IBM-Channel-Chefin Doris Albiez erläutert das neue Software-Incentive-Programm Wie IBM künftig den Software-Partnern Projektschutz sichern will

Redakteur: Regina Böckle

Bislang mussten Partner um ihre Software-Projekte bangen, wenn sie diese bei IBM registrierten. Denn darauf hatten auch andere Zugriff. Doris Albiez, IBM-Vice President Business Partner Organisation, will das jetzt ändern. Außerdem erklärt die Channel-Chefin, welche Rolle die Partner bei den Software-as-a-Service-Modellen übernehmen können, welche Schwerpunkt-Themen IBM dieses Jahr setzt und wie die entsprechenden Lead-Programme aussehen.

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ITB: Das neue Deal-Registrierungsprogramm für Software-Partner, das Software Value Incentive Programm, soll unter anderem verhindern, dass gemeldete Projekte eines Partners an andere Partner weiter gegeben werden. Wie sieht das Programm aus?

Albiez: Das Software Value Incentive (SVI) Programm soll das Engagement des Business Partners für eigenständiges und zusätzliches Geschäft mit IBM Software honorieren. Die Business Partner werden dafür mit Incentive-Zahlungen von bis zu 20 Prozent des Umsatzes belohnt. Interessant ist, dass es nicht darauf ankommt, dass der Partner auch den tatsächlichen Verkauf der Lizenzen durchführt.

ITB: Wie sieht das Procedere konkret aus?

Albiez: Die Opportunities werden im Global Partner Portal angelegt und dem SVI-Programm übergeben. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass der Partner selbst bestimmt, wer die Daten der Opportunity sehen kann. Nur ein Partner wird für eine Opportunity freigegeben. Es gilt klar der Grundsatz: First in, first served. Auf Anregung der Partner wurde das Programm im ersten Quartal 2010 stark vereinfacht. Dadurch wurde der Aufwand für die aktive Teilnahme am Programm deutlich reduziert. Die Zahl der gemeldeten Opportunities hat erfreulicherweise entsprechend zugenommen.

ITB: Was ist im Bereich Lotus Live Engage geplant?

Albiez: Zukünftig wird IBM ihren Geschäftspartnern und allen Software-Herstellern ermöglichen, auf Basis von Lotus Live Engage eigene Anwendungen anzubieten. So existiert bereits eine Partnerschaft mit Skype, die eine Integration von Lotus Live mit Audio- und Videokonferenzen über das Skype-Netzwerk anbieten wird. Weiterhin ist gegen Ende des Jahres vorgesehen, dass Unternehmen ihre Anwendungen über die bis dahin veröffentlichten API-Schnittstellen mit Engage integrieren und anbieten können.

ITB: Welche Endkunden adressiert Lotus Live?

Albiez: Das sind unter anderem Unternehmen mit zahlreichen Auslandsstandorten oder dezentralen Strukturen, deren Mitarbeiter beispielsweise Dokumente austauschen und gemeinsam bearbeiten müssen. Hinzu kommen Firmen, die Beziehungen zu einer große Anzahl von Zulieferern und mobilen oder ehrenamtlichen Mitarbeitern unterhalten, wie zum Beispiel Hotels und Non-Profit Organisationen. Nehmen Sie beispielsweise die Stiftung Deutsche AIDS-Hilfe mit ihren 1500 festangestellten und 5000 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die nun IBM LotusLive Engage als Collaboration-Lösung einsetzen. Sie garantiert eine bessere Zusammenarbeit und Planung der Gruppen und sogar einzelnen Mitarbeitern, die vor Ort tätig sind – und dank der Cloud ohne aufwändige Vorabinstallationen oder IT-Support.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welches Konzept hinter dem Software-Miet-Portal „Group Live“ steckt.

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