Valantic Technologie Trends 2023 10 Trends, die IT-Manager auf dem Schirm haben sollten

Von David Binnig

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Das Digital-Solutions-, Consulting- und Software-Haus Valantic hat ein Whitepaper mit Technologie-Trends veröffentlicht, welche im Digitalisierungsbestreben deutscher Unternehmen eine zentrale Rolle spielen sollen. Hier lesen Sie die Eckpunkte des Papiers im Schnelldurchlauf.

Mit Blick auf die aktuelle Weltlage stehen die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz weit oben auf den Agenden vieler IT-Entscheider.(Bild:  Bussarin - stock.adobe.com)
Mit Blick auf die aktuelle Weltlage stehen die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz weit oben auf den Agenden vieler IT-Entscheider.
(Bild: Bussarin - stock.adobe.com)

IT- Unternehmen stehen auch im Jahr 2023 vor nicht weniger komplexen Herausforderungen. Neben einer nachhaltigen IT-Infrastruktur werden verschiedene Trends in der Unternehmenswelt nach und nach voll ankommen. Infolge dessen hat Valantic in einem Whitepaper folgende zehn Digitalisierungsbestreben aufgeschlüsselt, welche für Unternehmen im Jahr 2023 entscheidend sein werden.

1. IT-Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeit durch IT

Die Migration in die Cloud schreitet weiter voran. Im Zuge diese Entwicklung rückt die Energieeffizienz von Rechenzentren, welche hinter der der Unternehmens-Cloud stehen, noch stärker in den Fokus. Für Unternehmen spielen dabei die Kosten von Green-IT eine wichtige Rolle. Valantic rät: Auch wenn im vergangenen Jahr aufgrund der Energiekrise massive Einsparungen vorgenommen wurden, müssen die Unternehmen im Jahr 2023 entschieden in smarte Infrastruktur und nachhaltige Lösungen investieren. Dazu gehört ein kluges Systemdesign der IT-Infrastruktur und eine nachhaltige IT-Beschaffung. Auch intelligente Softwarelösungen haben branchenübergreifend einen positiven Effekt auf das Klima. Mithilfe von ERP-Systemen werden zukünftig beispielsweise Lieferketten noch ressourceneffizienter, transparenter und zielgerichteter funktionieren wie bisher.

Dabei kann die IT-Branche selbst ist ein Treiber sein, um den CO2-Fußabdruck von Unternehmen zu reduzieren. So werden im Zuge der Digitalisierung viele Prozesse optimiert. Zum einen können die Unternehmen in ihrem Arbeitsumfeld ressourcenschonender arbeiten, etwa indem Sie Dienstreisen durch digitale Meetings ersetzen oder ihre Büroflächen umstrukturieren.

Gleichzeitig muss aber auch die IT selbst muss nachhaltiger werden. Die Abwärme von Rechenzentren kann für die Beheizung anderer Objekte dienen. Geräte sollten im Sinne der Kreislaufwirtschaft aus modularen, recyclebaren Komponenten bestehen. Und ein Anrecht auf Reparatur sowie die verstärkte Nutzung von Refurbished-Produkten wirkt sich ebenso positiv auf den ökologischen Fußabdruck aus.

2. Sustainability by Design

Die Felder Ökologie, Ökonomie und Soziales müssen ineinander greifen, um eine Digitale Transformation erfolgreich und aktiv zu gestalten. Valantic zeigt dies mit folgenden drei Beispielen:

Ökologische Dimension: In Zukunft werden diejenigen Unternehmen am erfolgreichsten sein, die Nachhaltigkeit in alle unternehmerischen Zielfunktionen integrieren und in alle relevanten Entscheidungsprozesse einbeziehen. Die ökologische Perspektive ist Transparenz in Sachen CO2-Ausstoß und ökologischem Fußabdruck. ERP-Systeme sind wichtige Datenquellen, mit deren Hilfe der CO2-Fußabdruck von Unternehmen zu reduziert werden kann.

Ökonomische Dimension: Konsequent nachhaltige Unternehmensstrategien tragen wesentlich zur langfristigen Wertsteigerung bei: Aus ökonomischer Sicht punkten Unternehmen mit umweltbewussten Strategien und Produkten bei Kunden mit nachhaltigem Kaufverhalten. Langfristig steigen so Umsatz und Gewinn. Gleichzeitig werden Kosten gesenkt.

Soziale Dimesion: Nachhaltige und sichere Arbeits- und Produktionsbedingungen für die Mitarbeitenden erhöhen die Produktivität, die Mitarbeitendenzufriedenheit und sind – Stichwort Fachkräftemangel – bei der Rekrutierung insbesondere junger, hochqualifizierter Fachkräfte ein entscheidender Pluspunkt.

