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Definition Was ist eine Abmahnung?

Autor / Redakteur: Laimingas / Sylvia Lösel

Verletzt ein Arbeitnehmer seine im Arbeitsvertrag festgelegten Pflichten, kommt es außer bei sehr schweren Vergehen nicht zu einer sofortigen Kündigung. Der Arbeitgeber muss ihm zuvor eine Abmahnung aussprechen, die auf eindeutigen Tatsachen beruht.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Abmahnungen sind ein Instrument, mit dem der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer gegenüber deutlich macht, dass er gegen die Vertragsvereinbarungen verstoßen hat und ihm im Wiederholungsfall eine Kündigung droht. Umgekehrt ist eine Kündigung wegen Fehlverhaltens nur in den seltensten Fällen rechtswirksam, wenn nicht zuvor exakt der gleiche Verstoß abgemahnt wurde.

Darüber hinaus soll der Betroffene noch eine Chance erhalten, sein fehlerhaftes Verhalten zu korrigieren, es sei denn, es handelt sich um schwerwiegende Vergehen wie eine Straftat, Drogenmissbrauch während der Arbeitszeit oder eine unverhohlene Drohung gegen den Arbeitgeber. In solchen Fällen kann eine Kündigung in der Regel auch ohne vorherige Abmahnung ausgesprochen werden.

Voraussetzungen für eine Abmahnung

Eine Abmahnung muss mehrere Kriterien erfüllen, um im rechtlichen Sinne wirksam zu sein. Eine einfache Ermahnung, ein „Rüffel“, durch den Arbeitgeber oder einen berechtigten Vorgesetzten bei fehlerhaftem Verhalten gefährdet das Arbeitsverhältnis nicht. Nach der geltenden Rechtsprechung müssen für die "gelbe Karte" drei Voraussetzungen erfüllt sein.

Das abgemahnte Fehlverhalten muss erstens genau beschrieben und mit Datum und Uhrzeit des Verstoßes belegt werden. Zweitens hat der Arbeitgeber das Verhalten deutlich als Verstoß gegen den Arbeitsvertrag zu rügen und den Arbeitnehmer zu einer Unterlassung in der Zukunft aufzufordern. Drittens muss der Arbeitgeber explizit aussprechen, dass ein erneuter Verstoß zur Kündigung des Arbeitnehmers führen kann. Eine rechtlich korrekte Abmahnung bedarf nicht zwingend der Schriftform, sie kann auch mündlich ausgesprochen werden, was aber in der Praxis aus Beweis- und Dokumentationsgründen nur selten vorkommt.

Gründe für eine Abmahnung

Es gibt zahlreiche Gründe für eine Abmahnung. Dazu zählen beispielsweise:

  • dauerhaft schlechte Leistungen und mangelhafte Arbeitsqualität
  • Verstöße gegen gesetzliche oder innerbetriebliche Arbeitsbestimmungen
  • ein permanentes und nachweislich zu langsames Arbeiten
  • häufige Unpünktlichkeit bei Arbeitsbeginn oder nach Pausen
  • schwere Straftaten
  • Störung des Betriebsfriedens, etwa durch aggressives Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten
  • Rufschädigung des Unternehmen durch die Verbreitung unwahrer Aussagen

Verfall einer Abmahnung

Verhält sich ein Arbeitnehmer nach einer Abmahnung über mehrere Jahre korrekt, verliert diese ihre Wirkung. In der Praxis der Rechtssprechung kann eine Abmahnung nach etwa drei bis vier Jahren nicht mehr für eine Kündigung herangezogen, sondern muss zuvor erneut ausgesprochen werden.

Abmahnung durch den Arbeitnehmer

Weniger bekannt ist, dass auch ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber abmahnen kann, falls dieser gegen den Arbeitsvertrag verstößt. Dies kann vor einer fristlosen Beendigung des Arbeitsverhältnisses notwendig sein und besonders beim Verzug von Lohn- und Gehaltszahlungen durch den Arbeitgeber.

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