten Punkt, der Verbreiterung des Produktportfolios, hat Acer neben den All-in-one-PCs auch neue, kompakte Arbeitsplatzrechner ins Programm aufgenommen: die L-Serie. Mit nur drei Litern Gehäusevolumen ist ihr Platzbedarf spartanisch. Zwei Varianten – L4 und L6 – sollen unterschiedliche Kundenbedürfnisse befriedigen. Gemeinsam sind beiden die Intel Core-Prozessoren der dritten Generation und Intel-HD-Grafiklösungen.

Mit dem ErgoStand lassen sich ausgewählte Monitore von Acer direkt auf den L-Rechnern platzieren und bilden so ein kompaktes Gesamtsystem. Für mehr mechanische Sicherheit am Arbeitsplatz sind im ErgoStand Ösen integriert, durch die die Anschlusskabel geführt werden können, was den Kabelsalat reduziert. Erstes Modell der neuen Serien ist das Acer Veriton L6620G für 999 Euro. Weitere L-PCs sind für September angekündigt.

Zum zweiten Punkt, der Partnerunterstützung, hat Acer unter anderem kürzlich ein neues Channel Sales Team eingerichtet. Es kümmert sich unabhängig von der Umsatzgröße und dem Partnerstatus gezielt um Reseller, die bislang keinen direkten Ansprechpartner bei Acer hatten. Außerdem wurde die Schwelle für unterstützte Projektvolumen auf 5.000 Euro gesenkt.

Traditioneller Ansatz

Auffällig ist bei Acer die starke Ausrichtung auf traditionelle Client/Server-Architekturen. Produkte und Lösungen für alternative Ansätze, wie etwa Private Clouds oder SBC-Konzepte (Server-Based-Computing), spielen nur eine untergeordnete Rolle. Der Grund dafür ist die pragmatische Orientierung an den Kundenwünschen: „Wir sehen hier zurzeit noch eine verhaltene Nachfrage von Seiten unserer Partner“, so Weltermann. Immerhin sind neue Thin Clients in der Pipeline, die voraussichtlich noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

Ganz traditionell bekennt sich Acer auch zu uneingeschränkter Fachhandelstreue: „Wir verkaufen nach wie vor zu 100 Prozent indirekt“, bekräftigt Anja Mayer die etablierte Vertriebsstruktur, die ausschließlich auf den Vertriebsweg über Distributoren und Reseller setzt.

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