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Was ist das Arbeitszeitgesetz?

| Autor / Redakteur: laimingas / Sarah Nollau

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) legt fest, wie viele Stunden ein Arbeitnehmer pro Woche arbeiten darf. Darüber hinaus definiert es die Begriffe Arbeits- und Bereitschaftszeit sowie den Umgang mit Sonn- und Feiertagen, Pausen und Ruhezeiten.

Grundsätzlich hat ein Arbeitstag für normale Arbeitnehmer acht Arbeitsstunden. Wer morgens um 9.00 Uhr sein Werk beginnt, darf also um 17.30 Uhr nach Hause gehen. Eine halbstündige Pause, die nicht angerechnet wird, ist nach spätestens sechs Stunden Pflicht.

Ausnahmen

In bestimmten Ausnahmefällen kann die Zeit durch den Arbeitgeber auf maximal zehn Stunden verlängert und die wöchentliche Stundenzahl auf 60 erhöht werden. Im Gegenzug hat ein zeitnaher Ausgleich stattzufinden, denn Arbeitnehmer dürfen innerhalb von 24 Wochen bzw. sechs Kalendermonaten im Durchschnitt höchstens acht Stunden täglich beschäftigt werden.

Ausnahmeregelungen kennt das Arbeitszeitgesetz für:

  • leitende Angestellte eines Unternehmens (geregelt im Betriebsverfassungsgesetz)
  • Leiter und deren Vertreter sowie Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst
  • Chefärzte
  • Kirchen und Religionsgemeinschaften
  • Besatzungsmitglieder auf Handelsschiffen (geregelt im Seearbeitsgesetz)
  • Arbeitnehmer in der Luftfahrt
  • alle Personen unter 18 Jahren (geregelt im Jugendarbeitsschutzgesetz)

Arbeitszeit und Bereitschaftszeit

Pausen werden, wie schon erwähnt, nicht auf die Arbeitszeit angerechnet. Gleiches gilt für die An- und Abfahrt. Begibt sich ein Arbeitnehmer auf eine Dienstreise, kann sein Weg allerdings als Arbeitszeit gelten, sofern er im Flugzeug, Zug oder als Beifahrer in einem Auto tätig wird. Ein Umkleiden zählt nur dann zur Arbeitszeit, wenn der Arbeitgeber eine bestimmte Kleidung, etwa Schutzanzüge, vorschreibt.

In zahlreichen Branchen müssen sich Arbeitnehmer auch außerhalb der regulären Zeiten für Einsätze bereithalten, zum Beispiel über Nacht oder an Wochenenden. Hier gibt es Unterschiede zwischen Arbeits- und Rufbereitschaft sowie Bereitschaftsdienst. Der Arbeitgeber muss diese Zeiten je nach Art teilweise oder vollständig der Arbeitszeit zurechnen und entsprechend entlohnen.

Regelungen für Sonn- und Feiertage

Sonn- und Feiertage sind vom Grundsatz her arbeitsfrei, denn sie sollen der Ruhe und Erholung dienen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Einrichtungen wie Berufsfeuerwehren, Krankenhäuser etc., die zu jeder Zeit funktionieren müssen, sind von der Regelung ausgenommen. Trotzdem gilt in diesen Bereichen für die Arbeitnehmer ein Anspruch auf 15 freie Sonntage pro Jahr.

Pausen und Ruhezeiten

Das Gesetz sieht vor, dass zwischen Arbeitsende und -wiederaufnahme eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden liegt, auch bei Schichtarbeit. Zur Ruhezeit zählt ebenso die Rufbereitschaft, Arbeitsbereitschaft und Bereitschaftsdienst jedoch nicht. Um eine Stunde gekürzt werden können Ruhezeiten in Branchen wie Krankenhäusern, Hotel- und Gastronomiebetrieben, bei Verkehrsunternehmen, Rundfunk und Fernsehen sowie in der Landwirtschaft.

Nach spätestens sechs Stunden hat jeder Arbeitnehmer das Anrecht auf eine halbstündige Pause. Sollte er mehr als neun Stunden arbeiten, stehen im 45 Minuten zu.

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