3. Arbeiten und Leben in der virtuellen Realität

Das Metaverse findet sich auch im Jahr 2023 wieder in vielen Branchen-Trends. Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR), Mixed Reality (MR) und andere multisensorische Technologien sollen künftig ein tieferes Eintauchen in die digitale Welt ermöglichen und unsere Online-Aktivitäten von der Bequemlichkeit auf das Erlebnis verlagern.

Die Konzepte sind in der Spiele- und Unterhaltungsbranche bereits angekommen oder werden mit großem Nachdruck entwickelt. Aber auch im Business-Umfeld sollen die Technologien nach und nach mehr Einfluss gewinnen. Die Einsatzchancen sind laut Valantic vielseitig und bieten großes Potenzial. Virtuelle Welten können beispielsweise didaktisch genutzt werden den Ausbildungsprozess in verschiedenen Berufen zu verbessern. Aber auch im Gesundheitswesen, dem Vertrieb und der Produktionsindustrie soll man künftig von der Implementierung eines Metaverse profitieren.

Laut einer Bitkom Umfrage sieht jedes vierte Unternehmen für sich Chancen im Metaverse. Die Geschwindigkeit der Entwicklung wird dabei von der technologischen Bereitschaft abhängen, aber die Marktforschung schätzt, dass der Markt bis 2030 mehrere Billionen Dollar betragen wird. Das Unternehmen Meta, dem die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und Whatsapp gehören, investiert schon seit längerem massiv in diese Richtung. Und auch Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt, soll bis zum Ende des Jahres eine VR-Brille vorstellen. AR-Brillen vom Hersteller mit dem Apfelemblem, die ähnlich wie eine Apple Watch als Accesoire zum iPhone dienen, sollen ebenso in naher Zukunft auf den Markt kommen.

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Aber was leistet die Technologie wirklich? Wird es einen Metaverse-Standard geben oder werden wir uns auf mehreren Plattformen bewegen? Wie genau sieht das Metaverse aus und welche Rahmenbedingen wird es geben? Für Unternehmen ist es laut Valantic aktuell noch zu undurchsichtig einen klaren Investitionspfad zu wählen. Auch Zugang, Inklusivität und Akzeptanz der einzelnen Altersgruppen lassen sich nur schwer greifen. Zuletzt stehen auch die ethischen und Sozialen Auswirkungen der Technologie als „Elephant in the Room“.

4. Smart Workplaces mit Conversational Artificial Intelligence

Smart Workplaces, über die alle Daten und Tools orts- und zeitungebunden zur Verfügung stehen, werden nach Valantic 2023 zur zentralen digitalen Arbeitsplattform. Dabei werden Technologien wie Virtual Assistance und Conversational AI Einzug in den Arbeitsalltag vieler Menschen halten. Ein aktuelles Beispiel ist die kürzlich gelaunchte Prototyp eines Chatbots namens ChatGPT der Firma OpenAI. Zentrale Geldgeber der Organisation sind der Unternehmer Elon Musk sowie das Unternehmen Microsoft. Das Tool führte zu heller Aufregung in der globalen Tech-Welt. Neben den vielseitigen Einsatzmöglichleiten in unterschiedlichsten Berufsfeldern wird der Chatbot von einigen auch als ernsthafte Konkurrenz zu Google gesehen.

Die These von Valantic: Conversational AI mit Chatbots für den unternehmensinternen Einsatz und Virtual Assistants erledigen administrative Dienstleistungen und vereinfachen die Kommunikation Zudem wird Hyperautomation als nächste Entwicklung komplexe Geschäftsprozesse in Unternehmen durchgängig automatisieren.

5. KI-unterstützte IoT-Security schützt die Angriffsflächen

Die Zahl der Cyberangriffe wächst. Kein Wunder: Denn die steigende Zahl vernetzter Maschinen,Sensoren und Devices erhöht die Angriffsfläche. Besonders gefährdet sind laut Valantic kritische Infrastrukturen (KRITIS). Dazu zählen Energielieferanten,Wasserwerke oder vernetzte Maschinen in der Medizin. Der Fachkräftemangel, welcher auch in der IT-Security latent ist, verschärft die Gefährdungslage zusätzlich. Zuletzt ist auch die angespannte politische Situation in Europa ein aktueller Faktor, der die Zahl der Hackerangriffe weiter nach oben trieb.

