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Context-Marktzahlen 3D-Drucker: Industriegeräte brechen ein, günstige Geräte punkten

Redakteur: Katharina Juschkat

Wie viele Industrien ist auch der 3D-Drucker-Markt stark von der Corona-Krise betroffen. Eine aktuelle Analyse zeigt: Während die Nachfrage von günstigen 3D-Druckern durch Hobbybastler stieg, stürzten professionelle 3D-Drucker ab.

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Die Corona-Pandemie wirkz sich auch auf das Geschäft mit 3D-Druckern aus.
Die Corona-Pandemie wirkz sich auch auf das Geschäft mit 3D-Druckern aus.
(Bild: ©denisismagilov - stock.adobe.com)

Verglichen mit dem Vorjahr ist der Absatz von 3D-Druckern um ganze 27 Prozent zurückgegangen. Aber es gibt Hoffnung: Im zweiten Quartal des Jahres stieg vor allem der Absatz günstigerer 3D-Drucker in einem Preissegment bis 20.000 Euro. Das sind aktuelle Zahlen des Marktforschungsunternehmens Context.

Vor allem der Absatz von 3D-Druckern der High-End-Klassen, die preislich bei 20.000 bis 100.000 Dollar und mehr liegen, kam erheblich ins Stocken. Das ist das Resultat daraus, dass viele Unternehmen aufgrund der aktuellen Corona-Krise ihre Investitionen zurückstellten und große Teile der Schlüsselindustrie pausierten.

Die Gesamteinnahmen aus der Lieferung neuer Drucker stiegen vom ersten auf das zweite Quartal 2020 geringfügig um 5 Prozent, waren im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 aber um 27 Prozent rückläufig.

Absatz der Industrie-3D-Drucker bleibt im Westen gering

Während sich der chinesische Markt im zweiten Quartal langsam erholt, sinken die Absatzzahlen in Westeuropa und Nordamerika weiter (Prozentzahlen im Vorjahresvergleich).
Während sich der chinesische Markt im zweiten Quartal langsam erholt, sinken die Absatzzahlen in Westeuropa und Nordamerika weiter (Prozentzahlen im Vorjahresvergleich).
(Bild: CONTEXT)

Betrachtet man den Absatz der professionellen Industrie-3D-Drucker (Preisklasse 100.000 Dollar und mehr) im Detail, ist auffällig, dass die leichte Erholung im zweiten Quartal hauptsächlich auf eine Erholung auf dem chinesischen Markt zurückzuführen ist. In Europa und Nordamerika blieb der Absatz im Vorjahresvergleich extrem niedrig. Einen leichten Abschwung stellten die Anbieter tatsächlich bereits vor der Coronakrise Ende 2019 fest.

Fast alle nicht-chinesischen Top-20-Unternehmen der Industriedruckerbranche verzeichneten im Jahresvergleich einen beträchtlichen Rückgang der ausgelieferten Stückzahlen – mit der Ausnahme von SLM Solutions, deutscher Hersteller von 3D-Metalldruckern. Die chinesischen Unternehmen Uniontech, Farsoon und HBD verzeichneten einen Anstieg der Auslieferungen gegenüber dem Vorquartal, aber auch im Vergleich zum Vorjahr.

Nachfrage nach 3D-Druckern der mittleren Preisklasse bricht ein

Vor allem die Nachfrage nach 3D-Druckern der mittleren und hohen Preisklasse (20.000 – 100.000 Dollar und mehr, „Industrial“ & „ Design“) brach im ersten und zweiten Quartal 2020 ein.
Vor allem die Nachfrage nach 3D-Druckern der mittleren und hohen Preisklasse (20.000 – 100.000 Dollar und mehr, „Industrial“ & „ Design“) brach im ersten und zweiten Quartal 2020 ein.
(Bild: CONTEXT)

3D-Drucker der mittleren Preisklasse (20.000 bis 100.000 Dollar) werden laut dem Marktforschungsunternehmen zu 78 Prozent in westliche Länder geliefert. Durch den Lockdown im Frühjahr wurde die Nachfrage stark beeinträchtigt, seit Juni erholt sich der Markt langsam. Dennoch bleiben die Absatzmengen mit -34 Prozent weit hinter dem Vorjahr zurück.

Professionelle 3D-Drucker bleiben gefragt

3D-Drucker aus dem Preissegment von 2.500 bis 20.000 Dollar verzeichnete dagegen im ersten Quartal 2020 eine starke Nachfrage, was die durchschnittlichen Preise in die Höhe trieb. Damit sind die Einnahmen stärker gestiegen als die eigentlichen Auslieferungen, die nur geringfügig besser waren als im Vorjahr. Durchschnittlich stiegen die Preise dieser 3D-Drucker um 15 Prozent. Im zweiten Quartal 2020 konnte das Preissegment damit auch als einzige Preisklasse ein Umsatzwachstum von sieben Prozent verzeichnen.

Quarantäne lässt Nachfrage nach 3D-Drucker für Hobbybastler steigen

3D-Drucker aus dem Preissegment bis 2.500 Dollar, vornehmlich für Hobbybastler geeignet, waren vor allem während dem Lockdown beliebt. Allerdings kommen viele dieser 3D-Drucker entweder direkt aus China oder sind stark von den mit dem Land verbundenen Lieferketten abhängig. Während also die Nachfrage im ersten Quartal 2020 zunahm, war das Angebot begrenzt, so dass der Versand neuer Produkte erheblich behindert wurde. Das änderte sich im zweiten Quartal, als die chinesische Produktion wieder in Betrieb genommen wurde, was zu einem Anstieg der Lieferungen um 68 Prozent gegenüber dem Vorquartal führte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal Mission Additive.

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