Auch kleine Unternehmen, bei denen die Server-Verfügbarkeit wie bei großen Unternehmen essentiell ist, ziehen großen Nutzen aus den Möglichkeiten der Virtualisierung. Mit etwas Know-how lassen sich damit zuverlässige Server-Infrastrukturen aufbauen, die nicht mehr kosten als herkömmliche Installationen, aber wesentlich flexibler und verfügbarer sind!
Virtualisierung lohnt sich auch für kleine Unternehmen!
(Bild: Joos)
Wollen kleine Unternehmen ihre Server virtualisieren, ist nicht immer eine kostenpflichtige Zusatzlizenz notwendig. Microsoft gibt sich bei der Virtualisierung recht großzügig. Und so besteht die Möglichkeit, mit einer Lizenz mehrere Server zu installieren, zumindest in bestimmten Konstellationen. Hyper-V wird über Microsoft Hyper-V Server 2012 R2 kostenlos zur Verfügung gestellt. Es lohnt sich also, einen Blick auf die Möglichkeiten zu werfen, vor allem da sich durch Virtualisierung auch einiges an Geld sparen lässt.
1. Den richtigen Server für die Virtualisierung wählen
Vor allem kleinere Unternehmen neigen dazu, beim Kauf von Hardware zu sparen. Es sollten allerdings auch bei kleinen Firmen nur Server eingesetzt werden, die von Microsoft für Hyper-V unterstützt werden und die bereits von anderen Unternehmen für die Virtualisierung eingesetzt werden. Hier bieten sich vor allem Markenserver von Dell, Fujitsu, HP, Lenovo & Co an. Besonders wichtig sind schnelle Prozessoren, mit vielen Kernen und Kompatibilität für Virtualisierung.
Auch auf den Support muss geachtet werden, da der Ausfall eines Hosts natürlich im Ausfall aller VMs resultiert. Hinzu kommt, dass viele Hersteller auch Pakete aus Hardware, Software und Betriebssystemen anbieten. Hier sind die Preise oft besser und die Produkte sind aufeinander abgestimmt. Bezüglich der Virtualisierung sollten vor allem Server mit Intel-Prozessoren eingesetzt werden, zum Beispiel mit Intel Xeon E5-2600 v3 da diese eine derzeit wesentlich bessere Leistung bieten. Intel unterstützt Unternehmen bei der Prozessorauswahl mit dem IT Server Sizing Tool (siehe Abbildung 1).
Besonders wichtig ist die Ausbaufähigkeit des Servers. Es sollte die Möglichkeit bestehen, zusätzliche Festplatten einzubauen und eine Kompatibilität zu SSD sollte ebenso vorhanden sein wie Steckplatz für Zusatzkarten und weitere Netzwerkschnittstellen. Aber auch die Bauform und Bauhöhe des Servers will berücksichtigt sein.
2. Viel physischer Arbeitsspeicher und wenig Dynamic Memory
Neben dem Prozessor spielt natürlich auch die Konfiguration des Arbeitsspeichers eine wichtige Rolle. Hier sollte darauf geachtet werden, möglichst viel Arbeitsspeicher in den Server einzubauen.
Zwar bietet Hyper-V mit Dynamic Memory die Möglichkeit, den Arbeitsspeicher dynamisch zuzuteilen (siehe Abbildung 2), allerdings geht das deutlich zu Lasten der Leistung. Daher sollte von Anfang an eine Möglichst große Menge Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen, damit die VMs effizient arbeiten können. Den VMs sollte von Anfang an genügend Arbeitsspeicher zugewiesen werden. Zwar spielt genau das bei manchen Serverdiensten keine Rolle und hier kann dann auch der dynamische Arbeitsspeicher genutzt werden, in den meisten Fällen, vor allem bei Servern mit viel Benutzerlast, ist die Verwendung von statischem Arbeitsspeicher aber besser geeignet.
3. Storage für VMs optimal planen – SAN, NAS und Co
In kleineren Umgebungen sollte möglichst auf interne, leistungsstarke Festplatten gesetzt werden. Hier bieten sich SSDs oder RAID-10-Systeme an. Betriebssystem, VMs und Daten sollten dabei auf verschiedenen physischen Datenträgern abgelegt werden. Externe Speichersysteme wie iSCSI, NAS oder SAN sind vor allem bei kleinen Unternehmen zu Beginn eher störend. Denn Dadurch steigt die Komplexität der Umgebung an und es muss bei der Planung auf noch mehr Aspekte Rücksicht genommen werden.
Reichen interne Festplatten nicht mehr aus, kann später immer noch auf externe Systeme gesetzt werden. Diese lassen sich jederzeit anbinden. Beginnen sollten Unternehmen aber möglichst mit schnellen internen Festplatten oder SSDs. Besonders wichtig ist die Aufteilung auf verschiedene physische Datenträger.
4. Achtung bei Datenbank-Servern – Erst testen, dann umstellen
In Internetforen gibt es viele Beiträge mit Fragen zu schlechter Performance bei virtuellen SQL-Servern. Solche Performance-Schwächen können verschiedene Ursachen haben. Zuerst sollten daher Probleme wie langsame oder ungeeignete CPUs, zu wenig Arbeitsspeicher oder schwache Storage-Komponenten ausgeschlossen werden. Häufig hilft es, bei den Netzwerkadaptern VMQ auszuschalten.
Im Internet sind einige Ansätze zu finden, mit denen sich Leistungsprobleme bei Datenbank-Servern aufspüren lassen. Teilweise lassen sich Probleme auch beheben, in dem den für Datenbanken verantwortlichen VMs separate physische Festplatten zugewiesen werden. Allerdings bringt das andere Probleme mit sich und dieser Ansatz hilft auch nicht immer. Vor der Virtualisierung eines Datenbank-Servers sollte das Szenario jedoch immer in einer möglichst realitätsnahen Umgebung getestet werden.
Stand: 08.12.2025
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5. Hyper-V-Host nur für Hyper-V verwenden
Vor allem kleine Unternehmen neigen dazu, auf physischen Servern noch weitere Serverdienste zu installieren. Das ist beim Einsatz von Hyper-V aber nicht empfehlenswert. Außer den notwendigen Diensten zur Virtualisierung sollten keinerlei Zusatzdienste auf einem Hyper-V-Host installiert werden. Der Server sollte nur zur Virtualisierung genutzt werden, auch wenn die Hardware-Ausstattung dazu verlockt, noch andere Dienste zu installieren. Sind weitere Dienste notwendig, sollten diese besser auf VMs gebündelt werden. Dann profitieren auch diese Dienste von Hyper-V und den Sicherungsmöglichkeiten.