Definition Was ist die Quellensteuer?

Autor / Redakteur: Laimingas / Ira Zahorsky

Quellensteuer ist eine allgemeine Bezeichnung für Abgaben, die nicht durch die Steuerzahler selbst, sondern durch Dritte an den Fiskus abgeführt werden. In Deutschland fallen darunter zum Beispiel die Lohnsteuer und die Kapitalertragssteuer.

Firmen zum Thema

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business
(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die unterschiedlichen Quellensteuern werden vom Einkommensteuergesetz festgeschrieben. Neben den beiden bereits erwähnten Arten gelten etwa Aufsichtsratvergütungen für beschränkt Steuerpflichtige (Aufsichtsratsteuer), gewerbliche Bauleistungen an andere Unternehmer (Bauabzugssteuer) sowie Honorare für Künstler, Sportler u.ä. (Abzugsteuer) als Quellensteuern.

Funktionsweise am Beispiel Lohnsteuer

Lohnempfänger bekommen jeden Monat von ihrem Arbeitgeber ein Bruttogehalt, das auf der Lohnabrechnung vollständig ausgewiesen, aber nicht ausgezahlt wird. Die Beiträge zur Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sowie der Solidaritätszuschlag überweist der Arbeitgeber direkt an die jeweiligen Einrichtungen. Gleiches gilt für die Lohnsteuer, die ans Finanzamt geht. Der Arbeitgeber ist also die Quelle dieser Steuer.

Die Höhe der Quellensteuer

Da Quellensteuer nur ein allgemeiner Oberbegriff und keine konkrete Abgabe ist, gibt es hierfür auch keine einheitlichen Sätze. Die Höhe der Quellensteuer richtet sich vielmehr nach der Steuerart. Bei Lohn und Gehalt liegt der Satz je nach Höhe des Einkommens zwischen 14 und 45 Prozent, bei Kapitalerträgen aus Zinsen und Dividenden bei 25 Prozent (Stand: Januar 2018), sofern diese aus dem Inland stammen.

Quellensteuer auf ausländische Kapitalerträge

Bei inländischen Kapitalerträgen übernimmt in der Regel die eigene Bank die Zahlung der Steuern an das Finanzamt. Komplizierter ist die Abwicklung bei ausländischen Erträgen. In diesem Fall werden die Steuern im Ursprungsland der Kapitalerträge in Höhe der dort gültigen Regelungen erhoben. Bei französischen Aktien beispielsweise erhält der französische Staat die Abgaben.

Um eine Doppelbesteuerung auszuschließen, hat Deutschland mit zahlreichen anderen Ländern entsprechende Verträge abgeschlossen. Allerdings kann es auf Grund unterschiedlicher Sätze für die Kapitalertragsteuer zur Steuerpflicht im Inland kommen. Fordert ein ausländischer Staat etwa 20 Prozent, können diese vom deutschen Finanzamt verrechnet werden, so dass hierzulande nur noch die übrigen fünf Prozent entrichtet werden müssen. Umgekehrt kann ein deutscher Anleger bei höheren Sätzen im Ausland einen Antrag auf Rückerstattung stellen - und zwar bei der dortigen Finanzbehörde, nicht in Deutschland.

Was Formulare und Fristen angeht, gibt es länderübergreifend keine einheitlichen Regelungen. Der Steuerpflichtige muss dies jeweils individuell vornehmen. Länder wie Irland und Großbritannien erheben keine Quellensteuer. Für Einnahmen dort ist in Deutschland lediglich die Abgeltungssteuer zu entrichten.

(ID:45077385)