Unentschieden im Match Arques versus Aurelius Actebis-Mutter sichert sich Schützenhilfe eines Hedge-Fonds

Redakteur: Harald Jacob

Während Aurelius weiterhin Arques-Aktien zukauft, um zusammen mit anderen Investoren die Mehrheit zu übernehmen und das Management auszutauschen, sichert sich Arques-Chef Schumann die Hilfe des französischen Hedge-Fonds Mantra, um die eigene Position zu stärken. Doch nun kommen ihm auch noch seine Vorgänger in die Quere.

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Ausgerechnet ein ehemaliger Mitbegründer von Arques, Dirk Markus, will sich mit seinem aktuellen Unternehmen Aurelius und der tätigen Mithilfe einiger anderer, bislang ungenannter Investoren, die Mehrheit der Actebis-Mutter Arques sichern. Ziel ist es, das Management auszutauschen und den Unternehmenswert in der Folge wieder zu steigern (IT-BUSINESS berichtete). Bislang konnte sich Aurelius inzwischen mindestens 5,29 Prozent der Arques-Aktien sichern. Wer von den Anteilseignern zu den angeblichen Unterstützern zählt, die Dirk Markus auf seiner Seite haben will, ist allerdings nicht bekannt.

Während die erste Reaktion bei Arques auf Markus‘ Ankündigung recht verhalten war, kommt nun ein potenzieller »weißer Ritter« ins Spiel: so nennt man in Wirtschaftskreisen Unternehmen, die anderen beistehen, um feindliche Übernahmen abzuwehren. Das Besondere: ausgerechnet ein Hedge-Fond soll diese Rolle übernehmen.

Hedge-Fonds agieren in der Regel anders: sie tun sich oft zusammen, um die Mehrheit bei einem Unternehmen zu übernehmen und ein eigenes Management zu installieren, das in der Folge dafür sorgt, dass interessante Unternehmenswerte veräußert werden und die daraus gewonnenen Einnahmen nicht investiert, sondern als Dividende ausgeschüttet werden. Ist das Unternehmen ausgezehrt, ziehen sie weiter. So wurden sie zu den »Heuschrecken« der Finanzwelt.

Keine »Heuschrecke«?

Doch nicht alle Hedge-Fonds agieren so. Der französische Mantra soll anders sein. Der Hedge-Fond mit Sitz in Paris, Mantra Holding S.A.R.L., wurde erst im April 2007 mit einem Stammkapital von 10.000 Euro gründet. Mantra-Chef Antoine Dréan betonte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass man Konzept und Kurs des Arques-Vorstandes ausdrücklich unterstütze. Dréan ist gleichzeitig Chef des Konzern Triago, der wie ursprünglich auch Arques als Beteiligungsgesellschaft agiert. Aus seiner Sicht gibt es auch keinen Zwang »Actebis überstürzt zu verkaufen«. Es sei kein Problem, das Unternehmen noch eine Weile zu halten. Nach Angaben von Reuters sei der Börsengang nicht gelungen, nun würde ein Verkauf geprüft.

Bis Montag abend meldete Mantra die Übernahme von 3,02 Prozent der Arques-Aktien. Der Anteil soll mindestens zweistellig werden, bis knapp an die 30 Prozent ist Mantra bereit zu gehen. Wird die 30-Prozent-Marke überschritten, müsste der französische Investor ein Übernahmeangebot an die restlichen Aktionäre abgeben.

Die Ankündigung von Mantra trieb den Kurs von Arques kurzzeitig wieder über die 7-Euro-Marke, doch am Wochenanfang fiel der Kurs erneut, teilweise bis auf 5,50 Euro. Das historische Tief liegt nicht mehr weit entfernt, bei 5,20 Euro. Zu den besten Zeiten hatte die Aktie 41,73 Euro gekostet.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, was aus den ehemaligen Arques-Vorständen Vorderwülbecke und Löw geworden ist und warum sie Arques weiter zusetzen.

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