Valantic prognostiziert deshalb, dass vermehrt künstlichen Intelligenzen in Form von Machine Learning eine noch größere Rolle bei der automatisierten Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen zukommen werden, um Daten und Infrastruktur von Unternehmen zu schützen.

6. Datengetriebene Prozessoptimierung im Maschinen- und Anlagenbau

Eine umfassende Konnektivität und der Einsatz von leistungsfähigen IoT-Plattformen, Data Analytics-Technologien und AR/VR-Hardeware-Lösungen ermöglichen im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus bereits heute eine datengetriebene Prozessoptimierung. Laut Valantic werden 2023 mehr und mehr Unternehmen diese Datenbasis auch für neue digitale Produktangebote nutzen.

Der digitale Zwilling (digital twin) wird dabei künftig eine wichtige Rolle spielen. Die Vorteile für Industrieunternehmen liegen auf der Hand: Das Simulieren, Lösen und Finden von Problemen zuerst in der virtuellen Umgebung ist unter Kostengesichtspunkten effizienter und bietet eine Reihe neuer Möglichkeiten.

7. 5G treibt Zukunftstechnologien im Unternehmensumfeld voran

Der Ausbau des Netzwerkstandards 5G schreitet schneller voran als angenommen. Valantic sieht deshalb ein großes Entfesselungspotenzial für das IoT und die intelligente Vernetzung von Maschinen. Auch andere Bereiche wie das autonome Fahren sollen profitieren. Denn ein IoT mit minimalen Latenzzeiten ist elementar für die Zukunft selbstfahrender Autos.

Weitere Anwendungsfälle für 5G, sowohl in Campus-Netzen als auch in flächendeckenden Netzen ist die Steuerung von Energieflüssen – Thema Smart-Grid. Mit der Dezentralisierung und dem Ausbau erneuerbarer Energiequellen wird die Echtzeit-Steuerung ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Energiewende, so Valantic.

8. Zentrale Lösungen zur Datenanalyse

ERP-Systeme sind der Backbone für die operativen Prozesse in Unternehmen. Neu sind nun Plattformen in Ergänzung zum ERP-System, welche die Funktionen Datenanalyse, Planung und Entscheidungsfindung in einem erweiterbaren System integriert und ganzheitlich abdecken. So ist nun eine tatsächliche End-to-End-Betrachtung der unternehmerischen Prozesse möglich.

Solche Lösungen werden laut Valantic die Steuerung von Unternehmen in Zukunft massiv verändern. Informationen, Transparenz und eine schnelle Entscheidung werden deshalb zum Wettbewerbsfaktor der Zukunft. Bestehende Systemlandschaften reichen dazu aber nicht mehr aus.

9. Cloud Native ersetzt Cloud First

In der Cloud-Transformation erkennen Unternehmen zunehmend den Vorteil von Cloud Native Software, bei der Software und Plattformen von vornherein für den Einsatz in der Cloud konzipiert und entwickelt werden. Dabei spielen vor allem skalierbare und entkoppelte Lösungen eine entscheidende Rolle, sodass durch den Einsatz von Microservice- Architekturen und Containerization oder Kubernetes neue Anwendungen schneller entwickelt und erweitert werden können.

Im Jahr 2023 erwartet Valantic deshalb eine weitere Beschleunigung der Cloud-Transformation um den sich verändernden Anforderungen von Kunden bis zum Lieferanten an digitale Schnittstellen gerecht zu werden. Bisher etablierte Prozessstrategien in Form von getrennter Entwicklung und Betrieb werden zunehmend durch agile Methoden (bspw. Scrum und SAFe) und DevOps Modellen abgelöst.

10. NFTs werden wichtige Bausteine der digitalen Welt

NFTs (Non Fungible Tokens) sind ein sich entwickelndes Konzept, das die Web3-Funktionalitäten nutzt, um den Besitz von Vermögenswerten auf transparente Weise nachzuweisen und den sicheren Handel mit solchen Vermögenswerten zu unterstützen. Für diesen Bereich sieht Valantic 2023 eine eine konsequente Weiterentwicklung hin zu einem wichtigen Baustein für die digitale Welt von morgen.

Praxisbeispiele für die Dezentralisierung via Web 3 sind etwa der digitale Nachweis von Eigentum und Authentizität, der Handel mit digitalen Vermögenswerten und Sammlerstücken sowie der exklusive und bevorzugte Zugang zu Produkten, Dienstleistungen und Veranstaltungen. Mit dieser Technologie sind auch Phygicals, also eine digitale Replik für ein physisches Gut, das man besitzt, umsetzbar.

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