AI@Work-Studie von Oracle 2021: So stressig war Arbeit noch nie

Autor Heidi Schuster

Nachdem die Covid-19-Pandemie große Auswirkungen auf ihr Leben hatte, schätzen Arbeitnehmer vermehrt Technologien wie Künstliche Intelligenz, um ihre berufliche Entwicklung zu unterstützen, wie die AI@Work-Studie von Oracle zeigt.

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75 Prozent der von Oracle Befragten glauben, dass Künstliche Intelligenz ihre Karriere besser unterstützen kann als ein Mensch.
75 Prozent der von Oracle Befragten glauben, dass Künstliche Intelligenz ihre Karriere besser unterstützen kann als ein Mensch.
(Bild: Feodora - stock.adobe.com)

Mehr als ein Jahr Lockdown und die anhaltende Ungewissheit aufgrund der Pandemie haben bei vielen Arbeitnehmern an den Nerven und der Psyche gezerrt, wie aus einer Oracle-Studie hervor geht.

80 Prozent der Befragten haben im vergangenen Jahr negative Erfahrungen gemacht. Viele hatten finanzielle Probleme (24 %) und verstärkt psychische Beschwerden (26 %). Auch litten sie unter mangelnder beruflicher Motivation (25 %) und fühlten sich von ihrem eigenen Leben abgekoppelt (20 %).

So stressig wie noch nie

Für 70 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ist 2021 das bisher stressigste Jahr am Arbeitsplatz. Fast die Hälfte (45 %) hatte 2021 stärker mit psychischen Problemen bei der Arbeit zu kämpfen als im Jahr 2020.

Die Zahl der Menschen, die das Gefühl haben, wenig oder gar keine Kontrolle über ihr persönliches und berufliches Leben zu haben, hat sich seit dem Beginn der Pandemie fast verdoppelt (Anstieg um 93 %). Die Befragten gaben an, dass sie die Kontrolle über ihre Zukunft (33 %), ihr Privatleben (35 %), ihre Karriere (29 %) und ihre Beziehungen (32 %) verloren haben. 72 Prozent fühlen sich in ihrem Privatleben eingeengt, machen sich Sorgen um ihre Zukunft (20 ), sind in der immer gleichen Routine gefangen (30 %) und fühlen sich einsamer als je zuvor (2 %).

Bereit für Veränderungen

Trotz der Widrigkeiten des vergangenen Jahres sind die Menschen weltweit bestrebt, Veränderungen in ihrem Berufsleben vorzunehmen. 93 Prozent der Bevölkerung weltweit und in Deutschland haben das vergangene Jahr genutzt, um über ihr Leben nachzudenken. 83 Prozent gaben an, dass sich die Bedeutung von Erfolg für sie seit der Pandemie verändert hat. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (38 %), die psychische Gesundheit (33 %) sowie Flexibilität am Arbeitsplatz (28 %) haben nun oberste Priorität.

71 Prozent fühlen sich beruflich eingeengt, weil sie keine Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Karriere sehen (23 %), und zu überfordert für Veränderungen sind (17 %). 63 Prozent der Befragten geben an, dass sich das Gefühl, im Beruf festzustecken, auch negativ auf ihr Privatleben auswirkt. Es führt zu zusätzlichem Stress und Ängsten (33 %). Ebenfalls trägt es dazu bei, dass sie sich persönlich eingeengt fühlen (26 %) und schränkt sie in ihrem Privatleben ein (23 %).

75 Prozent der Befragten sind bereit, eine Veränderung vorzunehmen. 71 Prozent gaben jedoch an, dass sie dabei auf große Hindernisse stoßen. Zu den größten Hürden gehören finanzielle Instabilität (16 %), Unsicherheit darüber, welche berufliche Veränderung für sie sinnvoll ist (23 %), mangelndes Selbstvertrauen für einen Wechsel (18 %) und fehlende Wachstumsmöglichkeiten in ihrem Unternehmen (17 %).

