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ITB: Die zertifizierten Mittelstands-Blocks von Magirus, die vBundles, lösten bei ihrer Premiere großes Interesse auf Partnerseite aus. Wie hat sich das Geschäft konkret entwickelt?
Speikamp: In Deutschland und europaweit wurden einige Projekte umgesetzt – vor allem in der Schweiz, die sich schon in der Vergangenheit häufig als Early Adopter neuer Technologien erwiesen hat. Die Pipeline wächst beständig. Dazu hat vor allem beigetragen, dass wir für die vBundles inzwischen einen Unified Support gewähren. Mittelfristig möchten wir diese Bundles auch auf Ciscos B-Series-Systemen anbieten. Wir gehen davon aus, dass die VCE Inc., nicht zuletzt aufgrund der positiven Marktresonanz unserer vBundles, auch umgekehrt ihr Vblock–Portfolio nach unten abrunden wird. Wir sehen dies nicht als Konkurrenz, sondern als Chance und Kompliment, da wir mit der VCE bereits heute eng vernetzt sind.
ITB: Inwiefern sind die vBundles auch im VDI-Umfeld, also für Virtual-Desktop-Architekturen interessant?
Speikamp: Dieser Anwendungsbereich hat sich als ein großer Schwerpunkt herauskristallisiert, vor allem bei Hosting-Partnern, die im Enterprise-Bereich eigene, hochwertige Dienste anbieten.
ITB: Wie wichtig ist für Cisco das Thema Desktop-Virtualisierung?
Schmidt: Das ist ein Thema, das uns aktuell stark beschäftigt. Nach der Server-Virtualisierung und der Umsetzung von Private Clouds, wird sich dieses Thema am Markt durchsetzen auch gegen viele Business-Case-Widerstände ...
ITB: Meinen Sie mit „Business-Case-Widerständen“ die großen Fragen nach der Lizenzierung und deren Kosten? Die Lizenzproblematik?
Schmidt: Ja. Faktisch befassen sich alle großen Unternehmen mit diesem Thema, durchlaufen Proof-of-Concept-Phasen und planen die Einführung. Also trotz dieser Widerstände wird das Thema weiterverfolgt.
ITB: Aus welcher Motivation heraus?
Schmidt: Das Motiv ist bei jedem Unternehmen anders gelagert: Es gibt nicht das zentrale Killerargument. Statt dessen ist es bei dem einen der Wunsch nach mehr Security und Compliance – beispielsweise um Viren-Scanning zentral im Rechenzentrum durchzuführen, oder Date nicht mehr einfach vom PC oder Laptop herunterladen zu lassen. Der zweite große Argument ist der Wunsch der Unternehmen, agiler zu bleiben – beispielsweise Niederlassungen IT-seitig leichter anbinden zu können oder Akquisitionen leichter abzubilden. Hier beobachten wir eine enorme Bewegung und das könnte sich für unsere Partner als ein weitaus spannenderer Markt erweisen, als er sich heute darstellt. Schon heute gehen viele unserer UCS-Systeme in diese Virtual-Desktop-Projekte.
ITB: Wie groß schätzen Sie diesen Markt ein?
Schmidt: Wir gehen davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren vermutlich über zwei Millionen VDI-Lizenzen verkauft werden. Mit der UCS-Plattform können wir eine kostengünstige Hardware-Plattform für die Desktop-Virtualisierung anbieten. Und künftig werden vermehrt auch Sprache und Video zentral vom Rechenzentrum aus auf den Virtuellen Desktops bereit gestellt werden. Dazu muss das Netzwerk entsprechend eingerichtet sein – und hier hat Cisco einfach einen großen Vorsprung. In diesem Umfeld können wir also Mehrwerte anbieten, die Partner bei keinem anderen klassischen Server-Hersteller erhalten können.
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