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Fusion der Ulmer Erp-anbieter

Wilken übernimmt Entire Software

29.11.2006 | Redakteur: Armin Mende

Verschmolzen. Das ERP-Softwarehaus Wilken plant, seine Nachbarn vom Ulmer Anbieter Entire Software zu übernehmen. Die Produktlinien werden zunächst parallel weitergeführt, um in fünf Jahren in eine Neuentwicklung zu münden.

Die ERP-Branche ist um eine weitere Akquisitionsgeschichte reicher. Wie die Ulmer Wilken GmbH bekanntgab, plant der Anbieter von betriebswirtschaftlichen Lösungen, seine Nachbarn in der Domstadt, die Firma Entire Software, zu hundert Prozent zu übernehmen. Bislang war die Stiftung der Software AG Mehrheitseigentümer des auf Rechnungswesen spezialisierten Herstellers.

Komplementäre Zielgruppen

Mit der Übernahme zum 1. Januar 2007 soll laut Wilken-Geschäftsführer Dr. Andreas Lied „aus zwei ehemaligen Wettbewerbern ein starker Anbieter“ werden. Die Zielgruppen sind dabei durchaus komplementär. Während Wilken seine Stärken in Branchen wie Finance, Energieversorgung und Einzelhandel sieht, hat sich Entire bislang auf den Gesundheits- und Non-Profit-Sektor konzentriert.

Entire bleibt als Wilken-Tochter zunächst eigenständig, bis spätestens Anfang April müssen die rund 70 Mitarbeiter des Unternehmens jedoch aus ihrem bisherigen Gebäude in die Wilken-Zentrale umgezogen sein. „Die Arbeitsplätze wollen wir weitestgehend alle erhalten“, betont jedoch Lied. Entlassungen würde es vor allem in Bereichen wie dem Rechenzentrumsbetrieb geben.

Kontinuität verspricht Lied auch, was die Produkte von Entire betrifft. So sollen sowohl die Wilken- als auch die Entire-Produktlinien fünf Jahre lang weiterentwickelt werden. Im Anschluss an diesen natürlichen Lebenszyklus ist eine gemeinsam entwickelte Branchenlösung geplant. Partner aus dem Handel hat Entire nur noch eine Handvoll. Nachdem sich das Unternehmen unter der Leitung von Jürgen Richter vor allem auf den Direktvertrieb konzentrierte, ist die Integrationsarbeit im Channel für Wilken nur marginal.

„Entire war nicht profitabel“, gibt Lied auf Anfrage einen der Gründe für die Übernahme, auch wenn es durch die starke Stiftung im Hintergrund nie einen Liquiditätsengpass gegeben habe. Branchen-Experten gehen davon aus, dass die starke Konzentration auf das Rechnungswesen von Seiten Entires der Grund für die schwachen Geschäfte war. Eine dringend nötige Neuentwicklung wollte man sich offenbar jedoch nicht leisten, weshalb die Fusion mit Wilken vielerorts als „Vernunftehe“ bezeichnet wird.

Weitere Interessenten

Wie Lied erklärte, habe es auch eine Reihe weiterer Interessenten für Entire gegeben. Die seien jedoch vor allem darauf aus gewesen, „das Produkt zu übernehmen und die Firma plattzumachen.“ Für Wilken sei die Entscheidung neben der lokalen Nähe auch aufgrund des Stiftungsgedankens getroffen worden. Die Stiftung des Firmengründers Ernst Wilken steht weiterhin im Hintergrund des Herstellers und fühle sich verpflichtet gegenüber Kunden und Mitarbeitern von Entire.

Dennoch ist davon auszugehen, dass das Management großteils ausgewechselt wird. Wilken will es mit „erfahrenen Führungspersönlichkeiten“ aus dem eigenen Haus besetzen. Die Zukunft von Entires Vorstand Jürgen Richter ist somit ungewiss. Es soll jedoch ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden, verlautet aus Ulm. Über den Kaufpreis des Unternehmens haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

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