Gutes Rennen nach schlechtem Start für Business By Design erwartet

Wie die Cloud das ERP-Geschäft der Zukunft umkrempeln wird

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ITB: Woran wird bei diesen Modellen verdient?

Walz: Nach wie vor werden auch bei diesen Modellen die Einnahmen mit Software-Lizenzen und Dienstleistungen erzielt. In der Beratung werden sich die Leistungen und Inhalte jedoch dramatisch verändern. Auf der Software-Seite werden die Systemhäuser zukünftig über zusätzliche Lösungen und Services Geld verdienen. Das können ergänzende Inhalte oder Funktionen bis hin zu ganzen Geschäftsprozessen für bestimmte Geschäftsmodelle mit operativem Outsourcing sein, die der Software-Hersteller nicht mitliefert. Ein erfolgreiches Beispiel aus einem anderen Bereich ist der Apple-Store. Dieser bietet unendlich viele Anwendungen von Drittanbietern für das iPhone. Beispielsweise können Sie über einen Voice-Recorder Ihr Diktat an einen Sekretärinnen-Dienst übermitteln. So ungefähr stellen wir uns das in der Zukunft mit On-Demand-Modellen wie SAP Business By Design vor.

ITB: Welche Probleme sehen sie in Bezug auf die externe Datenhaltung. Beim SaaS-Modell von Microsoft beispielsweise werden die Kundendaten außerhalb der Bundesrepublik gehalten. Bei Google verlassen sie womöglich sogar die EU.

Walz: Den Ort der Datenhaltung, soweit dies keine steuerlichen Auswirkungen hat, sehen wir als völlig unkritisch. Die entscheidende Frage ist: Wie sicher sind meine Daten? Jedes mittelständische Unternehmen, das einmal ein solches SaaS-Rechenzentrum besichtigt hat, wird einsehen, dass es vergleichbare Sicherheitsstandards selbst nie erfüllen könnte. Aus unserer Sicht führen SaaS-Modelle daher eher zu einer Erhöhung der Datensicherheit.

ITB: Die Ibis Prof. Thome AG könnte man als Systemhaus mit Schwerpunkt auf betriebswirtschaftlicher Software bezeichnen. Etwas exotisch wirkt allerdings die Tatsache, dass von den 36 Mitarbeitern die Hälfte promoviert und am Unternehmen beteiligt ist. Ist das Unternehmen ein Auffangbecken für Würzburger Uni-Absolventen?

Walz: Nein, das sicherlich nicht. Wir sind eine Denkfabrik, die Ergebnisse aus der Forschung aktiv in die Praxis überführt und umgekehrt. In den USA sind solche forschungsnahen Think Tanks sehr beliebt und weit verbreitet. Leider hat sich dieses Erfolgsmodell in Deutschland bisher noch nicht durchgesetzt. Es gibt hier viel zu wenige Universitäts-Ausgründungen; der Austausch von Wissenschaft und Praxis wird kaum gelebt. Wir haben durch die Verbindung von Betriebswirtschaft und Informatik, insbesondere im SAP-Umfeld, ganz klar eine Vorreiterrolle in Deutschland. In den vergangenen 15 Jahren konnten wir viele Forschungsvorhaben vorantreiben und dieses Know-how in über 500 Anwenderprojekten in die Praxis übertragen. Als wissensorientiertes Unternehmen brauchen wir hochqualifizierte Mitarbeiter, gerne auch mit Promotion. Und diese wollen wir langfristig an unser Unternehmen binden. Denn gerade komplexe Forschungsthemen, wie wir sie vorantreiben, erfordern ein hohes Maß an Kontinuität. Deshalb haben wir uns für eine Mitarbeiterbeteiligung entschieden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den Hauptgeschäftsfeldern der Ibis Prof. Thome AG.

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