Beruflich weiterkommen

Mit Blick auf das Jahr 2022 steht bei den Studienteilnehmern die berufliche Weiterentwicklung ganz oben auf der Prioritätenliste. Viele sind bereit, für bessere Karrieremöglichkeiten auf wichtige Vorteile wie Urlaub (40 %), Geldprämien (39 %) und sogar einen Teil ihres Gehalts (31 %) zu verzichten.

Allerdings sind 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer mit der Unterstützung durch ihren Arbeitgeber nicht zufrieden. Sie wünschen sich von den Unternehmen mehr Weiterbildungsmöglichkeiten (24 %), höhere Gehälter (32 %) und Möglichkeiten neue Aufgaben im Unternehmen zu übernehmen (24 %).

Hoffnungen auf KI

Um Spitzentalente zu halten und weiterzuentwickeln, müssen Arbeitgeber mehr als je zuvor auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter achten und sie durch Technologien besser unterstützen. 77 Prozent der Befragten wünschen sich, dass moderne Technologie ihnen dabei hilft, ihre Zukunft zu gestalten, indem sie die Fähigkeiten identifiziert, die sie entwickeln sollten (27 %), neue Lernmöglichkeiten aufzeigt (26 %) und die nächsten Schritte auf dem Weg zu ihren Karrierezielen vorschlägt (22 %).

62 Prozent der von Oracle Befragten würden ihr Leben aufgrund von KI-gestützten Empfehlungen ändern. 75 Prozent glauben, dass Künstliche Intelligenz ihre Karriere besser unterstützen kann als ein Mensch, indem sie unvoreingenommene Empfehlungen gibt (33 %), schnell Fragen zur Karriere beantwortet (28 %) oder neue Jobs findet, die zu ihren aktuellen Fähigkeiten passen (28 %).

Die Umfrageteilnehmer sind gleichzeitig der Meinung, dass der persönliche Austausch mit anderen Menschen immer noch eine entscheidende Rolle bei der Karriereentwicklung spielt. Diese seien besser in der Lage, Unterstützung zu leisten, weil sie Ratschläge auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen geben (47 %), Stärken und Schwächen erkennen (37 %) und nicht nur auf den Lebenslauf blicken, sondern passende Positionen auf Grundlage der Persönlichkeit empfehlen (38 %).

74 Prozent der Befragten sind außerdem der Meinung, dass ihr Unternehmen mehr tun sollte, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen, und 40 Prozent sind eher bereit, bei einem Unternehmen zu bleiben, das fortschrittliche Technologien wie KI zur Förderung der beruflichen Entwicklung einsetzt.

Studien-Methodik

Die Studienergebnisse basieren auf einer Umfrage, die von Savanta zwischen dem 27. Juli und dem 17. August 2021 in den USA, Großbritannien, den VAE, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, Brasilien, Indien, Japan, Südkorea, Singapur und Australien durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Umfrage wurden 14.639 Führungskräfte, Personalleiter, Manager und Vollzeitbeschäftigte zu den Auswirkungen von Covid-19 auf den Arbeitsplatz, zu KI und Karriereentwicklung sowie zum Einsatz von KI am Arbeitsplatz befragt. Die Studie richtete sich an Vollzeitbeschäftigte im Alter von 22 bis 74 Jahren. Die Befragten wurden über verschiedene Mechanismen und Quellen für die Teilnahme an den Foren und an den Marktforschungsumfragen rekrutiert.
Alle Forumsteilnehmer haben ein Double-Opt-In-Verfahren durchlaufen und vor der Teilnahme an den Umfragen durchschnittlich 300 Profildatenpunkte ausgefüllt. Die Befragten wurden per E-Mail zur Teilnahme eingeladen und erhielten dafür einen kleinen finanziellen Anreiz. Die Ergebnisse jeder Stichprobe unterliegen einer Stichprobenvariation. Das Ausmaß der Abweichung ist messbar und wird durch die Anzahl der Befragungen und die Höhe der Prozentsätze beeinflusst, die die Ergebnisse ausdrücken. In dieser speziellen Studie stehen die Chancen 95 zu 100, dass ein Umfrageergebnis nicht um mehr als 0,8 Prozentpunkte von dem Ergebnis abweicht, das sich bei einer Befragung aller Personen der Grundgesamtheit der Stichprobe ergeben würde.

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