Tarox-Chef Matthias Steinkamp über sein Tagesgeschäft Wie Vulkane und Volatilität das Notebook-Business prägen

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Tarox kauft jetzt dank Intel ein wie ein Big Player. Tarox-Chef Matthias Steinkamp spricht über die Auswirkungen des Euro-Hickhacks und der isländischen Vulkanasche aus dem Eyjafjallajökull auf IT-Hersteller.

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ITB: Das PC-Geschäft ist wie kaum ein anderes globalisiert, allein schon deshalb, weil die meisten Bauteile auf dem asiatischen Komponentenmarkt gehandelt werden. Welche Wertschöpfung wird denn bei Tarox-Produkten wo geleistet?

Steinkamp: Auch Tarox bezieht seine Komponenten für PCs, Notebooks, Server- und Storage-Systeme größtenteils aus dem asiatischen Raum. Die eigentliche Wertschöpfung findet allerdings in Deutschland statt. Gefertigt wird hier nach einem Built-to-Order-Konzept, bei dem Kundenwünsche ab Losgröße eins umgesetzt werden können. Darunter fällt kundenspezifisches Design, Image-Betankung, individuelle BIOS-Einstellungen oder auch Kleinigkeiten wie Kennzeichnungen der Systeme mit MAC-Adressen bis hin zu Verpackungs-Anpassungen. Insbesondere im Server- und Storage-Bereich besteht ein Großteil der Wertschöpfung auch darin, spezielle Zertifizierungen zu erlangen, beispielsweise für das medizinische Umfeld oder für die VMware-Virtualisierung.

ITB: Normalerweise kaufen B-Brands ihre Notebook-Komponenten auf dem asiatischen Komponenten-Großhandel, während A-Brands genügend Marktmacht haben, um direkt mit den asiatischen ODMs wie Quanta, Compal, Wistron, Inventec, AS mobile oder Pegatron zu verhandeln. Tarox zählte bisher zu den ersteren. Dank einer Design-Initiative für lokale OEMs von Intel hat sich das geändert. Kann man das so sagen?

Steinkamp: Ja, richtig, Notebook-Komponenten werden normalerweise beim Barebone-Distributor gekauft. Bei PCs, Server und Storage reden wir über Direktlieferung und direkte Verträge über Konditionen und Pricing mit dem Hersteller. Im Notebook-Bereich hatten wir als lokaler OEM ohne direkten Draht zum Hersteller bislang einige Nachteile, die sich nun ausgeglichen haben.

ITB: Welche denn?

Steinkamp: Teilweise hatten wir keinen Zugriff auf aktuelle Technologien und neue Plattformen. Ausstattungsmerkmale wie beispielsweise passende Docking-Stations standen nicht zur Verfügung. Die Auswahl an BasisSystemen war stark eingeschränkt, das Pricing war nicht marktfähig, und wir hatten keine Chance, eigene Design-Vorgaben umzusetzen. Außerdem lassen sich beim Einkauf über Komponenten-Distis die im Business-Segment so wichtigen längeren Laufzeiten nicht umsetzen. All diese Nachteile sind durch die Intel-Initiative weggefallen. Außerdem haben wir nun mehr Möglichkeiten, unser eigenes Qualitäts-Management bereits in Asien vor Ort mit einfließen zu lassen. Bevor die georderten Systeme die Produktion in Asien verlassen, haben wir die Möglichkeit, die Umsetzung unserer Anforderungen direkt vor Ort zu überprüfen. Vor der Massenproduktion erhalten wir noch einmal ein Sample, das von uns nochmals evaluiert wird. Bei den Modula-Geräten konnten wir beispielsweise eine Verbesserung bei der Verriegelung der Docking-Station anstoßen.

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