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IT-Executive Summit 2020 Was Digitalisierer vom Zweirad lernen können

Autor / Redakteur: Ernesto Schmutter / Michael Hase

Die Digitalisierung erfordert Gestaltungskompetenz. Ernesto Schmutter, Managing Director bei MRM Distribution, plädiert in seinem Gastbeitrag dafür, künftige Anforderungen zu antizipieren und neue Bedürfnisse zu kreieren.

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Ernesto Schmutter ist seit diesem Jahr Geschäftsführer bei der MRM Distribution.
Ernesto Schmutter ist seit diesem Jahr Geschäftsführer bei der MRM Distribution.
(Bild: MRM Distribution)

Wenn VW-Chef Herbert Diess beim Umbau des Automobilherstellers in einen Tech-Konzern Geschwindigkeit anmahnt, denkt er in erster Linie an den Absatz konkurrenzfähiger Fahrzeuge. Doch die Zukunft liegt weniger darin, Autos von heute mit teurer Digitaltechnik von morgen vollzupacken wie im Audi e-tron, sondern in der Entwicklung innovativer Nutzungszenarien und Designs für das Leben von morgen unter Berücksichtigung digitaler ­Potenziale von übermorgen.

Wie könnte das Auto als mobiler Arbeitsplatz oder gar Zweitwohnsitz der Zukunft aussehen, wenn es keinen Fahrer mehr ­benötigt? Ließe es sich als Teil des vernetzten Zuhauses, zum Beispiel als Arbeitsraum, nutzen, statt als totes Blech in der Garage zu stehen? Damit uns solche Fragen überhaupt erst einfallen, müssten wir endlich die Lektion lernen, die uns die ­Erfindung des Fahrrads erteilt hat: Dass Fahrzeuge auf drei oder mehr Rädern stabil fahren, war schon den alten Ägyptern bekannt. Warum aber vergingen bis zur Entwicklung des Fahrrads dann noch einige tausend Jahre? Weil den Menschen ­lange Zeit schlicht die Fantasie fehlte, den Faktor Geschwindigkeit im System zu berücksichtigen und zu erkennen, dass sich auch zwei Räder hintereinander stabilisieren, sobald sie sich nur schnell genug bewegen. Über Jahrtausende hatte man lediglich die Gegenwart optimiert, statt eine innovative Zukunftslösung zu suchen.

Von der Verwaltungs- zur Gestaltungskompetenz

Denselben Fehler sollten wir nicht machen. Digitale Unternehmen und auch die digitale Gesellschaft dürfen sich nicht darauf beschränken, analoge in digitale Prozesse zu transformieren. Vielmehr gilt es, künftige Anforderungen zu antizipieren und neue Bedürfnisse zu kreieren. Wir müssen weg von der Verwaltungs- hin zur Gestaltungskompetenz kommen, so wie Apple mit dem iPhone seinerzeit Bedürfnisse nicht nur antizipiert, sondern geschaffen hat. Die Welt und unser beruflicher sowie privater Alltag sind seitdem nicht mehr dieselben.

Doch die Digitalisierung betrifft bei Weitem nicht nur die Produkte selbst sowie die Kunden- und die Lieferantenschnittstelle. Darüber hinaus muss Geld in die Mitarbeiter investiert werden. Falsch ist der Ansatz, sie als Humankapital zu betrachten und in Geld umzurechnen. Angesichts des enormen Wettbewerbs um Fachpersonal – manche sprechen gar vom „War for Talent“ – sollte sich der Fokus gerade auch auf die aktuellen und zukünftigen Mitarbeiter im eigenen Unternehmen richten. Wer will schon in Zukunft in einer Organisation arbeiten, in der Urlaub, Home Office, Meetingräume, Elternzeit oder Fortbildungen noch auf konventionellem Weg beantragt werden müssen und Kommunikation nicht bidirektional, ortsunabhängig und in Echtzeit stattfindet?

Mitarbeiterentwicklung hat Priorität

Umso frappierender ist, was eine Studie zutage förderte, für die das Infosys Knowledge Institute im Juli 2019 weltweit mehr als 1.000 Führungskräfte aus Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar befragte. Der Bericht nannte Budgetknappheit als wichtigstes materielles Hindernis für die Mitarbeiterentwicklung, die doch gerade, wenn man den Weg zum digitalen Unternehmen und attraktiven Arbeitgeber gehen möchte, höchste Priorität genießen sollte.

Doch auch Investitionen in die Zukunft wollen sauber finanziert werden. Dabei gilt es, in Lebenszyklen zu denken und nachhaltig zu handeln. Der Vorschlag von MRM als erstem Distributor für Gebrauchtsoftware: Machen Sie Ihre Vergangenheit zu Geld und investieren Sie den Erlös Ihrer Legacy-Software in Ihre Mitarbeiter und Ihre Zukunfts-IT, ob Cloud oder anderes. Gleichzeitig beginnen Sie, in Warenkreisläufen zu denken (Stichwort Circular Economy) und unterstreichen das Bewusstsein Ihres Unternehmens für Nachhaltigkeit. Denn warum sollte, während Hardware zum Teil mehrfach refurbished wird, ausgerechnet Software, die keinerlei Abnutzung unterliegt, nicht wiederverwendet werden? Wenn Digitalisierung insgesamt schon zu langsam geht, dann wäre es fahrlässig, nicht wenigstens alle zur Verfügung stehenden Potenziale zu nutzen, um das Mindset zu verändern und Innovation bestmöglich zu fördern.

Alte Assets zur Modernisierung nutzen

Mit dem Verkauf alter Software-Assets an einen Spezialisten wie beispielsweise die MRM Distribution kann bis 40 Prozent der Ursprungsinvestition in neues Modernisierungsbudget verwandelt werden. On-Premises-Software kann auch ganz direkt auf die Zukunft einzahlen, wenn beispielsweise Testumgebungen kostengünstig mit Gebrauchtsoftware erstellt oder Prozesse in kritischen IT-Landschaften für einen bestimmten Zeitraum parallel betrieben werden müssen.

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