Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Definition Was ist eine Firmenpleite?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Dr. Andreas Bergler

Eine Firmenpleite tritt dann auf, wenn ein Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, seine Lieferanten zu bezahlen und seine Mitarbeiter zu entlohnen. Das etwas hart klingende Wort wird häufig durch den eleganter klingenden Begriff Insolvenz ersetzt.

Firmen zum Thema

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business
(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Wird ein Unternehmen zahlungsunfähig, kommt es zu einem so genannten Insolvenzverfahren. Als Voraussetzung dafür muss es bei Gericht einen Insolvenzantrag stellen. Geschieht dies nicht, spricht man von Insolvenzverschleppung, was nach deutschem Recht ein Straftatbestand ist. Meist wird für das Verfahren ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der sowohl dem Unternehmen als auch den Gläubigern gegenüber eine neutrale Position einnimmt.

Der Insolvenzverwalter sorgt dafür, dass eventuell verbliebene Vermögenswerte wie Immobilien, Maschinen oder Fahrzeugflotten veräußert und der Erlös unter den Gläubigern aufgeteilt wird. Als Gläubiger kommen Angestellte, Kreditinstitute, Lieferanten, das Finanzamt oder Sozialversicherungen in Frage. Ist keine Insolvenzmasse mehr vorhanden, haben die Gläubiger das Nachsehen und gehen leer aus.

Abwendung einer Firmenpleite

In manchen Fällen wird bei einer Firmenpleite versucht, die Insolvenz abzuwenden, etwa wenn viele Arbeitsplätze in Gefahr sind. Der Erfolg hängt davon ab, wie die Gläubiger reagieren. So können beispielsweise fällige Kreditrückzahlungen gesenkt oder gestundet werden, Arbeitnehmer verzichten auf einen Teil ihres Gehalts, Lieferanten stellen ihre Zahlungsansprüche zurück. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, dass ein Unternehmen nach gewisser Zeit wieder zahlungsfähig wird.

Sofern im Unternehmen selbst eine drohende Pleite erkannt wird, kann mit bestimmten Maßnahmen rechtzeitig gegengesteuert werden. Dies geschieht oft unter Einbeziehung eines Unternehmensberaters, der sich in der Branche auskennt. So können unrentable Betriebssparten abgestoßen, die Produktion umstrukturiert oder betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, um die Ausgaben zu senken.

Firmenpleite bei Personengesellschaften und Freiberuflern

Eine Personengesellschaft, etwa ein kleiner Handwerksbetrieb, kann sich mit der Abmeldung seines Gewerbes ein Unternehmensinsolvenzverfahren ersparen. Hier besteht die Möglichkeit, anschließend eine Privatinsolvenz zu beantragen und bei Erfüllung aller Auflagen nach sechs Jahren einen Neustart ohne Schulden zu beginnen. Für Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder Architekten gilt ähnliches, allerdings wird ihnen in den meisten Fällen die Approbation oder die Zulassung entzogen.

Auswirkungen auf Arbeitnehmer bei einer Firmenpleite

Bestehende Arbeitsverhältnisse haben auch nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ihre Gültigkeit. Kündigungen sind nur zulässig, wenn sie als betriebsbedingt begründet werden können, zum Beispiel bei Auftragsmangel oder Stilllegung von Unternehmensteilen. Die Rechte und Pflichten des Arbeitgebers liegen dann allerdings in der Hand des Insolvenzverwalters. Dieser ist den Mitarbeitern gegenüber weisungsbefugt und kümmert sich, sofern finanziell möglich, auch um die Auszahlung von Löhnen und Gehältern, auf die Arbeitnehmer weiterhin Anspruch haben.

(ID:45274712)