Gutes Rennen nach schlechtem Start für Business By Design erwartet Wie die Cloud das ERP-Geschäft der Zukunft umkrempeln wird

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Der Cloud, also SaaS- und On-Demand-Modellen, gehört ein großes Stück der Software-Zukunft. Schon jetzt krempelt der Einfluss der Wolke Geschäftsmodelle im Systemhausumfeld um. SAP ist auf den Branchentrend mit Business By Design (ByD) aufgesprungen. Bislang verzögert sich die Einführung im Volumengeschäft allerdings erheblich. Dennoch heißt es keineswegs »Bye ByD«, ist man bei den Wirtschaftsinformatik-Spezialisten der Ibis Prof. Thome AG überzeugt. Die Gründe legen die beiden Vorstände der Aktiengesellschaft, Dr. Wolfgang Walz und Dr. Andreas Hufgard, im Gespräch mit IT-BUSINESS dar.

Anbieter zum Thema

ITB: In einer Stellungnahme verteidigte Ihr Unternehmen das neue Mittelstandsprodukt SAP Business ByDesign, das nach etlichen Verzögerungen bei der Markteinführung auch 2009 noch nicht im Volumengeschäft vertrieben wird und nicht mehr aus den Negativschlagzeilen kam. Warum?

Walz: Wir sind fest davon überzeugt, dass Produkten wie SAP Business ByDesign die Zukunft gehört. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zwei Punkte möchte ich jedoch besonders hervorheben. Erstens ist ByD eine komplett service-orientierte Software. Zweitens ist sie eine der ersten Lösungen, die einen nahezu kompletten ERP-Funktionsumfang als On-Demand-Lösung zur Verfügung stellt. SAP hat somit ein Produkt entwickelt, das zwei für Unternehmen zukünftig wichtige Themen bereits beherrscht. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Produkts ist aber, dass SAP die Software erst dann auf den Markt bringt, wenn die Betriebskosten niedrig sind und sich das On-Demand-Modell für alle Beteiligten rechnet. Und dies dauert länger als geplant.

ITB: Wie werden SaaS- und On-Demand-Modelle das Tagesgeschäft von Systemhäusern und Wirtschaftsinformatikern verändern?

Hufgard: Unserer Meinung nach wird nicht das SaaS- oder das On-Demand-Modell das Tagesgeschäft dramatisch verändern, sondern die Software, die hierfür verwendet wird. Wirtschaftsinformatiker müssen sich künftig häufiger und intensiver mit den Anwendern über Prozesse und Verfahren unterhalten, um diese gemeinsam mit den Fachabteilungen permanent verbessern zu können. Kontinuität ist wichtig und nicht die einmalige Zusammenarbeit bei einer Software-Einführung. Darüber hinaus werden »Handwerker«, die genau wissen welche Systemeinstellungen vorzunehmen sind, künftig nicht mehr benötigt. Die Systemeinstellungen werden dann automatisch über regelbasierte Werkzeuge erfolgen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie an SaaS- und On-Demand-Modellen verdient wird, und welche Datenhaltungsprobleme zu beachten sind.

(ID:2020816)